Sportler des Jahres Jonas Ems: Ein kleiner Olympia-Trost

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Im olympischen Finale war Jonas Ems an der Seite von Ronald Rauhe nur Letzter geworden, bei der Sportlerehrung in Hamm siegte er zum fünften Mal. 

HAMM - Der Dauersieger hat wieder einmal zugeschlagen, wenn auch nur knapp vor Kanu-Slalom-Fahrer Stefan Hengst. Bereits zum fünften Mal wurde Jonas Ems zu Hamms Sportler des Jahres gewählt.

Diese Ehrung ist zumindest ein kleiner Trost für die Enttäuschung, die der 26 Jahre alte Kanute im Sommer bei den Olympischen Spielen erlebt hatte, als es im Finale über die 200-m-Sprintstrecke an der Seite von Ronald Rauhe nur zum achten und damit letzten Platz gereicht hatte.

Jonas Ems

Okay, Ems war im vergangenen Jahr Vize-Europameister und Deutscher Meister im Zweier sowie Zweiter bei den nationalen Titelkämpfen über die 200-m-Strecke geworden. Doch diese feinen Erfolge sollten in London unbedingt noch veredelt werden. Und es sah anfangs auch sehr gut aus. Den Vorlauf überstand das Duo problemlos, im Halbfinale wurden Rauhe und Ems mit der drittbesten Gesamtzeit Zweite. Entsprechend groß waren die Erwartungen für den Endlauf auf dem Dorney Lake in Eton.

„Letzten Endes hat nur ein kleiner Wackler auf der kurzen 200-m-Strecke dazu geführt, dass es nichts mit dem erhofften Edelmetall wurde“, erinnerte Laudatorin Lilli Schwarzkopf noch einmal an den entscheidenden Moment im Finale, der bei dem Duo aus Hamm und Potsdam für so viel Frust gesorgt hatte. Mit einer Frequenz von 180 Schlägen pro Minute waren die beiden unterwegs gewesen, als sie von einer kleinen Welle von der Seite erwischt wurden. Dadurch konnten sie zwei, drei Schläge nicht mehr mit 100 Prozent Krafteinsatz durchziehen, sondern nur mit 60 Prozent. Dies war dann entschiedend, Rauhe und Ems verloren an Tempo und holten den Rückstand auf der nur 200 m langen Strecke nicht mehr auf. „Für uns war einfach mehr möglich“, sagte auch Ems. „Nach den guten Ergebnissen im Vor- und Halbfinallauf hatten wir uns mehr ausgerechnet. Für uns beide war es nicht einfach, so ein Ergebnis zu verdauen.“

Umso mehr genoss Ems in der Alfred-Fischer-Halle den Applaus des Publikums, in dessen Mitte auch sein Partner Ronald Rauhe saß, und natürlich die Ehrung durch Lilli Schwarzkopf: „Ich denke, der Ärger darüber ist bei Jonas verflogen. Man kann ihn nur zu einem mehr als erfolgreichen Sportjahr beglückwünschen.“

Díe Laudatorin

Lilli Schwarzkopf wurde am 28. August 1983 in Nowopokrowka im heutigen Kirgisistan geboren. Mit sieben Jahren zog sie mit ihrer Familie nach Deutschland. In den Fokus der Öffentlichkeit rückte die 29-Jährige im vergangenen Sommer bei den Olympischen Spielen in London. Dort war Schwarzkopf mit der persönlichen Bestleistung von 6649 Punkten im Siebenkampf Zweite hinter der Britin Jessica Ennis geworden. Mit einer furiosen Aufholjagd hatte sie sich im abschließenden 800-Meter-Lauf vom fünften auf den zweiten Rang verbessert. Dabei wurde sie zunächst wegen der Berührung der Bahnmarkierung beim 800-Meter-Lauf disqualifiziert. Es stellte sich jedoch letztlich heraus, dass nicht Schwarzkopf, sondern die Russin Kristina Sawizkaja die Markierung betreten hatte. Somit wurde der deutschen Siebenkämpferin dann doch die Silbermedaille zuerkannt. Wenige Wochen nach den Olympischen Spielen zog sie sich am 15. September 2012 beim letzten Wettkampf der Saison, dem Mehrkampf-Meeting im französischen Talence, einen Achillessehnenriss zu.

Das Ergebnis

Sportler des Jahres Stimmen gesamt Anteil in Prozent
1. Jonas Ems 824  28,75%
2. Stefan Hengst 753 26,27 %
3. Fabian Holthaus 453  15,81%
4. Kai Schäfers 352 12,28%
5. Sebastian Schubert 338  11,79%
6. Justin Gehde 150 5,23%

1. Jonas Ems

2. Stefan Hengst

3. Fabian Holthaus

Alle 6 Nominierten in der Übersicht

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