Bergkamener Eishockey-Frauen hoffen auf zwei Kanadierinnen:

Für die Bärinnen soll es in der Bundesliga 20/21 wieder aufwärts gehen

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Kai Bürger betreut die Bärinnen in der kommenden Saison nicht mehr.

Bergkamen - Nach vielen Jahren in den Top 4 des deutschen Frauen-Eishockeys ließen die Bergkamener Bärinnen in der abgelaufenen Bundesliga-Saison viele Wünsche offen. Grund war ein massiver Umbruch. In der kommenden Saison soll es wieder besser laufen.

Die Eishockey-Frauen des EC Bergkamen stellen in der Nordbergstadt seit vielen Jahren das einzige Bundesliga-Team. Sie gewannen die Deutsche Meisterschaft sowie den DEB-Pokal und hatten mit Julia Wierscher die Spielerin, die Geschichte schrieb mit dem ersten Olympiator für eine deutsche Nationalmannschaft (2002 Salt Lake City). Über viele Jahre gehörten die Bärinnen zu Deutschlands Top Vier in ihrer Sportart. 

Bis zur Saison 2019/20. Danach lag das Team sieglos am Tabellenende, musste wegen des Rückzugs der Düsseldorfer EG im Saisonverlauf aber immerhin nicht um den Klassenerhalt fürchten. Klar, dass die Stimmung am Häupenweg in Weddinghofen Mitte März alles andere als großartig war – auch wenn bereits vor der Saison klar war, dass es ein hartes Jahr werden dürfte. Denn mehr als ein halbes Dutzend Leistungsträgerinnen hatte den Club nach der Saison 2018/19 verlassen und mit ihnen auch der langjährige Trainer Robert Bruns.

 Auf der Gegenseite standen nur wenige Zugänge und mit Kai Bürger ein Novize auf der Trainerbank. Keine sonderlich guten Voraussetzungen also, um in der Bundesliga zu bestehen. Nun soll in der kommenden Spielzeit alles wieder besser werden. Dass die Bärinnen auch diese in der Eliteliga absolvieren werden, lässt die Vorsitzende Ilona Pollmer außer Zweifel: „Ich bin bei 100 Prozent, dass wir weiter in der Bundesliga spielen werden. Denn wenn man da einmal raus ist, kommt man nicht wieder zurück. Wie sich aber die Mannschaft zusammensetzt, das ist schwierig zu sagen.“ 

Bis Ende Mai müssen die Mannschaften für den Spielbetrieb gemeldet werden. Sicher ist in Corona-Zeiten auch hier nicht viel. Die Hoffnung bleibt, dass die Bärinnen auch wieder eine „1b“ stellen können. „Eventuell haben wir dann aber auch nur eine Mannschaft“, sagt Pollmer. 

Auf jeden Fall werden die Bärinnen mit einem neuen Trainer in die Saison gehen. Für Kai Bürger war nach einer Spielzeit in der Eliteklasse Schluss. „Es war aber auch sehr schwierig für ihn. Wir sind froh, dass er die Saison mit uns zu Ende gebracht hat“, sagt Ilona Pollmer. Bürger sei vor allem über den Trainings- und Spielbetrieb hinaus auch in organisatorischen Dingen sehr gefordert gewesen. Und außerdem: „Mit einer kompletten Frauenmannschaft zu arbeiten, die das Spektrum von 15 bis 35 abbildet, ist schon schwierig“, sagt die Vorsitzende. 

Einen Nachfolger wollen die Bärinnen bis zum Ablauf der Meldefrist präsentieren – auch wenn gute Coaches nicht in jeder Eishalle zu finden sind. „Einen geeigneten Kandidaten haben wir aber“, freut sich Iloma Pollmer. Sie bedauert, dass die Spielzeit ein so jähes Ende gefunden hat, denn: „Wir konnten uns nicht mehr treffen, um die Saison aufzuarbeiten – nicht mit Kai und nicht mit der Mannschaft. Wir haben das zwar auf anderem Wege gemacht, aber das ist nicht so, als ob man sich persönlich gegenüber sitzt.“ 

Nicht einmal die Jahreshauptversammlung und das Sommerfest, zu dem traditionell Sponsoren und Freunde eingeladen werden, haben stattfinden dürfen. Personell arbeitet der Club derzeit am Kader für die kommende Saison. 

Geplant war der Einsatz von zwei Kanadierinnen. „Sie bräuchten wir, um unsere Angriffsstärke zu haben“, sagt Ilona Pollmer. Eine Wohnung ist bereits gefunden. Ob tatsächlich für zwei Nordamerikanerinnen, das ist offen. „Amerika? Kanada? Ich habe keine Ahnung, was da geht. Ich habe aber die Hoffnung, dass wir in diesem Jahr wenigstens in Europa wieder reisen dürfen“, sagt Pollmer. 

Immerhin scheint der aktuelle Kader bereit, auch in der kommenden Saison am Häupenweg aufzuspielen – also auch die Nationalspielerinnen Rebecca Graeve und Alena Hahn. Einzig Celina Belo ist aus privaten und beruflichen Gründen nicht mehr dabei. Schon im Verlauf der vergangenen Saison hatte sich der EC Bergkamen mit Svenja Küster, Alina Leveringhaus und Linda Topfmeier von der DEG verstärkt. 

Hinzu kommt jetzt vom EHC Troisdorf ein erst 14-jähriges Talent: Jannike Pfalz. „Ich kenne sie. Sie ist sehr ehrgeizig und sehr talentiert,“, sagt Ilona Pollmer und nennt aus ihren Reihen Sarah-Jasmin Scholz, die über die gleichen Attribute verfügt. „Meistens“, sagt Pollmer, „sind das, sagen wir: Einzelschicksale. Wir hätten davon aber gerne mal fünf Stück, um damit Aufbauarbeit über mehrere Jahre zu machen.“

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