LippeBaskets bieten Hagen großen Kampf

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Sebastian Voigt nimmt es mit dem kanadischen Spielmacher der Hagener, Jordan Rose, ebenso auf wie in dieser Szene mit den beiden Langen, Max Dittmann (6) und Oliver Kreiter (69).

WERNE - Die LippeBaskets verlieren das Spitzenspiel der Oberliga gegen Tabellenführer TSV Hagen mit 76:79 (20:20, 27:17, 19:21, 10:21), gewinnen aber Freunde hinzu. Gut 300 Zuschauer in der Ballspielhalle freuen sich über die packende Partie auf einem Niveau, das auch eine Liga höher nicht selbstverständlich ist. Die Entscheidung fällt erst eine Sekunde vor Einsetzen der Schlusssirene.

„Dieses Spiel hat gezeigt: Erfahrung ist unbezahlbar“, meint TSV-Trainer Martin Miethling, der die Ballspielhalle als Aktiver aus diversen Regionalliga-Duellen des SV Hagen-Haspe mit dem alten TV 03 kennt: „Das waren damals schon immer hitzige Spiele“, sagt er.

Und ein solches entwickelt sich auch am Samstag. Die junge Werner Truppe geht gegen die erfahrenen Gäste gleich mit großem Elan ans Werk – und in Führung. Angetrieben von den überragenden Frederic Meinert und Justus Cramer – er erzielt alleine in der ersten Halbzeit 22 Punkte – setzt sich der Tabellendritte zwischendurch immer wieder etwas ab, wird aber zunächst aber auch immer wieder eingebremst. So mit Einsetzen der Sirene am Ende des ersten Viertels, als Christian Seybold mit einem Verzweiflungswurf aus gut zehn Metern einen „Buzzerbeater“ setzt und für Hagen zum 20:20 ausgleicht.

Aber nach knapp sieben Minuten im zweiten Viertel gehen die Werner erstmals mit zehn Punkten in Führung, als Meinert den Ball zu einem seiner insgesamt fünf Dreier versenkt. Zehn Punkte, das ist auch der Vorsprung zur Halbzeitpause (47:37).

Auch im dritten Viertel hält die Werner Führung, schrumpft aber zwischenzeitlich gefährlich zusammen. Aber noch ist Frederic Meinert da, der das vierte Foul des Hagener Spielmachers Jordan Rose forciert und mit einem Dreier für die 66:58-Führung vor dem Schlussviertel sorgt.

Pavleski macht’s wieder spannend

Doch die jungen Werner können das hohe Niveau nicht mehr ganz halten, werden nervös und hektisch in ihren Aktionen. Die routinierten Gäste werden hingegen immer sicherer, bekommen die Werner Top-Schützen immer besser in den Griff und beherrschen dank Max Dittmann und Oliver Kreiter auch das Geschehen direkt unter dem Korb.

Es wird spannend. Die Hagener gehen fünf Minuten vor dem Ende durch zwei Freiwürfe von Jordan Rose mit 70:68 in Führung – zum ersten Mal überhaupt in dieser Begegnung. Die Hagener halten die Führung, auch wenn sie hart darum kämpfen müssen: Jordan Rose und Christian Seybold kassieren das jeweils fünfte Foul, sind in den letzten 70 Sekunden nicht mehr dabei – eine Schwächung. Dennoch hält die Fünf-Punkte-Führung bis 12,3 Sekunden vor dem Ende, als Stefan Pavleski mit einem Blitz-Dreier auf 76:78 verkürzt.

Es folgt ein schnelles taktisches Foul des Schützen an Dittmann, der auf der Gegenseite beide Freiwürfe nicht nutzt. Statt dessen holt Cramer den Rebound und Werne hat acht Sekunden für den letzten Versuch. Doch Justus Altmeyer trifft bei seinem Dreier-Versuch nur den Ring. Kreiter gewinnt für Hagen den Rebound, wird gefoult. Gerade 0,9 Sekunden stehen da noch auf der Uhr – das war’s.

Cramer: „Das ist einfach nur sch....“

Die Enttäuschung bei den LippeBaskets ist riesig. „Ich weiß nicht, warum wir zweite Halbzeit immer so nervös werden“, meint Robin Brachhaus. Und für Cajus Cramer war’s ganz bitter: „Das ist einfach nur scheiße. Wenn du gegen den Spitzenreiter mit 30 verlierst, dann ist das okay, dann ist der besser. Aber so? Wir hatten es in der Hand zu gewinnen.“

TV Werne: Westrup, Altmeyer, Cramer (29/4 Dreier), Tübel (6), König (3/1), Meinert (23/5), Brachhaus (2), Weidlich, Brüggemann, Keilinghaus, Voigt (6), Pavleski (7) - gu

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