Der Schatten von Luhmühlen...

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Laura Resing von der führenden Lüdinghauser Mannschaft beim Geländeritt.

ASCHEBERG - Ohne Titelverteidiger RV Lützow Selm-Bork-Olfen starteten die Standartenwettbewerbe im Rahmen der Meisterschaften der Kreisverbände Coesfeld und Lüdinghausen.

Immer präsent: Der Schatten von Luhmühlen. Die Vinnumer hatten schon im Vorfeld ihre Teilnahme wegen des Todessturzes von Benjamin Winter bei jenem Viersterne-Event abgesagt. Der Dortmunder war als Nachwuchsreiter lange für Lützow gestartet.

So blieben bei dem Wettbewerb rund um den Hof Vornholt in Hambrok 30 Paare übrig – und ansonsten viel Nervosität. Dass ja nichts passieren möge...

Auf das schlechte Wetter der letzten Tage hatten die Parcoursbauer reagiert – mit der Kürzung der Wegstrecke von 2 500 auf 1 858 Meter. Das letzte Drittel, das durch ein Waldstück führt, wurde gesperrt. „Durch den Regen der vergangenen Woche ist der Boden nicht optimal. Wir gehen kein Risiko ein“, sagt Stefan Schwert aus Werne, der verantwortlich zeichnete.

Keine Verantwortung trug er allerdings dafür, dass es auf dem schwer zu überblickenden Gelände zu einigen brenzligen Situationen kam. Darunter zu leiden hatten vor allem die Werner.

Zunächst erwischte es Sylvia Vorwick. Als sie mit Captain Forever den zweiten Sprung anritt, traten von die Seite Zuschauer auf die Bahn. Vorwicks Pferd erschrak, sprang zur Seite und warf seine Reiterin ab. „Der mag keine Zuschauer“, nahm die Reiterin ihre Disqualifikation später mit Galgenhumor hin.

Völlig fertig war hingegen Laura-Marie Hirsch. „Ich hab’ mich sooooo erschrocken...“, meinte sie nach ihrem Ritt – und brachte danach erst einmal gar nichts mehr aus sich heraus. Fast hätte sie am dritten Hindernis ein kleines Kind über den Haufen geritten, das plötzlich vor ihr auf der Bahn stand – und das offenbar auch dem Hindernisrichter nicht aufgefallen war. „Das war riesen Glück“, meinte sie später – und die 20 Minuspunkte für eine Verweigerung das kleinere Übel.

Die allgemeine Nervosität übertrug sich auch auf den Wettbewerb. Von den ersten fünf Startern kam einzig Jennifer Häring mit Feine Dame ins Ziel – nach zwei Verweigerungen.

Erst mit dem 17. Ritt brach Dorothe Kock aus Lüdinghausen mit Lord Castaldo den Bann und blieb fehlerfrei unter der aufgerufenen Bestzeit von 3:43 Minuten. Gleich darauf war auch Anna Richter vom RV St. Georg Werne innerhalb der Bestzeit geblieben (3:34). Und am Ende schaffte es insgesamt knapp ein halbes Dutzend.

Anke Heyer sorgte als letzte Starterin für ein versöhnliches Ende aus Werner Sicht. Mit ihren „Kindergarten-Pferd“, dem erst 6-jährigen Mc Lain, absolvierte sie den Parcours fehlerfrei und erreichte nur 14 Sekunden über der Bestzeit die Lichtschranke am Ziel.

Der inoffizielle Sieger dürfte der Ascheberger Martin Fallenberg sein, der fast eine Punktlandung hinlegte und die 3:43 um eine Sekunde unterboten hat. Die genauen Auswertungen und Platzierungen lagen noch nicht vor, der Sieger wird am Sonntag geehrt.

Bei den Mannschaften liegt das Ergebnis vor: Es führt Lüdinghausen vor Nottuln I, Ascheberg II und Coesfeld-Lette. Werne II belegt Rang fünf, Werne I den neunten Platz. Insgesamt nehmen lediglich sieben Mannschaften aus beiden Kreisverbänden an diesen Titelkämpfen teil. Weiter geht es im Standartenwettkampf am Samstag mit der Dressur sowie am Sonntag mit dem Springen.

Den kompletten Zeitplan und aktuelle Ergebnisse gibt es im Internet unter www.turniere-neu-sue.de

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