Joe Breloh - ein "original Münsteraner Zocker"

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Im Vorjahr siegte der Herberner Joe Breloh (unten Dritter von links) mit dem SC Münster 08 II beim Davertpokal.

Herbern – Joe Breloh, Offensivkraft des Landesligisten SV Herbern, hat im Januar 2019 mit der verstärkten Reserve des SC Münster 08 den traditionsreichen Budenzauber in Ascheberg gewonnen und seinen heutigen Teamkollegen die Tour vermasselt.

Dass er sich (auch) unterm Dach so gut zurechtfindet, hat ebenfalls mit dem Ex-Club zu tun. Joe Breloh haben sie beim SV Herbern im Sommer natürlich in erster Linie verpflichtet, weil er ihnen in der Landesliga helfen soll. Dass der 21-Jährige darüber hinaus ganz passabel in der Halle kickt, ist indes mehr als ein netter Nebeneffekt. 

Man weiß ja um den Stellenwert des Davertpokals – gerade bei den Aktiven. Gut möglich, dass dem Feinfuß beim Versuch der Blau-Gelben, mit dann zehn Turniersiegen zu Rekordgewinner Davensberg aufzuschließen, eine Schlüsselfunktion zukommt. Breloh hat Anfang des Jahres mit „Nullacht“ den Pott gewonnen. 

Im Finale bezwang der SC 08 II mit 5:4 den SVH. Ausgerechnet. Das habe er seinen späteren Teamkollegen noch das eine oder andere Mal aufs Brot geschmiert, erinnert sich der Angreifer gerne zurück. Sie werden es ihm nachsehen, wenn er sich vom 3. bis zum 5. Januar (Freitag bis Sonntag) in Ascheberg abermals als Budenzauberer erweist. Bei den Kanalkickern hat der Hallenfußball einen extrem hohen Stellenwert. Bei den Stadtmeisterschaften vor bis zu 3500 Besuchern zu glänzen und die großen Preußen zu ärgern oder gar zu schlagen: Für einen „Nullachter“ gibt es kaum etwas Schöneres. 

Breloh, der mit den 08-Senioren zwei Mal am Berg Fidel triumphierte, „werden die ,Stadtis‘ bestimmt abgehen“, meint Herberns Trainer Holger Möllers. Gleichwohl betont sein Schützling, „dass ich auch vor zwölf Monaten in Ascheberg meinen Spaß hatte“. Die enge Halle an der Nordkirchener Straße, die Zuschauer, die noch näher dran am Geschehen sind als in Münster: „Das hat was.“ 

33.Davertpokal

Auch wenn alles eine Nummer kleiner sei als in der Domstadt. Nach kompliziertem Start beim neuen Klub – Breloh fehlte mehrere Wochen urlaubsbedingt – hat er sich längst akklimatisiert. Auch weil er laut Möllers „ein Riesentyp“ ist, der sich nicht zu schade gewesen sei, über die U23-Reserve Anschluss an die „Erste“ zu finden: „Joe ist ein original Münsteraner Zocker, der immer auf dem Platz stehen will – egal, in welcher Liga.“ Breloh, eigentlich ein Spielmacher alter Prägung (den es im SVH-System so nicht gibt), habe die etwas defensivere Rolle bei den Blau-Gelben längst angenommen, bekomme aber weiter seine Freiheiten, betont der Coach. 

Insofern „tut er uns gut, wir ihm aber auch, weil er sich hier entsprechend weiterentwickeln kann.“ Letztens in Deuten half Breloh zwischen den Pfosten aus, nachdem sich Sven Freitag verletzt hatte. Ob er also dafür prädestiniert sei, beim Davertpokal den Part des fliegenden Torhüters zu übernehmen? „Nee“, lacht der Mittelfeldstratege, „lieber lege ich den anderen vorn die Treffer auf.“ 

Ernst wird Breloh beim Thema Henri Exner. Der Ex-08-Teamkollege, im Januar als bester Keeper ausgezeichnet, verstarb Ende Juli im Alter von nur 20 Jahren nach schwerer Krankheit. Insofern sei das Turnier eine gute Gelegenheit, kurz innezuhalten und an diesen „tollen Menschen“ zu denken.

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