Laufkolumne von Anne-Kathrin Mertens

Ich betreibe jetzt einen Vereins-Triathlon

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Ich bin jetzt auch im Radfahr-Training unterwegs. Tja, ich muss leider sagen, es ist nicht ganz so meine Lieblingssportart. Aber ich bin nun mal bei den TV Werne Wasserfreunden im Triathlonverein dabei und so will ich auch mal das Radfahren trainieren.

Endlich können wir ja auch wieder zusammen schwimmen, laufen ist ja eh kein Problem, also muss ich mich mal auch auf’n Sattel schwingen – es nutzt ja nix. Damit ich auch mal weiter als nur 20 Kilometer zur Eisdiele nach Lüdinghausen fahre, hab ich mich zur Sicherheit mal dem SC Capelle angeschlossen. 

Gibt zwar auch einen Radsportverein in Werne, aber, dann müsste ich ja noch nach Werne zum „Treffpunkt“ radeln und mein Dorf muss ich ja auch mal unterstützen, wo ich schon fremd laufe. 

Also betreibe ich ab sofort auch einen Vereins-Triathlon: Laufen beim SV Herbern, Schwimmen beim TV Werne, Radfahren beim SC Capelle. So kann ich auch an drei Weihnachtsfeiern teilnehmen. Ist doch super. Nur mein Mann rollt mit den Augen, denn mit jedem Verein wächst die Trikotsammlung – und Klamotten hab ich ja eh genug, meint er zumindest. Aber er hat keine Ahnung. 

Also war ich letztens beim Rennrad-Training. Ich hab mal gehört, dass Rennradfahrer auch mal Pausen machen und ein Eis oder ein Stück Kuchen unterwegs essen, gegen den Hungerast. Also eigentlich DIE Sportart für mich. 

Aber denkste – wir fuhren schon ziemlich lange (für meine Vehältnisse) und in Ahlen kamen wir an einem tollen Café vorbei. Die Leute da saßen in der Sonne schön entspannt davor. Die Ampel zeigte uns rot und ich rief in die Truppe: „Hey, wie wäre es mit einer Pause?“ 

Ein lautes Lachen kam aus den Reihen: „Äh, nach 25 Kilometern? Nein, Änneken, da biste in der falsche Gruppe. Die Capuccinogruppe startet donnerstags.“ Na toll, dachte ich muckig, ich such mir auch immer die falschen Gruppen raus. Luisa war auch zum ersten Mal dabei. Super, dachte ich anfangs, dann bin ich nicht allein diejenige, auf die alle warten müssen.

 Leider hat sie mich am letzten Anstieg kurz vor Capelle auch abgezogen. Kein Wunder, denn ich hatte Hunger und konnte echt nicht mehr trampeln. Und sie? Jagt locker den Knapp hoch und meint: „Komm, Anne, ich will nach Hause....“ Ach das junge Volk. Hätt ich mal am Café angehalten, in Ruhe gegessen, dann hätt ich auch noch Kraft gehabt.

Die Autorin

Die gebürtige Wernerin Anne-Kathrin Mertens (38) schreibt an dieser Stelle in loser Folge über ihre Trainings- und Lauferlebnisse. Die dreifache Mutter von Frida, Fiete und Oskar wohnt mit Ehemann David in Capelle und läuft für den SV Herbern.

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