Covid-19 gefährdet Lenklar 20 - Absage wohl unausweichlich

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Volle Ränge wird es in Lenklar in diesem Jahr wohl nicht geben.

Werne – Covid-19 gefährdet Lenklar 20: Die 40. Auflage der Reitertage steht wegen der Corona-Krise vor der Absage. „Die Veranstaltung ist mehr als gefährdet“, bestätigt Rainer Evelt aus der Turnierleitung am Mittwoch auf Anfrage des Westfälischen Anzeigers.

 Geplant war, dass auf der Anlage der Familie Gripshöver vom 9. bis zum 19. April geritten wird. Bereits abgesagt ist die beliebte Lenklarer Disconacht, die am Samstag, 28. März, in der Reithalle stattfinden sollte. Dafür wurde in weiser Voraussicht erst gar kein Vorverkauf gestartet. Die beiden Geländetage des RV St. Georg Werne Anfang April hingegen könnten durchaus stattfinden. 

Nach dem unbefristet gültigen Erlass des NRW-Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales zur Durchführung von Großveranstaltungen vom Dienstag, mit dem lokale Behörden aufgefordert werden, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern grundsätzlich abzusagen, wird in Lenklar fieberhaft nach einer Lösung gesucht – mit immer dem selben Ergebnis: „So wie das aussieht, müssen wir wohl schweren Herzens absagen“, sagt Hausherr Ludger Gripshöver unabhängig davon, welche Nachrichten Bürgermeister Lothar Christ als Krisenentscheider für das Orga-Team noch hat. 

Denn das Turnier hat sich zu einer der größten Sportveranstaltungen in der Region entwickelt und wird jedes Jahr von vielen zehntausend Pferdesportfreunden besucht. Wenn am finalen Sonntag das beliebte Jump & Drive als Showwettbewerb und der Große Preis als sportlicher Höhepunkt ausgetragen werden, bevölkern über den Tag verteilt bis zu 10 000 Menschen die Anlage. Im vergangenen Jahr gingen in Lenklar gut 2 000 Reiterinnen und Reiter an den Start, mehr als 4 200 Nennungen wurden registriert – Zahlen, mit denen nach aktuellen Nennungszahlen (Meldeschluss ist am 17. März) auch in diesem Jahr zu rechnen ist. 

„Wir stehen zwar mit dem Verband in ständigem Kontakt, und der will uns mit seinen zur Verfügung stehenden Mitteln helfen“, sagt Rainer Evelt, aber auch: „Ich kann mir im Moment nichts anderes vorstellen als eine Absage.“ Auch, weil für die Organisatoren ein hohes finanzielles Risiko besteht, wenn sie auf Zeit spielen und darauf bauen, dass sich die Lage in den kommenden vier Wochen soweit entspannt, dass die Veranstaltung durchgeführt werden kann.

 Bevor das erste Pferd in den Parcours einreitet, sind die Veranstalter bereits mit einer mittleren 5-stelligen Summe in Vorleistung getreten, um die gesamte Infrastruktur aufzubauen, die für ein 11- oder 12-tägiges Event in dieser Größenordnung notwendig ist (Zelte, Tribünen, Videowand, Zeitmessung et cetera). Die wären bei einer kurzfristigen Absage komplett – bei Einstufung als „höhere Gewalt“ zu einem Teil – buchstäblich in den Sand gesetzt. 

Eine Art Geisterturnier, wie es an diesem Wochenende in der Dortmunder Westfalenhalle mit dem internationalen Signal Iduna Cup tatsächlich vor leeren Rängen stattfinden wird, ist für Lenklar undenkbar. Am Martinsweg lebt das Turnier auch von den Umsätzen durch die vielen Besucher, die traditionell freien Eintritt haben. „Außerdem müssten wir dann etliche Meter Bauzaun errichten, um das Gelände abzuriegeln – und diesen auch bewachen, weil die Leute trotzdem gucken wollen“, darf beim Turnierleiter auch der Galgenhumor nicht fehlen.

 Anders sieht das im Moment bei den Geländetagen des RV St. Georg Werne aus, die am 4. und 5. April auf der Vereinsanlage in Ehringhausen stattfinden sollen. „Ich gehe mal davon aus, dass das bei uns laufen wird“, sagt Heinrich Schwert, der gestern erfreuliche Nennungszahlen präsentierte. „Das ist je mehr was für Spezialisten und so viele Zuschauer haben wir dann auch nicht, dass wir auf tausend Personen kommen. Außerdem ist das draußen und es verteilt sich auf der großen Anlage ja auch“, sagt Schwert, der in dieser Woche noch ein Gespräch mit Vertretern des Provinzialverbandes haben wird.

 „Nachdem wir unser Konzept geändert und nur noch Geländewettbewerbe angeboten haben, dachten wir, dass es ruhiger wird. Aber das Gegenteil ist der Fall“, sagt Schwert. Nach dem Nennungsschluss am Dienstag steht fest: Für Samstag sind 210 Pferde gemeldet – 30 für den Geländereiterwettbewerb, 70 für die Prüfung auf E- und 110 auf A-Niveau. „Da haben wir für den Samstag alleine schon gut zwölf Stunden Reitzeit – und da darf nicht viel schief gehen“, sagt Heinrich Schwert. Auch für den Turniersonntag sind die Teilnehmerzahlen gestiegen.

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