Sportlerin des Jahres Jasmin Schornberg: Überglücklich auch ohne Medaille

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Die „Acht“ auf dem Trikot, aber ansonten drehte sich bei Jasmin Schornberg alles um die „Fünf“. Die Olympia-Fünfte wurde zum fünften Mal gewählt.

HAMM - Keine andere Athletin stand bei der Sportgala so oft auf der Bühne wie Kanu-Slalom-Fahrerin Jasmin Schornberg. 2004 wurde sie das erste Mal zu Hamms Sportlerin gewählt, nun erhielt sie genauso wie Jonas Ems die begehrte Trophäe zum fünften Mal – und das mit einem riesengroßen Vorsprung vor der zweitplatzierten Alina Mühlenjost.

 „Was soll ich Ihnen, verehrtes Publikum, eigentlich noch zu Jasmin Schornberg sagen?“, fragte Laudatorin Fanny Fischer zu Beginn ihrer Rede.

Jasmin Schornberg

 Dabei gibt es über die gebürtige Lippstädterin, die in Augsburg lebt und für den Kanu-Ring Hamm startet, mehr als genug zu erzählen. Zum Beispiel, dass sie im vergangenen Jahr mit der deutschen Nationalmannschaft Europameisterin geworden ist. Und natürlich, dass sie bei den Olympischen Spielen den fünften Platz ergattert hatte – ein Erfolg, an den sich die 26-Jährige auch jetzt noch zu gerne zurückerinnert: „War das ein toller Wettkampf und vor allem eine tolle Zeit in London. Ich habe mein Ziel erreicht und bin unter den besten fünf Sportlerinnen gelandet. Auch wenn ich die Medaille knapp verpasst habe, waren die Olympischen Spiele ein traumhaftes Erlebnis.“

Allein schon die Qualifikation für Olympia war ein beeindruckendes Ergebnis gewesen, denn aus den Reihen des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) durfte nur eine Frau nach London fahren. Diesen begehrten Startplatz hatte sich Schornberg, die die Teilnahme an den Sommerspielen 2008 in Peking nur um Haaresbreite verpasst hatte, bei den Ausscheidungsrennen im April in Markkleeberg gesichert. „Die Teilnahme an den Olympischen Spielen, und das kann ich aus eigener Erfahrung sagen, ist unbestritten ein Highlight im Leben eines Sportlers“, sagte Fanny Fischer.

Und mit ein wenig Glück wäre der Start in London sogar noch mit einer Medaille gekrönt worden. Als Siebte war sie in das olympische Finale eingezogen, wo sie dann den fünften Platz belegte. „Sie ist ganz knapp an Edelmetall vorbeigeschrammt“, erzählte Fischer, ehe sie den Briefumschlag öffnete und Schornberg zur Wahl gratulierte. Und die strahlte über das ganze Gesicht und versprach: „Das nächste Mal komme ich hoffentlich mit einer Medaille nach Hause.“

Die Laudatorin

Fanny Fischer stammt aus einer sportbegeisterten Familie. Sie ist die Tochter der Schwimm-Olympiasiegerin Sarina Hülsenbeck und des vierfachen Kanu-Weltmeisters Frank Fischer sowie die Nichte der achtmaligen Kanu-Olympiasiegerin Birgit Fischer. Da war der Weg der mittlerweile 26-Jährigen, die seit 2008 mit dem Kanu-Olympiasieger und -Weltmeister Ronald Rauhe zusammenlebt, früh vorgezeichnet. Die Kanurennsportlerin des KC Potsdam gewann bei den Weltmeisterschaften 2005 die Bronzemedaille im Zweier-Kajak über 200 m. Bei den Kanu-Weltmeisterschaften 2007 in Duisburg holte sie im Zweier mit Nicole Reinhardt auf zwei Distanzen Gold. 2008 qualifizierte sie sich für die Olympischen Spiele in Peking, wo sie im Zweier- und Vierer-Kajak an den Start ging. Im Vierer über die 500-Meter-Distanz gewann sie mit Nicole Reinhardt, Katrin Wagner-Augustin und Conny Waßmuth die Goldmedaille, im Zweier mit Reinhardt belegte sie den vierten Rang. Mittlerweile hat sie ihre Karriere beendet und studiert Sporttherapie und Prävention.

Das Ergebnis

Sportlerin des Jahres Stimmen gesamt Prozentual
1. Jasmin Schornberg 1704  59,46%
2. Alina Mühlenjost 375 13,08%
3. Katharina Bieche 304 10,61%
4. Annika Bruhn 244 8,51%
5. Franziska Horbach 230  8,03%

1. Jasmin Schornberg

2. Alina Mühlenjost

3. Katharina Bieche

Alle 5 Nominierten in der Übersicht

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