Annika Böhles Abschied vom Volleyball auf ganz kleiner Bühne

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Annika Böhle im Kreis ihrer Mitspielerinnen.

Werne – Annika Böhle ist die Kapitänin der Oberliga-Volleyballerinnen des TV Werne. Seit 25 Jahren spielt sie für ihren Herzensverein, davon acht als Kapitänin ihres Teams. Nun folgt ein eher trauriger Abschied.

Von Juri Kollhoff

Die 31-Jährige spielte zunächst für die Werner Reserve, die zur neuen ersten Mannschaft wurde, nachdem sich das damalige Werner Bundesligateam aufgelöst hatte. Mit ihren Mitspielerinnen spielte sie sich im Verlauf der Jahre von der Bezirks- in die Oberliga und erlebte dabei Höhen und Tiefen. Die Aufstiege überwogen dabei eindeutig.

 Am vergangenen Wochenende hätte die 31-Jährige ihr letztes Heimspiel in der Werner Linderthalle gespielt und sich gerne von ihrem Publikum verabschiedet. Klar: Das Coronavirus macht ihr dabei einen Strich durch die Rechnung. „Das Spiel gegen Schwerte wäre ein schöner Rahmen für die Verabschiedung gewesen. 

Coronavirus: Fotostory auf Instagram statt Spiel 

Das ist ein Team, gegen das man schon so oft gespielt hat“, sagt Böhle, und: „Ich fand auch gut, dass es für uns noch bis zum letzten Spieltag um etwas ging. So hätte ich nicht im Mittelpunkt gestanden, sondern der Kampf gegen den Abstieg.“ Durch den Abbruch der Saison blieb der Kapitänin nur noch die Möglichkeit, sich über social media für die schöne Zeit zu bedanken. 

Mit einer Fotostory ließ sie dabei die Jahre Revue passieren und dankte allen Weggefährten. „Leider konnte ich nur zwanzig Leute markieren. Eigentlich wollte ich mich bei viel mehr Menschen bedanken“, sagt die Mittelblockerin, und: „Über all die Jahre habe ich so tolle Leute kennen lernen dürfen. Mit einem Spiel wäre die Abschiedstour vollständig gewesen. Aber es ist jetzt einfach eine besondere Situation.“ 

Sportlerhochzeit in Frage gestellt

Böhle hat vor, weiterhin im Training zu bleiben und bleibt dem Verein und auch der Mannschaft als Abteilungsleiterin sowieso sehr nahe. Den Stress, eine weitere Saison zu spielen, möchte sich die 31-Jährige aber nicht mehr antun. 

Dafür setzt sie jetzt andere Prioritäten. Am 30. April und 1. Mai soll ihre Hochzeit mit Markus Schnatmann stattfinden, was aufgrund der aktuellen Situation aber auch noch nicht absehbar ist.

 Wie es mit ihrem Oberligateam weitergeht, das ist auch noch unklar. Hier wird der Verband voraussichtlich in den kommenden Tagen eine Entscheidung fällen. Dass die ausgefallenen Spiele nachgeholt werden, gilt dabei als sehr unwahrscheinlich.

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