FLVW setzt Spielbetrieb weiter aus

Bergkamener Vereinsvertreter einverstanden mit Absetzung des Fußball-Spielbetriebs

Es gibt neue Fußball-Highlights in der Sportschau zu sehen.
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Es gibt neue Fußball-Highlights in der Sportschau zu sehen.

Bergkamen – Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) schickt seine Vereine vorzeitig in die Winterpause. Nach der Absetzung des Spielbetriebs für den November rollt der Ball auch im Dezember nicht mehr. Das hat der Verbands-Fußball-Ausschuss (VFA) am Dienstagabend in einer Videokonferenz mit Vertretern des Verbands-Jugend-Ausschusses (VJA) und den Vorsitzenden der 29 Fußballkreise beschlossen. Die Vereinbarung gilt für alle Amateur- und Jugendklassen sowie Freundschaftsspiele.

„Eine vernünftige Entscheidung, es gibt Wichtigeres als den Fußball“, sagt Michael Puszcz, Vorsitzender des A-Kreisligisten FC Overberge. Er hatte mit einer solchen Entscheidung gerechnet. „Auch für uns kam das nicht unerwartet. Bei den Zahlen aktuell kannst du nichts dagegen tun“, sagt Birol Dereli, Trainer des SuS Oberaden, der mit seinem Team im kommenden Sommer den Aufstieg in die Bezirksliga schaffen will – im Jahr des 100-jährigen Bestehens.

„Wir sind punktgleich mit dem Kamener SC an der Spitze. Wenn wir nur eine einfache Runde spielen würden, müssten wir eben alles gewinnen. Aber das ist jetzt unwichtig. Ich mache mir mehr Sorgen um die Situation, in der wir jetzt stecken. Wir müssen gut aus der Pandemie kommen“, sagt der Oberadener Trainer.

Verkürzte Winterpause denkbar

Wann die Saison fortgesetzt wird, hängt maßgeblich vom weiteren Infektionsgeschehen und den politischen Entscheidungen ab. Manfred Schnieders, Vizepräsident Amateurfußball im westfälischen Verband: „Denkbar ist eine verkürzte Winterpause und ein früherer Re-Start im Januar.“ Das sieht Michael Puszcz aber nicht so: „Nicht nur wegen Corona, sondern auch wegen der Witterung. Ich kann mir das nicht vorstellen.“

Um die Saison 20/21 noch wertbar zu machen, soll seiner Meinung nach eine einfache Runde ausgetragen werden. Puszcz: „Es ist doch nichts Reelles, nachher anderthalb Runden zu spielen und dann die Aufsteiger mit irgendeinem Quotienten zu ermitteln.“

Michael Puszcz

„Irgendwann wird der Ball wieder rollen. Aber im Verband wissen die doch selber noch nicht, wie es weitergehen soll“, sagt Birol Dereli – und wird durch die Mitteilung des FLVW bestätigt: „Der Verbandsfußballausschuss und die Verantwortlichen im Jugendbereich beschäftigen sich bereits mit Anpassungen des Rahmenterminkalenders“, heißt es darin.

Zweiwöchige Vorbereitungszeit

Unverändert gilt, dass man den Vereinen eine mindestens zweiwöchige Vorbereitungszeit einräumen wird. Abzuwarten bleibt, welche Regelungen für Vereinswechsel im Winter getroffen werden. Problem: Spieler, die durch die Corona-Zwangspause länger nicht gespielt haben, könnten ablösefrei wechseln.

Beim SuS Rünthe 08 rollt derzeit zwar der Ball nicht, doch von Ruhe kann im Vorstand keine Rede sein. „Wir befinden uns im Moment sowieso in einem Umstrukturierungsprozess, außerdem werden wir weiter mit Spielern und Trainern sprechen und machen uns Gedanken für die Zeit nach Corona“, sagt Dietmar Wurst.

„Sport ist notwendig“

Der 1. Vorsitzende der Null-achter kann sich gut vorstellen, dass ab Januar Fußball wieder möglich sein wird: „Bis dahin werden die Einschränkungen Wirkung zeigen und die Zahlen so sein, dass das zumindest eingeschränkt möglich ist. Sport ist notwendig und sinnvoll, gerade für Kinder und Jugendliche.“

Wurst geht auch davon aus, dass bis zum Sommer das sportliche und gesellschaftliche Leben wieder problemloser verlaufen wird. „Deshalb ist unsere Dorfmeisterschaft weiter in Planung.“

FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski begrüßt die gemeinsam getroffene Entscheidung: „Es ist dringend geboten, einerseits den Vereinen Planungssicherheit zu geben und andererseits der Gesellschaft zu signalisieren, dass wir den Vorgaben der Politik unbedingt folgen werden und nicht ständig um privilegierte Regelungen für den Fußball nachsuchen.“

Birol Dereli

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