Anniina Lintula aus Finnland will nach der Ausbildung in Herbern bleiben

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Anniina Lintula bei den Lenklarer Reitertagen mit der 7-jährigen Stute Rio Grande (Clinton x Heartbreaker).

Werne - Anniina Lintula hat es ein wenig eilig: Eineinhalb Stunden noch, dann muss sie in Warendorf sein – die Zwischenprüfung ablegen im Rahmen ihrer Ausbildung zur Pferdewirtin.

Die 22-jährige aus dem finnischen Espoo unweit von Helsinki hat sich zuvor bei den Lenklarer Reitertagen aber noch einer weiteren Aufgabe gestellt. Mit der 7-jährigen Westfalenstute Rio Grande reitet sie das Zweisterne-Springen der Klasse M. „Zum allerersten Mal“, strahlt sie.

Es soll, ebenso wie die folgende Überprüfung ihres beruflichen Leistungsstandes, nur ein Zwischenschritt sein. Schon im Sommer möchte sie die Abschlussprüfung ablegen und anschließend weiter für das Gestüt Ligges in Herbern arbeiten. „Sie macht das gut, ist sehr ehrgeizig und hat ein Gefühl für junge Pferde“, sagt ihr Chef, Kai Ligges.

Im Mai 2016 beginnt Anniina Lintula ihre Arbeit in Herbern. Zuvor ist sie für gut ein halbes Jahr in Hanstedt im Pferdezentrum der Familie Sander und dort beim Bundestrainer der Ponyreiter, Peter Teeuwen, tätig. Als der Betrieb dort eingestellt wird und Teeuwen nach Warendorf wechselt, sucht sie einen neuen Platz – und findet ihn bei Kai Ligges. „Sie hat sich nicht offiziell beworben, sondern hat vorgeritten. Das ist ja auch viel wichtiger“, sagt der Chef.

Lintulas Eltern haben mit dem Pferdesport nichts zu tun, unterstützen sie aber. Nach dem Abitur will sie ein wenig ins Ausland und dann wieder zurück nach Hause – und an die Uni. Aber dann hat sie gemerkt, dass „Reiten das ist, was ich am liebsten mache“ – und bleibt.

Sie hat sich sportlich gut entwickelt und peilt nun an, im nächsten Jahr auch in der schweren Klasse zu starten. In Herbern fühle sie sich pudelwohl und in besten Händen. „Ich kann von Kai viel lernen und Marie ist ja auch eine tolle Reiterin“, sagt sie, und: „Außerdem gibt es da ein tolles Team und Monika Schnepper ist als Ausbilderin auch super.“

Ein Pferd nennt Anniina Lintula ihr eigen. Die 10-jährige Stute von Numero Uno leidet allerdings unter einer Stoffwechselstörung und ist aktuell für den Sport nicht zu nutzen. Statt dessen bekam sie 2016 ein Fohlen.

Auch Tina Lu will in Deutschland lernen

„Vielleicht lasses ich sie noch einmal decken“, sagt die Finnin, die für das Gestüt Ligges genügend gute Nachwuchspferde präsentieren kann. Und das über den Sommer hinaus. Kai Ligges möchte sie gerne in Herbern halten. „Mit uns“, sagt er, „das passt sehr gut.“

In Deutschland lernen, das will auch Tina Lu. Allerdings unter anderen Voraussetzungen als Anniina Lintula. Die 24-jährige aus Taipeh auf der Insel Taiwan im ostchinesischen Meer ist schon seit mehreren Jahren hierzulande unterwegs.

Station bezieht sie immer bei Bernd Schulze Topphoff. „Vorwiegend im Sommer, wenn es bei uns warm ist“, sagt der Münsteraner.

Lu sei „sehr bodenständig und sehr vernünftig“, reitet auf eigene Rechnung und auch eigene Pferde – vier waren es gestern in Lenklar. „Als sie das erste Mal bei uns war“, erinnert sich Schulze Topphoff, „da sprang sie über Eins- zehn. Jetzt ist sie hier, um sich auf die Asienspiele vorzubereiten.“ Es gebe immer mehr Asiaten, die in Europa dazulernen und dadurch automatisch das Niveau auf ihrem Kontinent anheben. „Das Finale der Meisterschaft, das hat schon reelle 1,55 Meter, das ist nicht mehr so wie früher“, sagt Schulze Tophoff.

Tina Lu jedenfalls will sich in Deutschland langsam an diese Höhen herantasten – so wie gestern im M-Springen mit zwei Sternen. Wird sie am Wochenende in Werne auch in der schweren Klasse starten? „Aber klar“, sagt ihr Trainer, „sie weiß es nur noch nicht...“

Lintula wie auch Lu belegten gestern in den beiden M-Prüfungen für ihre Ranglistengruppe übrigens Plätze im guten Mittelfeld.

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