1. wa.de
  2. Sport
  3. Sportgala Hamm

Diese Tennis-Legende ist Ehrengast der Hammer Sportgala

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Peter Schwennecker

Kommentare

Michael Stich (links), hier bei seinem Wimbledon-Sieg 1991 gegen Boris Becker, ist am Freitag Ehrengast in Hamm.
Michael Stich (links), hier bei seinem Wimbledon-Sieg 1991 gegen Boris Becker, ist am Freitag Ehrengast in Hamm. © picture alliance / dpa

Vor ausverkauftem Haus werden am Freitag, 10. Januar, die Hammer Sportler des Jahres ausgezeichnet. Die Ehrengäste haben es in sich.

Hamm - Als Frank Scharschmidt, Veranstalter der Hammer Sportgala, vor einigen Wochen mit Michael Stich einen der erfolgreichsten deutschen Tennisspieler aller Zeiten als Ehrengast verpflichtete, wusste er nicht, dass er damit für die 17. Auflage am 10. Januar (Beginn 19 Uhr) in der Alfred-Fischer-Halle sogar ein kleines Wiedersehenstreffen organisieren würde. 

Auch der frühere Wimbledon- und Olympiasieger aus Hamburg, inzwischen 51 Jahre alt, wird sicherlich überrascht sein, wenn er am Rande der großen Bühne in Heessen einen ehemaligen Weggefährten begrüßen darf.

Der ehemalige Tennis-Profi Jens Wöhrmann, der seit 16 Jahren in Hamm lebt und schon seit langer Zeit Mitglied der Sportgala-Jury ist, welche die Sportlerinnen, Sportler und Mannschaften für die Wahlen nominiert, gehörte einige Monate einer Trainingsgruppe mit Stich an und trat mit dem gebürtigen Pinneberger sogar einmal gemeinsam im Davis Cup auf.

Wöhrmann und Stich kennen sich gut

„Das waren schöne Zeiten“, erinnert sich Wöhrmann, der bis vor drei Jahren Cheftrainer beim Westfälischen Tennisverband war und inzwischen für einen großen Ausrüster tätig ist. Stich hat er dabei als sehr netten und stets offenen Tennis-Kollegen kennengelernt. Erste Kontakte wurden 1988 bei den Lehrgängen des Deutschen Tennis-Bunds geknüpft.

„Wir hatten damals das große Glück, dass im DTB ein sogenannter B-Kader installiert wurde, in dem die Talente besonders gefördert wurden. Trainer war damals Karl Meiler, der uns über mehrere Wochen auch bei 15 Turnieren betreute“, erzählt Wöhrmann. „Einige von uns haben damals den Sprung in den A-Kader und sogar in das DavisCup-Team geschafft“, sagt der Hammer, der sich noch gut an die gemeinsamen Trainingseinheiten mit Stich erinnern kann. „Damals war schon deutlich zu erkennen, dass in diesem Schlaks sehr viel Potenzial steckte. Er war sehr ehrgeizig und ist immer konsequent seinen Weg gegangen.“

Direktes Duell im Endspiel

Direkt auf dem Platz standen sich beide unter Wettkampfbedingungen nur einmal bei einem für damalige Verhältnisse sehr hoch dotierten Satellite-Turnier in Buchholz gegenüber. „Wir trafen beide im Finale aufeinander“, erzählt Wöhrmann. „In diesem Match ging es gleich dreimal in den Tiebreak. Am Ende gewann Michael mit 7:6, 6:7 und 7:6.“ Zwei Jahre später kämpften beide 1990 im deutschen Davis-Cup-Team gemeinsam um Punkte. „In der zweiten Runde traten wir damals in Argentinien an. Die ganze Mannschaft, zu der damals noch Carl-Uwe Steeb und Eric Jelen gehörten, kränkelte im Vorfeld. Ich musste am ersten Tag für Michael das Einzel spielen und habe knapp verloren. Am Ende hieß es 4:1 für die Argentinier“, berichtet Wöhrmann.

Danach gingen die Wege der beiden Tennis-Kollegen weit auseinander. Stich startete als Tennis-Profi durch, wurde 1991 Wimbledon-Champion im Einzel und ein Jahr später gemeinsam mit John McEnroe auch im Doppel. Zudem gewann er 1992 mit Boris Becker in Barcelona das Olympische Doppelturnier. 1993 wurde der Hamburger ATP-Weltmeister, gewann zudem mit Deutschland den Davis Cup. In der Weltrangliste wurde er in seinem erfolgreichsten Jahr auf Rang zwei geführt.

Auch Hingsen und Steffen kommen

Im Gegensatz zu Becker, der am Ende seiner aktiven Laufbahn auch durch den einen oder anderen Skandal für Schlagzeilen sorgte, war Michael Stich stets ein Musterprofi, der entschlossen seinen Weg ging. Auch nach der erfolgreichen Karriere. 1994 gründete er die Michael-Stich-Stiftung, mit der er HIV-Infizierte und an AIDS erkrankte Kinder unterstützt. Von 2009 bis 2018 war er Turnierdirektor der German Open am Hamburger Rothenbaum. Am Rande dieser Veranstaltung gab es vor fünf Jahren schon einmal ein kleines Wiedersehen zwischen Stich und Wöhrmann. „In Hamburg fand damals gleichzeitig eine Trainertagung statt. Dabei haben wir uns kurz gesehen und die Hand geschüttelt“, erzählt der Hammer.

Am 10. Januar wird Stich in der Alfred-Fischer-Halle als Ehrengast einen Preis überreichen. Neben dem früheren Wimbledonsieger werden zudem der ehemalige Zehnkampf-Weltrekordler Jürgen Hingsen und die zweimalige Schwimm-Olympiasiegerin Britta Steffen für großen Glanz auf der Bühne sorgen. Dann werden vor ausverkauftem Haus Hamms Sportlerin und Sportler sowie die Mannschaft des Jahres 2019 geehrt. Veranstalter Scharschmidt kann stolz darauf sein, solch prominente Ehrengäste nach Hamm gelockt zu haben, die der Ehrung auch in diesem Jahr einen ganz besonderen Rahmen verleihen.

Auch interessant

Kommentare