TV-Gegner im Topspiel: SV Hagen-Haspe setzt auf die Jugend

Im Hinspiel verlor der TV Werne mit 77:90.

WERNE - Wenn am kommenden Samstag ab 18.30 Uhr in der 2. Regionalliga der Spitzenreiter SV Hagen-Haspe den punktgleichen Verfolger TV Werne empfängt, dann geht nicht mehr Spitzenspiel.

Beide Vereine traten in der vergangenen Spielzeit noch gemeinsam in der 1. Regionalliga an. Doch während Werne sportlich den Klassenerhalt nicht schaffte, entschied sich der SV Hagen-Haspe nach Abschluss der Saison zum freiwilligen Rückzug aus dem Westfalen-Oberhaus.

Es war eine Entscheidung pro Jugend. Zum einen sollten die vorhandenen finanziellen Ressourcen in die Nachwuchsarbeit und nicht in ausländische Leistungsträger der Herrenmannschaft gesteckt werden, zum anderen sollten die talentierten Eigengewächse eine wirkliche Spiel- und Entfaltungsmöglichkeit erhalten.

Mit einem Startplatz in der 2. Regionalliga sah sich Haspe in Sachen Integration von Talenten und Perspektivspielern besser aufgestellt. Zugleich gab es eine Änderung auf der Trainerposition: SVH-Urgestein Martin Wasielewski übernahm das Team von Trainer Marsha Owusu Gyamfi und wurde genau wie sein Bruder Michael, der als erfahrener Spieler weiterhin im Team Verantwortung übernimmt, zudem noch mehr in die Nachwuchsarbeit eingebunden.

Entscheidungen, die sich überraschend schnell auszahlten. Denn mit dem derzeitigen sportlichen Erfolg – rechneten die SV-Verantwortlichen nicht wirklich. Das Wasielewski-Team behauptet punktgleich mit Werne die Tabellenspitze. Es gab erst eine Niederlage, und die direkt am ersten Spieltag ausgerechnet gegen den Lokalrivalen TSV Hagen. Was dann folgte, „ist schon fast ein bisschen unglaublich“, berichtet Klubchef Karl-Heinz Langer.

Haspe gelangen zwölf Siege in Folge, darunter auch der 90:77-Erfolg am 3. Spieltag in Werne. „Die Stimmung ist natürlich riesig hier und wir genießen die Situation.“ Und dabei blickt der Vorsitzende nicht nur auf die Tabelle. „Insgesamt ist es toll zu sehen, wie sich die Jugendspieler integrieren und welche Vereins-Identifikation wir dadurch erzielen“, sieht sich Langer in dem eingeschlagenen Weg bestätigt, denn auch beim Unterbau tut sich was. Die Zusammenarbeit mit Phoenix Hagen funktioniert und die zweite Mannschaft, die einen gesicherten Mittelfeldplatz in der Landesliga behauptet, ist im Prinzip eine reine Nachwuchs-Mannschaft. „Da kommen in den nächsten Jahren noch einige Talente hoch, die das Zeug für die erste Mannschaft haben“, ist sich Langer sicher.

Das Regionalliga-Team ist aber natürlich das Aushängeschild und ganz Haspe hofft, dass das Wasieleski-Team weiter der Erfolgswelle reitet. „Die Mannschaft ist inzwischen sehr gefestigt und selbstbewusst. Wir wissen aber auch, dass es noch ein langer Weg ist“, bleibt Langer aber seiner Linie treu: Erfolgsdruck wird nicht aufgebaut. „Es gab und gibt keine Zielvorgabe. Natürlich würden wir gerne Meister, wenn die Chance da ist. Aber ein Muss ist das bei uns ganz sicherlich nicht.“ Und darum machte sich beim SV Haspe auch noch niemand Gedanken über die Folgen eines möglichen Titels. „Da gibt es von uns zur Zeit keine Aussage zu“, lässt sich Langer nicht auf Gedankenspiele zu einer Rückkehr ins WBV-Oberhaus ein. „Wir spielen jetzt erst mal die Saison. Und wenn wir am Ende oben stehen, dann machen wir uns auch Gedanken darüber und entscheiden was das Beste für den Verein ist. Vorher nicht.“

Wenn es am Samstag zum ultimativen Spitzenduell kommt, dann bringen die Gäste eine offene Rechnung mit. Doch bei aller sportlichen Brisanz bleibt Langer standhaft und nicht zu euphorisch: „Wir wollen das alles noch ein wenig weiter genießen. Für unser junges Team ist jedes Spiel eine Herausforderung, aber mit ihrem Einsatzwillen machen die Jungs uns auch sehr viel Freude. Die Fans können sicher sein, dass ihnen etwas geboten wird“, rührt der stolze Vereinschef kräftig die Werbetrommel für das Top-Duell. - wbv

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