Schwergewichts-Showdown: ALBA und Bayern wollen ins Finale

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Jamel McLean (l) und der Münchener Dusko Savanovic treffen im Halbfinale aufeinander. Foto: Lukas Schulze

Es ist angerichtet! ALBA gegen Bayern ist das erste Highlight der diesjährigen Playoffs. Die Neuauflage des letztjährigen Finales verspricht viel Spannung. Einen klaren Favoriten gibt es nicht.

Berlin (dpa) - Der erste Giftpfeil ließ vor dem Halbfinal-Showdown zwischen ALBA Berlin und Bayern München nicht lange auf sich warten.

"Ich weiß noch genau, wie das unter Svetislav Pesic läuft. Aber es ist unser Fehler, wenn wir auf jeden Ellenbogenschlag oder Trash Talk reagieren", sagte ALBA-Coach Sasa Obradovic mit Blick auf die harte Spielweise des Titelverteidigers im Viertelfinale gegen Frankfurt. Die Bayern mussten sich danach von Skyliners-Geschäftsführer Gunnar Wöbke sogar als "Schlägertruppe" bezeichnen lassen, sie selbst verwiesen auf gezielte Provokationen der Frankfurter.

Wie dem auch sei, die Partien zwischen Frankfurt und Bayern waren nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was in der Neuauflage des letztjährigen Finales zwischen Berlin und München zu erwarten ist. Seit die Bayern-Basketballer vor vier Jahren in der Bundesliga auftauchten, wird das ambitionierte Projekt in Berlin mit großem Argwohn verfolgt. ALBA-Geschäftsführer Marco Baldi lässt keine Möglichkeit aus, auf den vermeintlich höheren Etat der Münchner zu verweisen. Dabei wird auch bei ALBA gutes Geld bezahlt. "Wenn unser Etat wirklich höher sein sollte als der von Berlin, dann können wir verdammt stolz sein", sagte Bayern-Geschäftsführer Marko Pesic.

ALBA Berlin gegen Bayern München - es ist das Duell, auf das in Basketball-Deutschland alle gewartet haben. Das zweite Halbfinale zwischen dem Hauptrunden-Ersten Brose Baskets Bamberg und ratiopharm Ulm (Samstag, 20.30 Uhr) wird vom Vergleich der beiden Schwergewichte klar in den Schatten gestellt. Als Obradovic nach dem klaren 3:0 gegen Oldenburg gefragt wurde, wen er sich jetzt als Gegner wünsche, brauchte der Serbe keine Sekunde zu überlegen. "Bayern München, sonst nichts."

Obradovic war früher in Berlin Profi unter dem jetzigen Bayern-Coach Svetislav Pesic. Das Duell der beiden Star-Trainer ist nur eines von vielen, das dieser Best-of-Five-Serie seine besondere Würze gibt. Dass 2013 gleich mehrere Spieler wie Point Guard Heiko Schaffartzik von der Spree an die Isar wechselten, hat die Rivalität zwischen beiden Clubs weiter wachsen lassen. "ALBA wollte uns, jetzt haben sie uns", sagte Marko Pesic. "Alba ist eine sehr gute Mannschaft, aber wir sind auch nicht so schlecht", meinte sein Vater Svetislav.

Viermal standen sich beide Teams in dieser Saison bereits gegenüber. ALBA gewann daheim im Champions Cup, im Pokal und in der Liga. Die Bayern konnten ihr Ligaheimspiel für sich entscheiden. "Es ist ein gutes Omen, dass wir unsere Siege zu Hause eingefahren haben", sagte Baldi. Schließlich genießen die Berliner als Hauptrunden-Zweiter in einem eventuell entscheidenden fünften Spiel Heimrecht.

Bundestrainer Chris Fleming will sich trotzdem nicht auf einen Favoriten festlegen. "Das werden sehr enge und extrem physische Spiele", sagte Fleming vor der ersten Partie am Sonntag (17.00 Uhr). "ALBA wird sich sicher für die Playoff-Niederlagen in den vergangenen beiden Jahren revanchieren wollen. Zugleich haben die Bayern das Duell im Pokal verloren und deshalb ebenfalls noch eine Rechnung offen", sagte der Nationalcoach. Im vergangenen Jahr setzten sich die Bayern im Finale mit 3:1 durch.

Ins zweite Halbfinale gehen die Brose Baskets Bamberg dagegen als klarer Favorit. Alle drei Duelle in Liga und Pokal konnten die Franken für sich entscheiden, zudem verfügen sie über den besser besetzten Kader. Bambergs Coach Andrea Trinchieri warnte dennoch: "Ulm gehört zur Elite des deutschen Basketballs."

Playoff-Baum

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