Auswahlspieler Kai Küper muss auf seinen Körper hören

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Kai Küper am vergangenen Sonntag beim Kantersieg gegen den TV Datteln.

WERNE -  Am kommenden Sonntag bestreiten die U14-Junioren der LippeBaskets das Spitzenspiel der Regionalliga bei den Hertener Löwen. Einer der Erfolgsgaranten in diesem sehr jungen Team ist Kai Küper.

Inzwischen gehört der 13-Jährige auch der westdeutschen Auswahl seines Jahrgangs an. Küper hat allerdings ein kleines Handicap. So paradox es für einen Basketballer klingen mag: Er ist (sehr) groß.

„Das stimmt. Er wächst sehr schnell, begleitet von Fieberschüben, und er hat damit sehr zu kämpfen“, sagt sein Vater Hein-Theo. Fast zwei Meter misst der Gymnasiast, der erst im April 2015 seinen 14. Geburtstag feiert. „Man stelle sich das mal vor: Letzten Sonntag hat er seinen ersten Dunking gemacht“, sagt Hein-Theo Küper, wird aber gleich korrigiert, denn es sei nur der erste gewesen, den er gesehen habe. „Ich hab’ vorher zwei gemacht, gegen Derne“, sagt Kai, der zuletzt gegen Datteln auf 38 Punkte kam.

Vom Elternhaus aus wird die sportliche Entwicklung des jungen Talents sanft begleitet und immer am gesundheitlichen Befinden ausgerichtet. „Wir müssen sehen, dass er nicht über-ehrgeizig wird. Das macht die Knochen kaputt“, sagt Hein-Theo Küper.

Gerade in dieser Beziehung fühlt er sich von den Verantwortlichen LippeBaskets hervorragend betreut. „Als wir noch gar nicht daran gedacht haben, hat Jens König empfohlen, dass wir uns mit einem Fachmann in Verbindung setzen. Und der hat uns dringend geraten, dass der Junge so lange ausschließlich in seinem Heimatverein spielen sollte, bis er ausgewachsen und gesundheitlich stabil ist“, sagt Küper senior.

Sollte anschließend die Karriere in Richtung Jugend- oder Junioren-Bundesliga gehen, „werden wir ihm keine Steine in den Weg legen.“ Allerdings sei dann wohl ein Doppel-Spielrecht sinnvoll, um ihn nicht sofort aus seinem Freundeskreis herauszureißen. Auch die beiden Auswahltrainer, Frank Müller und Kenneth Pfüller, nehmen Rücksicht auf die körperliche Entwicklung des 13-Jährigen. So steht derzeit kein Krafttraining auf dem Programm.

„Ich muss auf meinen Rücken aufpassen“, sagt Kai Küper, der sein aktuelles Trainingspensum von sechs bis sieben auf vier Einheiten in der Woche eingedampft hat.

In der WBV-Auswahl ist der junge Werner seit gut drei Monaten dabei und alle drei bis vier Wochen am Ball. Dann geht es in erster Linie zu Lehrgängen, von denen im September auch einer in Werne stattgefunden hatte. Ansonsten sind Dortmund, Münster oder Düsseldorf die Treffpunkte.

Spiele hat Kai Küper ebenfalls bereits bestritten. Da traf die 2001er-Auswahl auf die durchweg älter besetzten Teams aus den Hochburgen der Junioren-Bundesliga wie Köln, Essen, Leverkusen oder Tübingen. „Wir haben ganz gut gespielt, ein Spiel gewonnen, die anderen knapp verloren“, berichtet Kai, der seit dem neunten Lebensjahr Basketball spielt. Vorher hat er es als Fußball-Torhüter bei Eintracht Werne und beim WSC versucht. Den Lockrufen seines Vaters hin zum Handball hat er anschließend widerstanden.

Gestern lag Kai Küper mit Fieber flach, bis Sonntag will er aber auf jeden Fall wieder auf den Beinen sein und helfen, wichtige Punkte für den Gewinn der Meisterschaft zu holen. Denn die ist das große Ziel in der Saison 2014/2015. Dass er teilweise mit Spielern aufläuft, die ihm gerade bis zum Bauchnabel reichen, sei durchaus komisch, habe allerdings auch einen Vorteil: „Man fühlt sich manchmal körperlich schon sehr überlegen.“ - gu

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