C-Ligist SV Stockum II hält Trainingslager in Marokko ab

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Vom Sportzentrum Stockum im Schatten des Gersteinwerkes in die marokkanische Sonne: Der SV Stockum mit seinem Trainer Zakaria Slimani (links) und Geschäftsführer Yassine Najih (2. von rechts).

Stockum - Trainingslager im Winter sind beliebt bei vielen Fußball-Bundesligisten und bei weiteren Profi-Vereinen. So kam Spitzenreiter Borussia Dortmund und auch Fortuna Düsseldorf am vergangenen Wochenende gerade aus dem andalusischen Marbella zurück, dort holte sich zudem bis heute der Drittligist Karlsruher SC mit seinem aus Werne stammenden Profi Marvin Pourie den Feinschliff für die Mission Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga.

Dass Amateur-Fußballer im Winter den Weg in die Sonne suchen, ist eher ungewöhnlich. Doch genau das macht ab Donnerstag der SV Stockum, der in der Kreisliga C1 (Unna/Hamm) in der zweittiefsten Amateurliga kickt. Mit 18 Personen, neben den Spielern und Betreuern ist auch Trainer Zakaria Slimani dabei, geht es von Donnerstag bis Sonntag für vier Tage nach Marokko – inklusive Testspiel. 

Wie kam es zu dieser Idee? Als sich das Team im Sommer 2017 für den Spielbetrieb beim SV Stockum in der Kreisliga D anmeldete, erfolgte ein Trainingslager in Lüdenscheid, damit sich die Spieler besser kennen lernen. Das sollte wiederholt werden, klappte vor der aktuellen Saison im Sommer aus verschiedensten Gründen aber nicht. 

Als im Oktober vergangenen Jahres die Idee aufkam, ein Winter-Trainingslager abzuhalten, war ein Großteil der Mannschaft davon sofort begeistert. Zur Auswahl standen neben Marokko auch Alicante in Spanien. „Die Mehrheit hat sich für Marokko entschieden. Da haben wir auch ein besseres Netzwerk“, sagt Slimani. 

"Es ist ein kleines Abenteuer für uns"

Denn das Team hatte alles vom Flug, Transfer, Unterkunft und Trainingsmöglichkeiten selber organisiert. Und da war es hilfreich, dass Slimanis Schwiegervater Hamid Boutahri in Rabat lebt und dort bei der Planung wesentlich mithalf. „Es ist trotzdem ein kleines Abenteuer für uns. Wichtig ist aber, dass wir Spaß haben“, sagt der 36-jährige Trainer. 

Die sportliche Reisegruppe fliegt etwa dreieinhalb Stunden lang vom Flughafen Weeze am Niederrhein aus nach Fès, um von dort für einen Tag und die erste Nacht im benachbarten Meknès im Norden Marokkos Station zu machen. Von dort aus geht es dann weiter in die Hauptstadt Rabat. Stadtbesichtigung und Hamam-Besuch In Meknès übernachtet das Team in Riads, so genannten Altstadt-Häusern, die zum Teil zu Hotels umgebaut wurden. 

Testspiel gegen ein Team des Erstligisten AS Sané

Am Freitagmorgen geht es in die Hauptstadt Rabat weiter, dort bezieht das Team dann Apartments. In Rabat gibt es am Freitag die erste Trainingseinheit um ab 16 Uhr trifft der SV Stockum II zu einem Freundschaftsspiel auf den AS Salé, einem Erstligisten aus der Nachbarschaft in der Hauptstadtregion Rabat. „Ich weiß aber nicht, gegen welche Mannschaft aus dem Verein wir spielen werden“, sagt Slimani. 

Am Samstagmorgen steht eine weitere Trainingseinheit an, danach wird gemeinsam Rabat mit seinen Sehenswürdigkeiten erkundet. Am Abend geht es gemeinsam zur Regeneration in einen Hammam, einem traditionellen Dampfbad, bevor am Sonntag die Rückreise ansteht. Zu Slimanis „Multi-Kulti-Team“ gehören vier bis Marokkaner, vier bis fünf Türken und auch u.a. Miles Gottschlich als früherer Spieler der eigenen „Ersten“ oder auch Sommer-Neuzugang Christian Wagner. Mit den Brüdern Hamza und Enes Tozlu sind sogar Spieler dabei, die sich noch Ende Dezember mit sieben weiteren Spielern aus der „Ersten“ vom Verein abgemeldet haben. Dazu kommt SVS-Geschäftsführer Yassine Najih. „Vielleicht können wir Hamza ja zu einem Bleiben in Stockum übereden. Enes ist ja nach Paderborn gezogen und da wird es schwierig“, sagt Slimani. 

Die gemeinsame sportliche Reise sieht der Coach auch als Teambuilding an und erhofft sich davon auch den entscheidenden Rückenwind für die zweite Saisonhälfte. „Wir wollen den Aufstieg in die Kreisliga B schaffen. Aber wir werden auch die ‘Erste’ – wo es geht und nötig ist – unterstützen“, sagt Slimani.

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