1. wa.de
  2. Sport
  3. Sport-Mix

Sezer Toy ist bei seiner Rückkehr nach Rhynern nur als Zuschauer dabei

Erstellt:

Von: Patrick Droste

Kommentare

Sezer Toy im Trikot des TuS Bövinghausen.
Sezer Toy im Trikot des TuS Bövinghausen. © Rusche, Michael

Er hatte sich riesig auf dieses Spiel gefreut. Denn drei Jahre lang hatte Sezer Toy, nachdem er im Sommer 2019 vom Bezirksligisten RW Westönnen an den Papenloh gewechselt war, das Trikot des Fußball-Oberligisten SV Westfalia Rhynern getragen, ehe es ihn vor der aktuellen Saison zum Liga-Konkurrenten TuS Bövinghausen verschlagen hat.

Hamm – „Ich habe in Rhynern mit Jungs wie Mazlum Bulut, Akhim Seber oder Gianluca Di Vinti Kollegen, mit denen ich mich immer noch privat treffe. Und gegen die Jungs dann auf dem Platz zu spielen, das wäre eine schöne Sache gewesen“, sagt der 23 Jahre alte Mittelfeldakteur, dessen Pläne aber in der vergangenen Woche durchkreuzt wurden.

Denn Toy war am 16. Oktober nach einem harten Einsteigen gegen Tim Manstein beim Auswärtsspiel in Gütersloh Auslöser einer Rudelbildung und auch einer Roten Karte gegen einen Akteur der Gastgeber. Die Gütersloher schickten das Video nach der Partie beim Verband ein, was zur Folge hatte, dass Toy derzeit eine Sperre absitzt. „Wie lange die dauert, weiß ich aber gar nicht“, erklärt er. Fakt ist allerdings, dass er am Samstag nicht gegen seine früheren Teamkollegen auflaufen kann und die Partie von der Tribüne aus verfolgen muss. „Das wird natürlich sehr ungewohnt für mich sein“, sagt er. „Das tut schon weh.“

Nur gute Erinnerungen an Rhynern

Denn an seine Zeit in Rhynern hat er nur gute Erinnerungen, hat sich dort nach eigener Aussage vom ersten Moment an wohlgefühlt, als er von Westönnen aus zur Westfalia gekommen war und sich schnell einen Stammplatz im Team des Oberligisten erkämpft hatte. „Rhynern ist einfach ein sehr familiärer Verein. Das hat sich da in den drei Jahren alles toll für mich entwickelt“, sagt er. „Und wenn ich jetzt sehe, was Rhynern da für eine neue Anlage gebaut hat, das ist schon krass. Das ist schon alles sehr professionell dort geworden.“

Lediglich auf den knapp verpassten Aufstieg in die Regionalliga in der vergangenen Spielzeit blickt er nicht gerne zurück. „Wir haben da eine so starke Saison abgeliefert – und patzen dann am vorletzten Spieltag in Rheine“, ärgert er sich noch immer über die folgenschwere Niederlage bei der Eintracht. „Das war echt bitter.“

Und so fiel es ihm letztlich auch leichter, den Verlockungen aus Bövinghausen zu erliegen. „Sebastian Tyrala, der Trainer vom TuS, kommt ja genauso wie ich aus dem Soester Raum. Mit ihm hatte ich gute Gespräche. Und außerdem hat es mich gereizt, mal etwas Neues auszuprobieren“, erklärt er seinen Weggang von Rhynern.

Den Wechsel nach Dortmund nicht bereut

In Bövinghausen hat er sich aber auch schnell eingefunden und hat trotz der Tatsache, dass TuS-Mäzen Ajhan Dzaferoski in den Fokus der Steuerfahnder geraten ist, den Wechsel nah Dortmund nicht bereut. „Ich muss zugeben, dass ich mir das anfangs auch anders vorgestellt hatte. Aber die Stimmung in der Truppe ist genauso wie in Rhynern hervorragend, wir haben viel Spaß in der Kabine und vestehen uns alle richtig gut. Das ist auch alles sehr familiär“, verrät Toy, der auch von Kevin Großkreutz, Weltmeister von 2014 und Teamkollege beim TuS Bövinghausen, eine hohe Meinung hat: „Obwohl Kevin in seiner Karriere so viel erreicht hat, ist er so bodenständig geblieben. Er gibt im Training immer Gas, zieht die anderen mit, ist eine überragende Persönlichkeit auf und neben dem Platz, und man kann immer mit ihm sprechen und ihn um Rat fragen.“

Sezer Toy lief bis zum Sommer für Westfalia Rhynern auf.
Sezer Toy lief bis zum Sommer für Westfalia Rhynern auf. © Reiner Mroß/Digitalbild

Im Vorfeld der Partie gegen Rhynern werden Trainer Tyrala und auch seine Mitspieler aber eher Sezer Toy um Rat fragen, denn er weiß nur zu gut, wo die Stärken und Schwächen der Rhyneraner Mannschaft liegen. „Was die Westfalia jedes Jahr bei den Gegebenheiten rausholt, das ist schon beeindruckend“, sagt er. „Unfassbar stark ist vor allem die Defensive. Das sieht man ja alleine an der Zahl der Gegentore. Tim Neumann zum Beispiel ist für mich der zweikampfstärkste Abwehrspieler der Oberliga. Das wird nicht leicht für uns. Da müssen wir zusehen, dass wir aus den wenigen Möglichkeiten, die wir bekommen werden, unsere Tore machen. Und Rhynern ist natürlich sehr heimstark. Das war die Mannschaft früher schon mit mir am Papenloh – und das ist sie auch jetzt auf der neuen Anlage.“

Aber Toy ist auch von seiner neuen Mannschaft überzeugt und rechnet daher am Samstag (16 Uhr) mit einem hart umkämpften und bis zum Schluss spannenden Aufeinandertreffen zwischen dem Ligadritten und dem mit einem Punkt Vorsprung an der Tabellenspitze stehenden TuS. „Bövinghausen bringt auch eine Menge Qualität auf den Platz. Wir schießen viele Tore, müssen aber aufpassen, dass uns hinten nicht wieder so leichte Fehler passieren“, sagt Toy.

Auch interessant

Kommentare