Abschlussfahrten der heimischen Mannschaften stehen auf der Kippe oder sind abgesagt

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Die Reserve des SV Herbern war im Vorjahr zum Abschluss auf Mallorca – und machten das, was Fußballer am „Ballermann“ dabei so machen...

Werne/Bergkamen – Es ist ein Ritual am Ende einer Saison für Mannschaftssportler und -sportlerinnen. Nachdem die Aktiven gemeinsam Erfolge gefeiert haben, Niederlagen verkraften mussten und sich einige zu neuen Vereinen orientieren, folgt noch eine gemeinsame Abschlussfahrt. 

Diese sind nun auf Grund der Coronavirus-Pandemie stark in Frage gestellt. Zum einen bestehen Reiseverbote auch gerade in beliebten Ländern wie Spanien (und hier speziell der Ballermann auf Mallorca als bevorzugtes Ziel) und zum anderen wissen beispielsweise die Fußballer nicht, ob und wie ihre Saison weiter geführt wird und wann dies dann beendet ist. Wir haben bei einigen Vereinen nachgefragt:

SuS Rünthe: Der Fußball-B-Ligist hatte vor, vom 25. bis 28. Mai mit zwölf Personen der ersten Mannschaft nach Mallorca zum gemeinsamen Abschluss zu fliegen. Das wäre der Montag nach dem bislang letzten Spieltag am 24. Mai. „Wir hatten zudem vor, dass letzte Saisonspiel beim SuS Oberaden II auf Samstag zu verlegen, mit der Mannschaft mit dem Planwagen zum Hafenstadion zu fahren und dort gemeinsam mit den anderen Seniorenteams, Trainer und dem Vorstand gemeinsam den Abschluss zu feiern“, sagt Björn Ziegert, Co-Trainer der „Nullachter“. 

„Am Montagmorgen wollten wir dann in den Flieger nach Mallorca steigen“, berichtet er von den weiteren Plänen. „Und unser Flug steht bislang noch“, erklärt Ziegert. Denn das Reiseverbot gilt aktuell ja bis zum 30. April. Die Spieler stünden im engen Kontakt zum Reisebüro Lunemann, über das die Tour geplant und schon bezahlt wurde. „Wir können das kostenlos stornieren“, berichtet Ziegert von einer komfortablen Situation. Falls sie nicht verreisen können, etwa wegen „Englischer Wochen“ oder eines verlängerten Reiseverbotes, dann gäbe es einen „Notfallplan“ und die Fahrt würde später im Sommer stattfinden.

Coronavirus: A-Jugend von Eintracht Werne hat Prag-Fahrt abgesagt

Eintracht Werne: Die A-Jugend des Fußball-Kreisligisten wollten in der zweiten Woche der Osterferien vom 15. bis 19. April nach Prag. „Das fällt aus wegen des Coronavirus“, sagt Heiko Baus. Der war sechs Jahre lang Trainer der U19-Junioren und wechselte in der Winterpause als Trainer in zur zweiten Seniorenmannschaft. „Das war als Abschluss gedacht, nachdem ich viele Jahre mit den Jungs zusammengearbeit habe“, sagt Baus, der auch stellvertretender Jugendleiter bei der Eintracht ist. Da es aber immerhin Reisegutscheine gab, ist geplant, den Abschluss später nachzuholen.

So halten sich die Herberner Fußballer derzeit fit

 Für die erste Mannschaft der Evenkämper ist noch kein Abschluss und auch keine Fahrt geplant. „Gebucht ist jedenfalls nichts und man kann es im Moment ja auch nicht. Die Kasse ist voll und man kann kurzfristig entscheiden. Das sollen die Jungs machen“, sagt Trainer Mario Martinovic, und: „Ich bin für alles offen, aber die Jungs entscheiden. Das ist deren Kohle...“

SV Herbern: Die Landesliga-Fußballer des SV Herbern mit ihrem Trainerteam rund um Holger Möllers wollten die Saison mit einer Fahrt vom 4. bis 7. Juni nach Mallorca gemeinsam abschließen. Ob die Fahrt stattfindet oder aufgrund der Coronakrise ins Wasser fällt, ist derzeit noch nicht klar. Vincent Sabe aus dem Organisations-Team sagte, dass man die Situation abwarten muss. „Wir müssen gucken, auch was der Reiseveranstalter sagt. Bis jetzt ist noch nichts abgesagt“, so Sabe.

Fußballer dürfen die Saison verlängern

Werner SC: Die Reserve des Fußball-Landesligisten treibt ihre Planungen für einen Abschluss derzeit nicht voran, „da man nicht weiß, ob wir überhaupt verreisen dürfen und es dann auch normal ablaufen kann. Deshalb muss man da jetzt einfach abwarten und gucken wie es bei so vielen Dingen im Moment ist. Gesundheit ist da viel wichtiger als Fußball oder eine Abschlussfahrt“, sagt Spielertrainer Marc Schwerbrock.

HC TuRa Bergkamen: Die Bergkamener Landesliga-Handballerinnen hatten ein langes Wochenende nach dem ursprünglichen Saisonende Anfang Mai geplant und wollten nach Cala Ratjana auf Mallorca. „Das steht natürlich aktuell auf der Kippe“, sagt Trainer André Brandt.

 Auch die Oberliga-Handballerinnen wollten nach Mallorca – und zwar am 18. Mai direkt nach dem Kreispokal-Finale. Das wurde natürlich verlegt. „Wir wollten am Montag nach dem Endspiel mit dem Großteil der Mannschaft fliegen. „Das ist in der jetzigen Siuation nicht absehbar und auch nicht vorstellbar“, meint Trainer Ingo Wagner.

Die Handballer des TV Werne unternahmen ihre Abschlussfahrt in 2019 nach Budapest. Das Bild zeigt das Team vor der Donau-Kettenbrücke und dem Parlament

TV Werne: Die Bezirksliga-Handballer hatten für Anfang Juni ein verlängertes Wochenende auf Mallorca geplant. „Bis jetzt ist es noch nicht abgesagt. Wir haben die leise Hoffnung, dass wie die Fahrt noch machen können“, sagt TVW-Torwart Fabian Rensmann:, und: „Und wir würden relativ komplett sein mit 14, 15 Mann.“ Dabei haben die Abschlussfahrten eine gewisse Tradition – die Werner Handballer waren in den vergangenen Jahren auch schon gemeinsam in Amsterdam, Prag, Krakau, Danzig und im Vorjahr in Budapest.

TV Werne und Werner SC: Die Oberliga-Volleyballerinnen des TV Werne und die Landesliga-Volleyballer des WSC wollten Ende Mai mit jeweils fünf Aktiven aus beiden Mannschaften gemeinsam nach Mallorca – „aktuell ist die Fahrt noch geplant und nicht abgesagt“, sagt Annika Patzdorf. Bereits im Vorjahr machten sich die Teams gemeinsam auf dem Weg – da ging es zu einem Spaß-Volleyballturnier nach Delmenhorst. „Wir haben im Männer-, Frauen und Mixedfeld mitgespielt. Nervig war, dass wir immer wieder aufstehen mussten, um zu spielen“, erzählt Patzdorf lachend. Deswegen sollte es in diesem Jahr keinerlei sportliche Verpflichtungen geben... 

TV Werne: Ein Großteil der Handballerinnen aus dem Landesliga-Kader hatte eine Abschlussfahrt im Juni an die deutsche Ostsee-Küste geplant und dort bereits gemeinsam ein Haus gemietet. Ob diese Pläne umgesetzt werden können, ist fraglich.

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