Ingolstadt vor Bundesliga-Aufstieg - St. Pauli Letzter

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Ingolstadts Robert Bauer (r) schießt das Tor zum 2:2. Foto: Lukas Schulze

Vor fünf Jahren spielte der FC Ingolstadt noch in der 3. Liga. Nach einem wertvollen Punktgewinn in Berlin winken bald Derbys gegen den großen FC Bayern. Kultverein St. Pauli droht dagegen die 3. Liga.

München (dpa) - Der FC Ingolstadt ist dicht vor seinem großen Ziel. Nach einem turbulenten 2:2-Unentschieden bei Union Berlin können die Oberbayern womöglich schon am kommenden Spieltag den erstmaligen Aufstieg in die Fußball-Bundesliga perfekt machen.

"Jetzt geht es in die entscheidende Phase", sagte Trainer Ralph Hasenhüttl, der im TV-Sender Sky wegen des zwischenzeitlichen 1:2-Rückstandes von einem Punktgewinn sprach: "Meine Mannschaft steht für Willen bis zum Schluss." Ein zielstrebig verfolgter Plan könnte in Ingolstadt wahr werden: Fünf Jahre nach dem Aufstieg aus der 3. Liga gäbe es im Audi-Sportpark künftig Fußball-Feste gegen den FC Bayern oder VfL Wolfsburg, bei dem der Mutterkonzern VW der Geldgeber ist.

Hinter Spitzenreiter Ingolstadt (59 Punkte) bleibt das Rennen völlig offen. Die besten Chancen auf den zweiten direkten Aufstiegsplatz hat nach einem 2:0-Sieg am 30. Spieltag beim VfL Bochum weiterhin der 1. FC Kaiserslautern (54 Punkte). "Das war für uns ein sehr wichtiger Dreier auswärts", kommentierte Torschütze Simon Zoller nach dem erst dritten Auswärtserfolg der Saison am Freitagabend.

Hinter den Pfälzern folgen der Karlsruher SC (52) und Darmstadt 98 (50), das als einziges Team aus den "Top 4" am 30. Spieltag verlor. Und zwar mit 1:2 im Aufsteigerduell bei RasenBallsport Leipzig. Die Sachsen (47) sind plötzlich auch wieder voll im Aufstiegsgeschäft.

Im Abstiegskampf konnten nur 1860 München und der VfR Aalen punkten. Markus Steinhöfer rettete am Sonntag mit seinem Ausgleichstor beim FSV Frankfurt ein 1:1-Unentschieden für Aalen. Tags zuvor erkämpften die Münchner "Löwen" das gleiche Resultat in Düsseldorf. "Der Punkt kann noch ganz wichtig für uns werden", sagte Torschütze Daniel Adlung.

Tabellenletzter ist wieder der FC St. Pauli, der nach Toren von Robert Leipertz und Marc Schnatterer mit 1:2 in Heidenheim verlor. Der "Super-Gau", wie Pauli-Trainer Ewald Lienen den drohenden Abstieg bezeichnete, rückt näher. "Das Spiel musste man nicht verlieren", klagte Lienen. Am Montagabend kämpft noch der Tabellenvorletzte Erzgebirge Aue in Braunschweig ums sportliche Überleben. Mit einem Sieg winkt der Sprung auf Rang 15.

Bei den "Eisernen" in Berlin durchlebten die Ingolstädter wieder mal ein Wechselbad der Gefühle. Das Führungstor von Kapitän Marvin Matip (5. Minute) verwandelten die Berliner in vier Minuten durch einen Doppelschlag von Björn Jopek (75./79.) in einen 1:2-Rückstand. Aber der Spitzenreiter zeigte Moral und Klasse, schlug durch einen Kopfball von Tobias Levels (82.) zurück. Der Spielplan scheint ideal: Zum Abschluss des 31. Spieltags empfangen die "Schanzer" am Montag kommender Woche den 1. FC Nürnberg im eigenen Stadion.

In Leipzig war der gefeierte Mann der Torwart - als Torschütze: Fabio Coltorti stürmte gegen Darmstadt am Freitagabend in letzter Minute mit nach vorne und war prompt zum 2:1 erfolgreich. "Bälle halten ist mein Beruf, Toreschießen das Dessert", sagte der 34 Jahre alte Schweizer. Der Sieg soll nun "nochmal ein Signal für die letzten vier Spiele", darstellen, erklärte Coltorti.

Die Karlsruher zeigten diesmal keine Nerven. Ein Doppelpack von Torjäger Rouwen Hennings verwandelte einen Rückstand gegen die abstiegsbedrohte SpVgg Greuther Fürth am Samstag noch in einen 2:1-Sieg. Lohn war die Rückkehr auf den Relegationsplatz drei. "Die Chancen sind nun größer denn je", sagte Hennings nach seinen Saisontoren 14 und 15.

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