Ausschüsse stimmen für den Wunsch-Kunstrasen der Fußballer im Sportzentrum Dahl

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Jürgen Hetberg vom Kommunalbetrieb der Stadt Werne zeigt die Kunstrasen-Muster und Granulatarten für Kunstrasenplätze im Sportzentrum Dahl. Der längere Flor ist für das große Spielfeld vorgesehen.

Werne – Es bleibt dabei: Beim Bau des Kunstrasenplatzes im Dahl bekommen die Kicker den Belag, der ihren Anforderungen in der Nachahmung der immer noch am besten geeigneten Grasnabe nach Empfehlung des Experten am nächsten kommt.

Und bei der Anlage des Kleinspielfeldes gleich nebenan wird berücksichtigt, dass der kleine Ball der Hockeyspieler auf diesem Untergrund nicht präzise rollt und ein anderes „Fill in“ um die Plastikschlingen im grünen Teppich braucht.

 Ehe sich der Ausschuss für den Kommunalbetrieb Werne (KBW) wie auch der Sportausschuss in gemeinsamer Beratung einstimmig darauf einließ, nichts anderes zu tun, als vom Ingenieurbüro Vennegerts empfohlen, von der Verwaltungs vorgeschlagen und bei einer Besichtigungstour und Gesprächen mit den Sportvereinen genau so diskutiert, bedurfte es aber noch 45 Minuten Diskussion, bei der hier und da Skepsis aufblitzte, die sich aber im Abstimmungsergebnis nicht wiederfand. 

So verblüffte CDU-Ratsherr Jürgen Regener angesichts des am Mittwoch fälligen Auftrags zur Ausschreibung samt hinterlegtem Zeitplan mit dem Vorschlag, „lieber erst noch ein Probespiel auf solch einem Platz vorzunehmen.“ 

Dazu sah sonst niemand Anlass für eine Begegnung mit den Kickern der Eintracht Dortmund, die schon seit acht Jahren auf dem in Werne favorisierten Belag spielen und den Schilderungen nach mit dem Platz hoch zufrieden ist.

Dezernent Alexander Ruhe: "Der Platz ist Zucker!"

 Seine Fraktionskollegin Uta Leisentritt haderte wiederholt mit dem Mehraufwand von etwa 30 000 bis 40 000 Euro im Vergleich zum Multifunktions- und Hockeyfeld, das nur eine Verfüllung mit Sand erhält und damit härter ist. Der Fußballrasen aus der Teppichfabrik wird dagegen nur mit Sand beschwert und zuoberst mit Kork verfüllt, was unter anderem das Verletzungsrisiko minimiert, wenn beim Kampf um den Ball mal wer zu Boden geht. 

Eine Verfüllung mit Kunststoffgranulat und Recyclingmaterial aus Autoreifen, die besonders hässliche Spuren auf Fußballerbeinen hinterlassen, kommt nicht in Betracht. Leisentritt schlug aber vor, doch lieber durchgängig Sand einzustreuen, weil das günstiger sei – und der Option entspräche, die multifunktionale Nutzung bei Bedarf auszuweiten. 

Auf skeptische Nachfragen von Peter Kaiser (FDP) und Siegfried Scholz (SPD) erschien auch der Pflegeaufwand für das gelegentliche Ebnen der Korkschicht vertretbar. 

Dezernent Alexander Ruhe sah sich nach diesen Beiträgen zu dem Appell veranlasst, die mit den Sportlern verabredeten Standards nicht infrage zu stellen – und schüttete als alter SVHler mal sein Fußballerherz aus: „Der Platz ist Zucker! Das kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Sie werden bei den Vereinen Begeisterung auslösen.“

 Laut Experte entspricht der Pflegeaufwand um 25000 Euro jährlich dem eines Rotgrand. Die Ganzjahresnutzung erlaube aber 2 500 Übungseinheiten jährlich, knapp doppelt so viele wie „auf Asche“ und mehr als das Achtfache dessen, was ein Rasenplatz vertrage. Kalkuliert sind dafür Kosten von 821 000 Euro. 

Ob der Ansatz passt, wird die Ausschreibung und Vergabe bis Juni zeigen. Im Sommer soll gebaut und der zweiten Tennenplatz im Dahl zeitgleich als Ausweichplatz hergerichtet werden. Spätestens Anfang 2021 wird sich bei der Premiere erweisen, ob der Belag hält, was die Experte Herbert Vennegeerts verspricht. 

Zudem gibt’s im ersten Bauabschnitt beim Ausbau des Dahls für insgesamt 1,5 Millionen Euro (1,35 Mio. Bundeszuschuss) auch noch eine LED-Fluchtlichtanlage für 111 000 Euro. Die Sanierung der Gebäude und des Bolzplatzes erfolgen im nächsten Schritt – und sicher nach ausgiebiger Debatte.

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