TV Werne hat die Reifeprüfung bestanden

U18-Nachwuchsspieler Jorgo Tilkiaridis (l.) – hier im letzten Heimspiel gegen die Ruhrbaskets Witten – hat einen großen Entwicklungsschritt gemacht. - Foto: Eickmann

WERNE - „Wenn man bedenkt, wie wir vor einem Jahr aufgestellt waren, dann haben wir uns wieder gut positioniert.“ Jens König, nun Ex-Trainer der Basketballer des TV Werne, zieht eine positive Saisonbilanz.

Der Westfalenmeister der Saison 2012/2013 hat den totalen Neuaufbau – einschließlich des Verzichts auf den Aufstieg in die NRW-Liga und der freiwilligen Rückstufung in die Oberliga – gut verkraftet.

Elf Siege, elf Niederlagen – die Bilanz kann sich sehen lassen. Wichtiger aber ist König eine andere Entwicklung: „Wir sind als Team zusammengewachsen; außerdem haben sich etliche Spieler persönlich weiter entwickelt und sind zu echten Leistungsträgern geworden.“

Festzumachen ist dies auch am letzten Saisonspiel, das am Samstag überraschend deutlich mit 73:55 bei den Baskets Boele-Kabel gewonnen worden ist. Sebastian Voigt zum Beispiel führte das Team als Spielmacher und erzielte 17 Punkte. Er war erst kurz zuvor gemeinsam mit Nico Hegemann und Jorgo Tilikaridis „eingeflogen“ worden, nachdem das Trio bereits am Nachmittag mit den U18-Junioren in der Regionalliga beim TV Brakel gewonnen hatte (76:64).

Wie sieht die Liga in der neuen Saison aus?

Dass die Werner bis zur letzten Sekunde dieser Saison mit Biss spielen würden, daran haben nicht alle in der Liga geglaubt. Nicht wenige waren der Überzeugung, dass der TVW nach dem frühzeitigen Ligaerhalt und der vorzeitigen Rückkehr von Troy Baugh in die USA stark abbauen würde.

Doch mit den Siegen in den letzten Saisonspielen gegen alle Abstiegskandidaten verstummten auch alle Zweifler. „Wir haben immer gesagt: wir wollen das sportlich lösen“, sagt Jens König, der allerdings nicht ganz unglücklich darüber war, dem TV Unna mit dem Sieg in Boele-Kabel unter die Arme gegriffen zu haben. „Wir freuen uns, dass wir den Kollegen aus der Kreisstadt helfen konnten und wir in der nächsten Saison ein Derby haben“, sagt König, aber betont noch einmal: „Wir haben dabei immer nur auf uns geschaut.“

Am Samstag haben die Werner mit einer Nachfeier zur vorgezogenen Saisonabschlussfeier die spielfreie Zeit eingeläutet.

Und die bringt wie immer viele Fragezeichen mit sich. Vor allem beim Thema Trainer. Hier wird beim TV Werne die Nachfolge von Jens König aber recht früh geklärt sein.

Länger dauert es, bis die Gegner für die Saison 2014/2015 feststehen werden. Fest steht: RE Schwelm steigt in die 2. Regionalliga auf, die Ruhrbaskets Witten und Boele-Kabel sind zunächst einmal Absteiger.

Wer füllt die Lücken? Der TSV Hagen hatte in der 2. Regionalliga (2) zurückgezogen und stand früh als Absteiger fest. Ob der Klub tatsächlich auch in der Oberliga antreten wird, oder noch tiefer neu beginnt, ist offen. Das könnte sogar der Rettungsanker für die Baskets Boele-Kabel sein.

Als Aufsteiger kommen aktuell der TVE Barop und der VfK Hagen in Betracht. Die Dortmunder Vorstädter aber auch nur als Vizemeister, weil der neue Titelträger der Landesliga (5), AstroStars Bochum IV, nicht aufsteigen darf. Denn die Bochumer sind bereits mit ihrer Reserve in der Oberliga (3) vertreten.

Aufstiegsberechtigt ist auch der Meister der Landesliga (6), VfK Hagen. Doch die Dino-Truppe um Ex-Nationalspieler Arnd Neuhaus oder Oliver Herkelmann, Geschäftsführer des BBL-Clubs Phönix Hagen, verzichteten bereits als Meister der Saison 2012/2013 und werden dies – Stand heute – auch dieses Mal tun. Zu viele Spieler dieses Teams wären an den Oberliga-Spieltagen für höherklassige Hagener Klubs in anderen Funktionen tätig. Nutznießer wäre der Vizmeister der Landesliga (6), BG Harkortsee, ein Zusammenschluss aus TSV Vorhalle und TGH Wetter.

Die mögliche Zusammensetzung der Oberliga (3) für die Saison 2014/2015: TSV Hagen oder Boele-Kabel, TV Gerthe, VfL AstroStars Bochum II, SVD Dortmund II, BG Soest, TV Witten, SSV Hamm, TV Werne, ASC 09 Dortmund, TV Unna, TVE Barop, BG Harkortsee. - gu

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