Rheinisches Derby: Ausschreitungen zwischen Fans

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KÖLN - Sechs Verletzte, ein massives Polizeiaufgebot und 93 festgenommene Randalierer: Das ist die Bilanz des 81. Rheinderbys in der Fußball-Bundesliga zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach.

Bereits vor dem Anpfiff am Sonntagabend in Köln gab es Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Fangruppen. Gegen 14 Uhr gingen Anhänger beider Clubs auf den Jahnwiesen am Stadion aufeinander los. Sie schlugen unter anderem mit Dachlatten aufeinander ein. 77 Männer wurden in Gewahrsam genommen.

Eine Stunde später trafen mehrere hundert gewalttätige Fans auf den Vorwiesen aufeinander. Der Polizei zufolge spielten sich tumultartige Szenen ab. Beamten der Bereitschaftspolizei und der Reiterstaffel konnten die Fangruppen mit Unterstützung von Bundespolizisten trennen. Die Abreise der Fans verlief dagegen friedlich.

Neues Sicherheitskonzept

Nach dem Spiel wurden die Borussia-Mönchengladbach-Anhänger in Bussen nach Pulheim gefahren. In Sonderzügen traten sie die Heimreise an. Die Anreise am Nachmittag war ebenfalls nach diesem neuen Sicherheitskonzept abgelaufen.

"Das Konzept der Polizei, größere Auseinandersetzungen zu verhindern, ist aufgegangen", bilanzierte Einsatzleiter Michael Temme. "Die Ereignisse zeigen aber dennoch, dass diese Gewalttäter nicht durch Appelle im Vorfeld beeinflussbar sind. Unbeirrt suchen sie abseits des sportlichen Geschehens die Gewalt."

Präsident Spinner: "Es ärgert mich"

FC-Präsident Werner Spinner äußerte sich nach dem Spiel frustriert. "Es ärgert mich", sagte er laut "Kölner Stadt-Anzeiger": "Wir haben uns die ganze Woche Mühe gegeben, für Ruhe zu sorgen und dann kommen 70 bekloppte Heinis guerillamäßig durch den Wald. Das ist die pure Provokation." Insgesamt nahm die Polizei 93 Menschen vorübergehend in Gewahrsam und stellte 22 Strafanzeigen. Sechs Menschen wurden leicht verletzt, davon vier Polizisten. - dpa

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