Düstere Zukunft für Stockums Fußballer – Holtrup nur noch kommissarisch im Amt

Josef Holtrup ist ab sofort nur noch kommisarischer Abteilungsleiter. Marc Nowak und Rolf Bock haben keine Funktion mehr beim SV Stockum. - Archivfoto: Zöllner

Stockum –  Es sieht nicht gut aus für die Stockumer Kicker. Die Fußballabteilung des SV Stockum ist zwar nicht führungslos, hat mit Josef Holtrup allerdings nur noch einen Vorsitzenden auf Zeit.

Das war das wichtigste Ergebnis am Freitagabend im Rahmen der Jahreshauptversammlung im Vereinsheim am Boymerweg.

Denn eigentlich hatte Holtrup Ende vergangenen Jahres seinen Rücktritt erklärt und den Weg für einen Nachfolger frei gemacht, genau wie der 2. Vorsitzende Marc Nowak der sportliche Leiter Rolf Bock und auch Obmann Norbert Schnee.

Ein neuer Abteilungsleiter wurde aber trotz vieler intensiver Gespräche nicht gefunden. Jugendwart Daniel Geue lehnte dieses Amt auf Grund starker beruflicher Verpflichtungen ab, ebenso Günter Paschedag, der als Schatzmeister des Gesamtvereins SV Stockum in einen Interessenkonflikt geraten würde.

Jugendkicker sollen zu den Breitensportlern

Deswegen erklärte sich Holtrup bereit, für ein weiteres halbes Jahr kommissarisch die Fußball-Abteilung zu leiten. Eigentlich wollte Holtrup, der bislang auch Geschäftsführer und Kassierer der SVS-Fußballer war, nur noch einen dieser Posten in der zweiten Reihe ausfüllen.

In den kommenden sechs Monaten entscheidet sich auch, ob es dauerhaft einen Nachfolger für Holtrup an der Abteilungsspitze geben wird. Falls nicht, würde es wohl im Stockum auf absehbare Zeit keinen Seniorenfußball mehr geben.

Denn wenn bis September kein neuer Abteilungsleiter gefunden wird, muss der Vorstand des Gesamtvereins die Fußballsparte auflösen.

Weitere Konsequenz: Die den Fußballern gehörende Jugendsparte würde sich der Breitensport-Abteilung des SV Stockum anschließen, sich aber selbst organisieren. Dazu müsste eine Satzungsänderung her. Ob dieser Anschluss an die Breitensportler für die Seniorenfußballer möglich wäre, ist ungewiss. Denn die Breitensport-Abteilungsspitze hat auf eine solche Anfrage noch nicht geantwortet.

Diese Variante hatten die Stockumer Verantwortlichen gemeinsam mit dem Rechtsanwalt Mathias Reimann erarbeitet. Dieser ist gleichzeitig auch Vorsitzender des Gesamtvereins des TV Werne 03 und hatte in der ebenfalls kommissarisch geführten Turnabteilung des Großvereins dieses Modell von separaten Unterabteilungen entworfen.

Wie es zur kommenden Saison mit den Seniorenmannschaften in Stockum weitergeht, wird sich in den nächsten Tagen entscheiden.

„Ich habe einen Trainer, der gerne die Mannschaft trainieren würde. Wir müssen aber erst die Gespräche mit den Spielern führen und abwarten, wer überhaupt noch weiter machen will“, erklärt Holtrup.

Wird es noch ein Seniorenteam geben?

Denn eines steht auf jeden Fall fest: In der kommenden Saison wird die finanzielle Unterstützung für die erste Mannschaft – falls es überhaupt eine geben würde – „deutlich eingeschränkt“, wie Holtrup sagt. „Es gibt keine persönlichen Gelder mehr.“

Das Ziel sei es, sagte Obmann Schnee, fünf bis sechs Spieler aus der aktuellen Mannschaft zu halten. Dazu sollen noch Spieler aus der in der Kreisliga B gegen den Abstieg spielenden Reserve – bislang haben acht zugesagt – dazu kommen und den Rest mit Spielern von außerhalb aufgefüllt werden. „Der Trainer weiß, dass er ein Himmelfahrtskommando übernimmt und der Nichtabstieg das einzige Ziel wäre“, sagt Holtrup. „Es gibt noch keine Tendenz. Es kann aber auch in die andere Richtung gehen und sein, dass wir zur kommenden Saison keine Mannschaft stellen“, sagt Holtrup.

Als neuer Geschäftsführer der 168 Mitglieder – davon sind 89 Kinder – zählenden Abteilung wurde Jan Voigt von den 25 Anwesenden gewählt. Kassierer bleibt zudem Josef Holtrup, sein Stellvertreter ist Klaus Vobig.

Zudem wurde beschlossen, den Sozialfonds für finanziell schwächer gestellte Mitglieder aufzulösen und die Gelder zum gleichen Zweck seperat der Jugend und den Seniren zuzuführen.

Die Jugendabteilung stellt aktuell fünf Mannschaften in den unteren Jahrgängen und will in der kommenden Saison erstmals wieder eine D-Jugend melden.

Jugendleiter Daniel Geue erklärte zum Ende, dass die Jugendfußballer als Unterabteilung der Breitensportler weitgehend autark arbeiten wollen.

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