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Quade, Soester und der ASV bei Sportgala ausgezeichnet

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HAMM - Die Trophäen sind vergeben: Ruderin Johanna Soester vom Ruderclub Hamm und Leichtathlet Jan Quade vom SCE sind Hamms Sportler des Jahres 2010.

Als Mannschaft des Jahres wurden am Abend im Rahmen der achten Hammer Sportgala in der mit rund 800 Zuschauer proppevollen Heessener Alfred-Fischer-Halle die Handball-Männer des ASV Hamm ausgezeichnet, die Meister der 2. Liga Nord geworden waren. Quade hatte im vergangenen Jahr mit der 4x100-m-Staffel des TV Wattenscheid den deutschen Meistertitel gewonnen. Soester war mit dem NRW-Achter bei den nationalen Titelkämpfen der Altersklasse U19 Erste geworden und hatte bei der  mit dem deutschen Juniorinnen-Achter Bronze geholt.

Ihre Trophäen erhielten die Titelträger aus den Händen prominenter Laudatoren: Der frühere Weltklasse-Leichtathlet und Olympiamedaillengewinner Manfred Germar, die ehemalige türkische Volleyball-Nationalspielerin Yurdagül Yaglioglu aus Hamm sowie Ex-Fußball-Profi Knut Reinhardt zeichneten die Gewinner aus.Kay Rothenpieler, der als Coach den ASV in die Bundesliga geführt hatte und beim dort als HSG Ahlen-Hamm spielenden Aufsteiger auch derzeit das sportliche Sagen hat, wurde als Trainer des Jahres ausgezeichnet. Der Ehrenpreis für das Lebenswerk ging an den 92-jährigen Rudolf Oeser, Ehrenmitglied bei TuWa und der BSG Bockum-Hövel. Für die beste Nachwuchsarbeit im Verein ehrte OB Thomas Hunsteger-Petermann die American Footballer der Aces Hamm.

„Einfach überwältigend“

Der Leichtathlet Jan Quade setzt sich bei der Wahl zum Sportler des Jahres gegen Jonas Ems und Sebastian Schubert durch Die Überraschung stand ihm wahrlich ins Gesicht geschrieben. Als Jan Quade von seiner Auszeichnung zum Sportler des Jahres verkündet wurde, atmete der Leichtathlet, der jahrelang für den SCE Hamm startete, tief durch. „Das ist einfach nur überwältigend“, freute sich der Preisträger. Umso mehr, als er sich gegen seine Mitstreiter Jonas Ems und Sebastian Schubert durchsetzte. „Vor allem weil Hamm so eine Wassersport-Hochburg ist, habe ich damit überhaupt nicht gerechnet.“ Zu Ems pflegt der Gewinner im Übrigen eine besondere Verbindung. „Wir haben dieselbe Schule besucht, und er hat mich

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Jan Quade

beglückwünscht, wie es faire Sportsmänner eben tun“, berichtete Eine kleine Vorahnung hatte Quade jedoch, als der Laudator die Bühne betrat. Schließlich war Manfred Germar selbst einmal ein herausragender Leichtathlet und Olympia-Medaillengewinner 1956. „Als er nach oben kam, hab ich damit höchstens leicht geliebäugelt, aber ich wollte mich nicht zu früh freuen“, gestand der Preisträger. Germar, der Quade wünschte, dass er den 100-Meter- Startrekord von 1948 knackt, war der Einladung nach Hamm „gerne gefolgt, als ich hörte, dass ein Leichtathlet diese Kategorie gewinnt“, berichtete der 75-Jährige. Schließlich habe es dieser Sport besonders schwer, sich in der Medienlandschaft gegen die „Übermacht des Fußball, des Profi-Boxens und einiger Wintersportarten“ durchzusetzen. „Auch die großen Sportfeste gibt es nicht mehr“, klagte Germar. „Daher freue ich mich besonders, einen Läufer auszuzeichnen.“ Und zwar einen recht erfolgreichen. Für Quade, der mittlerweile für den TV Wattenscheid startet, war die Auszeichnung zum Sportler des Jahres daher die Krönung eines erfolgreichen Jahres. Neben der Junioren-Vizemeisterschaft in der 200-Meter- Disziplin freute sich der Athlet über eine „gute und verletzungsfreie Saison“. Quade will jedoch weiter dafür arbeiten, dass sein erster Besuch bei der Hammer Sportgala nicht der letzte bleibt

Die Überraschte

Ruderin Johanna Soester durchbricht die Serie von Jasmin Schornberg und kann die Ehrung kaum fassen Die Erfolge des vergangenen Jahres waren ziemlich beeindruckend. Immerhin war Johanna Soester mit dem deutschen Juniorinnen- Achter bei den Weltmeisterschaften Dritte geworden. Und schließlich hatte sie mit ihren sieben Mitstreiterinnen im NRW-Boot bei den nationalen Titelkämpfen Gold gewonnen. Und dennoch war die 18-Jährige vom Ruderclub Hamm überrascht, dass sie bei der

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Johanna Soester (rechts)

Wahl zur Sportlerin des Jahres die Siegerin der Jahre 2007 bis 2009, Kanuslalom- Fahrerin Jasmin Schornberg, sowie Rhynerns Anna- Katrin Tepel, Zweitplatzierte bei der Jugend-DM im Dressurreiten, auf die folgenden Ränge verwiesen hatte. „Als mein Name gefallen war, habe ich erst einmal gedacht: Oh mein Gott. Damit hätte ich wirklich nie gerechnet“, sagte Soester. Dabei hatte 2010 „alles so geklappt, wie ich es mir erhofft hatte“. Fand auch die Laudatorin. Die in Hamm wohnende ehemalige türkische Volleyball- Nationalspielerin Yurdagül Yaglioglu wies darauf hin, dass die Preisträgerin „die großartige Achter-Tradition des Ruderclubs“ fortsetze. Denn der Verein hatte sehr prominente Aktive hervorgebracht. Wie Klaus Bittner, Olympia-Sieger mit dem Deutschland-Achter in Rom 1960. Oder Elke Markwort, 1988 bei Olympia in Seoul im DRV-Flaggschiff. Ebenso wie Mark Mauerwerk ein Jahr später bei der WM. „Diese Namen“, sagte die Lehrerin am Märkischen Gymnasium, „sollen dir Ansporn sein, nicht Bürde.“ Johanna Soester lässt es sportlich tatsächlich auch erst einmal ein wenig ruhiger angehen in diesem Jahr. Aus gutem Grund: Das Abitur am Märkischen Gymnasium hat Vorrang, das Ruder-Training wird dem großen Ziel für das Jahr 2011 untergeordnet. „Da muss ich mal sehen, wie sich das vereinbaren lässt“, sagte Soester. Und Gleiches gilt auch danach, die von den Lesern des Westfälischen Anzeigers, den Hörern der Lippewelle und einer Jury gekürte Preisträgerin strebt ein Jura-Studium an. „Aber dann“, so Soester, „passt es mit dem Sport meist besser. Dann will ich auch beim Rudern wieder verstärkt einsteigen.“

Favoritensieg

Der ASV Hamm setzt sich klar gegen die Konkurrenten durch. Sie waren die Favoriten, keine Frage. Schließlich ist der Aufstieg in die Handball- Bundesliga, die stärkste Liga der Welt, beileibe kein alltägliches Ereignis. Und so feierte der ASV Hamm, der inzwischen als HSG Ahlen- Hamm in der Jahres einen deutlichen Erfolg – trotz durchaus beeindruckender Resultate der Konkurrenz. Aber die Weltcup-Gewinnerinnen im Kanu-Marathon, Hannah Schönrath und Nadine Schenke vom Kanu-Ring

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ASV Hamm

Hamm, sowie Fußball-NRWLiga- Aufsteiger SV Westfalia Rhynern waren angesichts des sportlichen Meilensteins, den der ASV gesetzt hatte, chancenlos. „Ein Märchen“ nannte der Laudator die Entwicklung, die der ASV genommen hatte. Und Knut Reinhardt, inzwischen Grundschullehrer, musste es beurteilen können. Schließlich hatte er als Fußball-Profi so ziemlich alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt, unter anderem die Champions League, zwei Deutsche Meisterschaften und den Weltpokal mit Borussia Dortmund. „Dieses Projekt wird getragen von einer ungeheuren Euphorie“, sagte Reinhardt auch mit Blick auf die fast 11 000 Zuschauer jüngst in der Westfalenhalle beim Spiel gegen den HSV Hamburg. Für HSG-Geschäftsführer Franz Dressel war der „Hattrick“, der dritte Titelgewinn des ASV in Serie, „auf jeden Fall etwas Besonderes. Das ist ein Beweis für die guten Leistungen, die die Mannschaft abliefert“, freute sich Dressel, für den es eine Selbstverständlichkeit war, dass der Erstligist in Mannschaftsstärke auflief: „Wir wollen nah an der Basis bleiben. Wir sehen uns als Teil dieser Stadt, und wir wollen ihr Aushängeschild sein.“

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