Deutsche U21-Vizemeisterin Josephine Wilms reitet für RV St. Georg

Josephine Wilms beim Speed-Derby in Herbern. - Fotos: Gudra

Werne - Seit vielen Jahren gehört Josephine Wilms aus Bergkamen-Overberge zu den größten Talenten unter den deutschen Buschreitern – und nun startet sie für den RV St. Georg Werne.

2010 gewinnt sie mit der Junioren-Equipe in Bad Segeberg Europameisterschafts-Gold, ein Jahr später folgt Silber im Vale Sambroso (Portugal). Aktuell ist die 21-Jährige mit ihrem Spitzenpferd Corvette Westfalenmeisterin und deutsche Vizemeisterin bei den Jungen Reitern.

Anfang Januar wechselt sie vom RV Lützow Selm-Bork-Olfen nach Werne und sitzt nun in der Nachfolge von Meike Moormann und Anna Richter als dritte mit EM-Gold dekorierte Reiterin für den Traditionsverein im Sattel.

Mit den drei Hallen und dem Gelände nebenan mit dem Wall oder dem Wasserhindernis verfüge der Reiterverein an der Südkirchener Straße über hervorragende Trainingsbedingungen, sagt Wilms, und: „Außerdem ist der Weg kürzer als nach Vinnum.“

Zeit ist ein wichtiger Faktor

Zeit ist ein wichtiger Faktor. Aktuell hat sie täglich vier Pferde in Arbeit und versucht dabei, dies mit ihrem Studium in der Fachrichtung Soziale Arbeit zu verbinden. Weil sie gerade das Praxissemester absolviert, sei alles ein bisschen stressig. „Aber ich habe ein, zwei Freundinnen, die mir helfen, wenn ich mal nicht kann. Das ist ganz praktisch“, sagt Wilms, die später gerne in der Sozialtherapie – Bereich Suchthilfe – arbeiten möchte.

Start bei den Vielseitigkeitstagen in Ehringhausen Anfang April

Neben ihrer 14-jährigen blutgeprägten Westfalenstute Corvette D, das absolute Top-Pferd im Stall, warten täglich der 7-jährige Schimmel Crawley (Cornoas x Beach Boy) und zwei 5-Jährige aus eigener Zucht auf die Trainingsarbeit. Mauna Kea und Mauna Loa – von Mighty Magic gezogen – sind nach hawaiianischen Vulkanen benannt. „Ich hoffe doch, dass bei ihnen auch ein bisschen Feuer drinsteckt“, sagt ihre Reiterin.

Zu sehen sind die beiden Nachwuchspferde bei den Ehringhauser Vielseitigkeitstagen in der Gelände-Eignung. Für einen Auftritt in der A-Vielseitigkeit ist ihre Reiterin zu gut. Bis einschließlich Leistungsklasse 3 sind die Teilnehmer zugelassen – Wilms, aktuell Nummer 500 in der Weltrangliste, hat Klasse zwei vorzuweisen.

Trotz DM-Silber kein Start bei der "Euro"

Das beste Ergebnis des vergangenen Jahres verbucht die Bergkamenerin mit Platz zwei in der Zweisterne-Vielseitigkeit in Kreuth, in deren Rahmen die Deutsche Meisterschaft ausgeritten wurde. Trotz DM-Silber gibt es kein Ticket für die Europameisterschaft in Polen. Eine Verletzung bei Corvette kostet eine mögliche EM-Medaille.

Dieses Pech hat Wilms auch 2012. Da verletzt sich ihre Stute beim Verladen und reißt sich im Knie eine Sehne an. Behutsam wird Corvette wieder an den Sport herangeführt. 2014 gelingt ihr das Comeback mit dem Gewinn der Westfalenmeisterschaft bei den Jungen Reitern.

Erste Saison bei den Senioren

Für die neue Saison – es ist die erste bei den Senioren – setzt die Reiterin sich nicht unter Druck. „Ich reite erstmal für mich. Die Deutsche ist eher etwas fürs nächste Jahr“, sagt Josephine Wilms, die sich in Handorf und Luhmühlen (CIC2*) auf ihre Premiere auf Dreisterne-Niveau vorbereitet. Die soll voraussichtlich in Schenefeld bei Hamburg folgen. Sorge, dieses Event nicht zu schaffen, hat die Bergkamenerin nicht: „Corvettes Stärke ist das Gelände. Sie hat immer eine super Einstellung, springt sehr konstant und fehlerfrei.“

Seine Stärken im Gelände hat auch Crawley. „Er ist sehr schnell und hat ebenfalls eine tolle Einstellung“, sagt Wilms und ist überzeugt davon, dass sie die Nachfolge im Stall geregelt hat und mit ihm irgendwann auch größere internationale Turniere erfolgreiche bestreiten kann.

Noch aber ist Corvette die Nummer eins. Sie wird gerade wieder richtig antrainiert. Spring- und Dressurturniere oder ein sogenanntes Indoor-Event hat sie nicht bestritten. Die reine Trainingsarbeit bestimmt den Winter.

Das Turnier in Werne ist der erste kleine Schritt nach draußen. „Das macht es auch mit den jungen Pferden einfacher“, sagt Wilms. Die Saison wird ohnehin noch schwer genug.

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