Speerwurf-Ass

Vetter kritisiert DM-Absagen: "Nicht nachvollziehbar"

Will sich in Braunschweig seinen zweiten nationalen Titel nach 2017 holen: Johannes Vetter. Foto: Michael Kappeler/dpa
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Will sich in Braunschweig seinen zweiten nationalen Titel nach 2017 holen: Johannes Vetter. Foto: Michael Kappeler/dpa

Schon vor dem Wettkampf teilt Speerwerfer Johannes Vetter aus: Der frühere Weltmeister kritisiert die Absagen von Leichtathleten für die deutschen Geister-Meisterschaften in Braunschweig. Dies sei "unverständlich und nicht nachvollziehbar".

Berlin (dpa) - Mit klaren Worten hat Weltklasse-Speerwerfer Johannes Vetter die Absagen einiger deutscher Top-Leichtathleten für die nationalen Titelkämpfe in Braunschweig kritisiert.

"Es gab vor dem festen Termin der deutschen Meisterschaften große Sorge um den Sport, im BMI wurde ein Nachtragshaushalt für den Sport eingeräumt, um die wirtschaftliche Bedrohung regulierbar zu machen. Dadurch ist es für mich unverständlich und nicht nachvollziehbar, dass manche Athleten die Meisterschaften aus nicht eindeutigen Gründen absagen", sagte der Weltmeister von 2017 der Deutschen Presse-Agentur.

"Da sind einige, die machen vor und nach den Meisterschaften noch munter Wettkämpfe - aber bei den deutschen Meisterschaften zeigen sie sich nicht", monierte Vetter. Die Titelkämpfe finden - wegen der Corona-Pandemie ohne Zuschauer - in Braunschweig statt. Vetter will sich am 10. August (Finale 17.30 Uhr/ZDF) seinen zweiten Titel nach 2017 holen. Der deutsche Rekordhalter (94,44 Meter) gilt im Duell mit Titelverteidiger Andreas Hofmann (Mannheim) als Favorit.

"Was ist das denn für eine Botschaft, wenn gerade unsere Aushängeschilder passen? Gerade für die 'Deutschen', wo sogar das Fernsehen an beiden Tagen überträgt?", fragte der 27-Jährige von der LG Offenburg. Namen nannte Vetter nicht. "Gerade auch für unsere motivierten Nachwuchsathleten gibt das doch ein schlechtes Bild ab, wenn sie ihre Idole nicht sehen und sich fragen: Warum kommen die nicht", meinte der gebürtige Dresdner.

"Und was denken die Mitarbeiter vom Gesundheitswesen, die Ärzte und Krankenschwestern und Pflegekräfte, die während der harten Corona-Zeiten immer rund um die Uhr für alle da waren und sich nie gedrückt haben?", meinte Vetter, der trotz überstandener Verletzung zwischen dem 9. August und 13. September noch acht Wettkämpfe bestreiten will.

Die Olympiasieger Thomas Röhler (Speer), der vor knapp einem Monat Vater wurde, und Christoph Harting (Diskus/Saisonaufbau für Tokio 2021) fehlen im Eintracht-Stadion ebenso wie Topläuferin Konstanze Klosterhalfen und Sprinterin Gina Lückenkemper, die zuvor im finnischen Espoo in die Saison gestartet war. Wegen einer Muskelverletzung konnte sie im Juni nur eingeschränkt trainieren.

© dpa-infocom, dpa:200806-99-71224/2

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