Terodde schürt die Lust auf Bochum: "Es lohnt sich wieder"

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Simon Terodde

DOCHUM - Fußball in Bochum kann auch schön sein. Als Simon Terodde dem VfL am Montagabend im Dauerregen mit seinem Tor das 1:1 gegen den 1. FC Union Berlin gerettet hatte, schwappten die Emotionen von den Rängen auf das Spielfeld.

"Ihr habt gekämpft, wir haben es gesehen", skandierten die VfL-Fans unter den 16 307 Zuschauern trotz der verpassten Tabellenführung in der 2. Liga voller Begeisterung.

Der zur neuen Saison von Union gekommene Stürmer Terodde mit nun sechs Toren in vier Pflichtspielen, der DFB-Pokalcoup gegen den VfB Stuttgart und eine bedingungslose Leistungsbereitschaft der Mannschaft sorgen für ein lange nicht mehr erlebtes Wir-Gefühl beim VfL. "Gerade die Heimspiele müssten wir eigentlich gewinnen, wenn man sieht, wie die Fans hinter uns stehen", sagte Terodde, dessen Tor (69. Minute) immerhin Lohn für das Engagement des VfL war.

Ein Club der Extreme

Dass Bochum ein Club der Extreme ist, hat die vergangene Saison gezeigt. Da hatte es auf den Rängen gar Schlägereien zwischen Befürwortern und Gegnern von Trainer Peter Neururer gegeben. "In unserer Gesellschaft ist das so. Derjenige, der drei Tore macht, wird hochgejubelt. Läuft es nicht so gut und er versiebt drei Chancen, ist er gleich der Versager", sagte Neururer.

Trotz des Klassenverbleibs war die Atmosphäre rund um den Verein schlecht. Der Trainer veränderte das Team: Gegen Berlin standen sieben Neuzugänge in der Startelf. "Mit dieser Leidenschaft haben wir wieder viele Menschen aus Bochum und Umgebung auf unsere Seite gezogen", sagte Kapitän und Torwart Andreas Luthe.

Neururer: "Es lohnt sich wieder, zum VfL zu gehen"

Und Neururer meinte: "Es lohnt sich wieder, zum VfL zu gehen." Steigenden Zuspruch kann der einstige Bundesligist dringend gebrauchen. Noch müssen Einnahmen wie die aus dem Transfer von Lukas Klostermann zu RB Leipzig zur Begleichung von Steuerverbindlichkeiten genutzt werden.

Dass die Stimmung schnell wieder kippen kann, weiß man in Bochum. Damit müsse man eben umgehen können, erklärte Neururer: "Wer ja sagt zum Fußball, muss auch ja zu den Begleiterscheinungen sagen. Den Charakter der Gesellschaft wird man nicht mehr ändern können." - dpa

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