Doppel-Gold für Christine Kuhirt

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Christine Kuhirt (rechts) bekam im Rahmen der Westfalenmeisterschaft zusammen mit Gianna Meier und Jannis Drewell das Goldene Voltigierabzeichen überreicht.

Werne -  Hohe Auszeichnung für die in Werne wohnende Voltigiererin Christine Kuhirt. Zusammen mit Jannis Drewell (Steinhagen) und der Lünerin Gianna Meier erhielt die 26-Jährige im Rahmen der westfälischen Meisterschaften in Herford das Goldene Voltigier-Abzeichen überreicht.

Die Ehrung nahm ihr langjähriger Landestrainer, Dr. Christian Peiler, vor. Um das Abzeichen zu erhalten, sind zehn Platzierungen in der Klasse S mit einer Wertnote von über 8,0 notwendig.

Kuhirt hatte in diesem Jahr mit dem dritten Platz im Weltcup von Leipzig, mit dem Sieg im Nationenpreis von Verden sowie mit der Nominierung für die Europameisterschaft (19. bis 23. August in Aachen) auf sich aufmerksam gemacht. Ihre größten Erfolge, darunter den DM-Titel 2012, errang sie zusammen mit Trainer und Longenführer Stefan Lotzmann und dem Pferd Fuzzy.

Christine Kuhirt, die für den RFZV St. Hubertus Herne-Bochum-Gerthe startet, stellte ihre Klasse auch bei den Meisterschaften in Herford unter Beweis. Sie verteidigte im Frauen-Einzel den Titel an der Longe von Stefan Lotzmann eindrucksvoll mit der Endnote 7,717.

Internationaler Start in Ermelo

Dabei hatte sie mit Greta nur ein Ersatzpferd zur Verfügung. Wegen eines Falles von Pferdeherpes im Kreis Herford hatte das Deutsche Olympiade-Komitee für Reiterei entschieden, kein EM-Pferd an den Start zu bringen. So blieb Fuzzy im Stall des Zentrums für Therapeutisches Reiten der AWO in Lünen. „Bei nur zweimal Training mit dem Ersatzpferd freut man sich über das Ergebnis, auch wenn alles nicht ganz so optimal war“, meinte Kuhirt.

Hinter der Weltranglisten-Neunten platzierte sich – ebenfalls im Team mit Stefan Lotzmann – Gianna Meier aus Lünen auf dem zweiten Platz.

Im Gegensatz zu ihrer Freundin Christine Kuhirt kennt sich Meier mit Europameisterschaften ganz gut aus. Viermal war sie dabei, einmal wurde sie Sechste und dreimal Vierte. „Voltigiert habe ich, so lange ich denken kann. Ein Leben ohne kann ich mir gar nicht vorstellen“, sagt die 19-jährige Studentin (Grundschullehramt). Sie war bereits Deutsche Meisterin im Einzelvoltigieren, mehrfach Westfalenmeisterin.

Für Christine Kuhirt steht nun vom 4. bis zum 8. August noch ein internationaler Ersatzpferdestart an; dies im Rahmenprogramm der Junioren-Weltmeisterschaft im niederländischen Ermelo. Hier turnt sie auf Sir Bernhard RS v. d. Wintermühle, einem schon bei Weltmeisterschaften eingesetzten Schimmel ihres ehemaligen Kölner Trainers Kai Vorwerk. Erst danach kann sie sich voll auf die Europameisterschaften in der Aachener Soers konzentrieren. „Endlich“, wie sie sagt.

Die EM wird für Kristine Kuhirt noch nicht der Abschluss der Saison und damit der erfolgreichen Karriere sein. Vom 27. bis zum 30. August findet noch die DM in Alsfeld statt. „Quasi in meinem Wohnzimmer, dort bin ich 2012 Deutsche Meisterin geworden“, sagt Kuhirt. Von ihrem Entschluss, sich danach aus dem stark leistungsorientierten Sport zurückzuziehen, wird sie sich nicht abbringen lassen. Voltigieren wird sie weiter aus Spaß und Freude, „dies aber nicht mehr mit der großen Einzelbelastung.“

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