Eindeutige Zeichen im Ring

Nazi-Skandal bei Profi-Box-Übertragung - „ran fighting“ reagiert

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Bei einer Box-Übertragung sorgten Nazi-Symbole im Ring für Furore. (Symbolbild)

Bei der Box-Nacht „Sport im Süden“ kam es zu einem Neonazi-Zwischenfall. Besonders pikant ist die Szene, da das Event live übertragen wurde.

Friedrichshafen - Es ist ein Vorfall, der sowohl den Veranstalter, als auch die Pro7Sat1-Gruppe beschämt zurücklässt: Bei der Box-Nacht „Sport im Süden“, die am Samstag live im Netz unter „ran fighting“ übertragen wurde, sorgte ein eindeutig mit Neonazi-Symbolen und Schriftzügen versehenes T-Shirt für Aufsehen. Dieses trug ein Mitarbeiter eines Box-Stalls im Ring.

Die besagte Szene spielte sich am Samstag nach dem Kampf im Superweltergewicht zwischen Ali Celik und Islam Ashabov ab. Im Ring taucht ein Mann mit einem weißen T-Shirt auf. Auf diesem ist nicht nur der Schriftzug „Germanen Boxstall“, sondern auch in altdeutscher Schrift „Kraft durch Freude“ zu lesen - zudem ist auf einem Boxhandschuh ein eisernes Kreuz abgebildet. „Kraft durch Freude“ war von 1933 bis 1945 eine politische Organisation der Nazionalsozialisten, die sich der Freizeitgestaltung der Bevölkerung widmete. 

Nach Angaben der Bild war der Mann mit dem Nazi-Shirt zudem keine Randperson: Es soll sich um den Gründer des „Germanen-Boxstalls“ handeln, für den der Boxer Ashabov antrat.

Nazi-Skandal bei Box-Nacht: Sender reagiert

Mittlerweile hat „ran fighting“ den Vorfall bestätigt und Stellung bezogen. In einem Facebook-Posting heißt es, dass Ashabov bei dem Event erst kurzfristig als Ersatzgegner präsentiert worden sei und diese Änderung dem Sender nicht mitgeteilt worden war. Zwar seien Kämpfer und Trainer vom Veranstalter SES Boxing überprüft worden, aber: „Im Anschluss an den Kampf hat sich bedauerlicherweise ein Betreuer aus dem ‚Germanen Boxstall Kiel‘ in den Ring begeben und ein T-Shirt mit rechtsradikalen Parolen getragen. Die gesamte Veranstaltung wurde von ran FIGHTING nach Bekanntwerden unmittelbar gelöscht und ist über unsere Plattform nicht mehr abrufbar.“

Zudem sei der Sender nur „übertragende Plattform. Sicherheit und Rechtmäßigkeit liegen in der Verantwortung des Veranstalters.“ Dennoch meint das Pro7Sat1-Portal: „Wir, wie auch die Veranstalter, bedauern diesen Vorfall außerordentlich und distanzieren uns in aller Deutlichkeit von extremistischen Inhalten jeglicher Art. ran FIGHTING wird alle Maßnahmen ergreifen, um Vorfälle solcher Art bei weiteren Übertragungen zu verhindern“.

Gegenüber der Bild äußerte sich auch der Veranstalter SES Boxing: „Ich verabscheue das und distanziere mich ganz klar davon. Dieses T-Shirt haben wir leider nicht gesehen und wir entschuldigen uns deshalb als Veranstalter in aller Form dafür. Sowas darf bei uns niemals eine Plattform haben und gehört nicht zu einem Sport-Event!“

Zuletzt sorgte auch die sehr eindeutige Nazi-Deko eines LKW-Fahrers für Aufsehen. Ebenso werden Schüler eines Gymnasiums der Volksverhetzung beschuldigt, nachdem sie mutmaßlich rechtsradikales Gedankengut in einem Klassenchat verbreiteten

Ein rechtsradikaler Ex-Grundschullehrer drehte außerdem ein Video vor dem KZ Dachau - und leugnete vor Schülern den Holocaust. 

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