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Sportler des Jahres: Dzenis Burnic debütierte in der Champions League

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Dzenis Burnic

Den 18. Oktober 2016 wird Dzenis Burnic, aus Heessen stammendes Fußball-Talent des Bundesligisten BV Borussia Dortmund, so schnell nicht vergessen. Im Estádio José Alvalade von Sporting Lissabon wurde der Hammer in der 90. Minute eingewechselt und durfte insgesamt sieben Minuten Champions-League-Luft schnuppern.

Dabei hatte er vorher für den BVB nicht einmal in der Bundesliga gespielt. Das Debüt in der Königsklasse des europäischen Fußballs bescherte dem 18-Jährigen eine äußerst unruhige Nacht. „Bis vier Uhr morgens ging pausenlos mein Handy. Das habe ich dann auf Flugmodus geschaltet, um überhaupt ein bisschen schlafen zu können“, erzählte der Mittelfeldspieler.

Was in ihm in jener 90. Minute vorging, als ihn Trainer Thomas Tuchel für die Nachspielzeit von insgesamt sieben Minuten auf den Rasen beorderte, konnte Burnic selbst nicht in Worte fassen. „Ich weiß gar nicht, wie ich das beschreiben soll. Mein Debüt in der Champions League, und das in einem Stadion, wo fast alle Zuschauer gegen dich sind. Einfach Wahnsinn.“

Burnic trägt bereits seit seinem siebten Lebensjahr das Trikot der Dortmunder Borussia, hat alle Nachwuchsteams der Schwarz-Gelben durchlaufen. Als aktueller Kapitän der U19, in der A-Junioren-Bundesliga Tabellenzweiter hinter dem FC Schalke, wandelte er derzeit ständig zwischen dem Junioren- und dem Profi-Team des BVB. Die vergangenen Tage verbrachte er mit der Bundesliga-Mannschaft der Dortmunder im Trainingslager im spanischen Marbella, vor Beginn der laufenden Saison ging er mit den Dortmundern auch auf Asienreise. „Ein einmaliges Erlebnis“, wie Burnic bestätigt.

Sein Hauptaugenmerk gilt aber immer noch dem Nachwuchsteam der Borussen. Mit der U19 möchte er gerne den deutschen Meistertitel verteidigen, den er im Sommer in Sinsheim gewann. In einem spektakulären Finale setzten sich die Dortmund bei Gastgeber TSG Hoffenheim mit 5:3 durch. Burnic schaffte damit sogar einen persönlichen Hattrick, denn zuvor hatte er zweimal mit der U17 der Borussia das Endspiel um die nationale Meisterschaft gewonnen.

Jetzt fiebert der Heessener seinem ersten Einsatz in der Fußball-Bundesliga entgegen. Zweimal stand er in der laufenden Saison bereits im Kader, saß beim Heimspiel gegen Hertha BSC und beim Auswärtsspiel in Ingolstadt allerdings über 90 Minuten nur auf der Bank. Erzwingen kann er die Premiere im deutschen Oberhaus natürlich nicht. „Ich lass das weiter auf mich zukommen, werde hart und intensiv arbeiten und auf meine Chance warten“, meinte der 18-Jährige, der inzwischen gelernt hat, dass im harten Profi-Geschäft vor allem Geduld gefragt ist. Immerhin hat er durchaus prominente Vorbilder. Die Nationalspieler Mats Hummels oder Bastian Schweinsteiger feierten ihr Profi-Debüt ebenfalls in der Champions League, ohne vorher in der Bundesliga gekickt zu haben.

Sportler des Jahres: Das Ergebnis

1. Dzenis Burnic86737,05%
2. Kai Schäfers79834,10%
3. Stefan Hengst67528,85%

Der Laudator: Sebastian Brendel

Sebastian Brendel hat den Kanu-Rennsport in Deutschland in den vergangenen Jahren wie kaum ein Zweiter geprägt. Der 28-

Rio 2016 - Kanu
Laudator: Sebastian Brendel © dpa

Jährige, der für den KC Potsdam startet, schaffte seinen sportlichen Durchbruch im Jahr 2005, als er im ungarischen Szeged als 17-Jähriger bei den Juniorenweltmeisterschaften Doppelweltmeister im Einer-Canadier wurde. Für Furore sorgte er vor allem bei den Olympischen Spielen 2012 und 2016. In London gewann er die Goldmedaille im Einer-Canadier, in Rio de Janeiro wiederholte er im vergangenen Jahr diesen Erfolg und wurde zudem mit Jan Vandrey Olympiasieger im Zweier-Canadier über 1000 m. Hinzu kommen fünf Goldmedaillen bei Weltmeisterschaften und neun erste Plätze bei Europameisterschaften. Trotz seiner zahlreichen Siege denkt Brendel noch lange nicht ans Aufhören. „Ich bin voll motiviert und freue mich jetzt schon auf die Wettkämpfe, die 2017 auf uns warten“, ließ er Anfang Januar via Facebook verlauten.

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