Für Annika Böhle von den Werner Volleyballerinnen verändert sich alles

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Annika Böhle in Aktion

Werne – Annika Böhle verkörpert den TV Werne wie keine andere. Sie ist Kapitänin der ersten Volleyball-Mannschaft in der Oberliga und gleichzeitig Vorsitzende der Abteilung. Mit sechs Jahren hatte sie das erste Mal beim TV einen Volleyball in der Hand, durchlief danach alle Jugendteams.

Von Juri Kollhoff

Inzwischen gehört sie zu den erfahrensten Spielerinnen der Mannschaft, die sie als Kapitänin auf das Feld führt. Nun gab Annika Böhle bekannt, dass dies ihre letzte Spielzeit sein wird. „Ich bin jetzt schon so lange dabei, all die Zeit stand Volleyball über allem“, erklärt Böhle, und: „Die Zeit ist jetzt reif für eine Veränderung. Dem Verein bleibe ich trotzdem im Vorstand erhalten und ich werde weiterhin beim Training vorbeischauen. Von 100 direkt auf 0 geht ja auch nicht.“ 

Außerdem ist da noch die aktuelle Saison zu spielen. Das große Ziel ist der Oberliga-Erhalt. „Wir wollen natürlich in Annikas letzter Saison nicht absteigen“, sagt Trainer Thomas Kubiak, und: „Sie ist die gute Seele des Vereins, der TV Werne hat Glück, sie zu haben.“

 Neun Spiele bleiben der Kapitänin, um mit ihrem Team das Ruder herum zu reißen und sieben Punkte Rückstand für den direkten Klassenerhalt aufzuholen. Den Umweg über ein mögliches Relegationsspiel Ende April möchte Böhle unbedingt vermeiden, denn: „Am 1. Mai werde ich heiraten, da soll das Training und der Relegationsstress nicht dazwischen funken.“

 Ob erfolgreich oder nicht, von einer Abschiedstournee möchte die gelernte Industriekauffrau nicht sprechen. „Klar, es sind nicht mehr so viele Heimspiele, aber der Wille, die Spiele zu gewinnen, ist größer als der Gedanke, dass ich bald nicht mehr spiele“, sagt die Mittelangreiferin. Ihre große Aufgabe für die Rückrunde sieht sie darin, als Motivatorin vorweg zu gehen. 

So äußert sich auch ihr ehemaliger Trainer Bronek Bakiewicz, mit dem Böhle in fünf Jahren drei Aufstiege und einen Abstieg durchlebte: „Eine bessere Anführerin als Annika kann man sich nicht wünschen. Sie stellt sich immer in den Dienst der Mannschaft. So jemanden möchtest du auch als Menschen im Team haben.“ 

Böhle blickt voller Vorfreude auf die Herausforderung in der Rückrunde – und schwelgt in Erinnerungen An ein Spiel vor knapp zehn Jahren denkt sie besonders gerne zurück: Es war das entscheidende Spiel gegen den Abstieg aus der Landesliga, damals gegen Höntrop. Werne spielte zu Hause in der kleinen und engen Wiehagenhalle: „Die Stimmung war mega, wie in einem Hexenkessel, und wir konnten das Spiel gewinnen.“ Den Klassenerhalt mit einer grandiosen Aufholjagd zu wiederholen, dieses Mal zwei Ligen höher, wäre eine ganz besondere letzte Saison, die Böhles Karriere würdig ist.

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