1. wa.de
  2. Sport
  3. Sport-Mix

Klare Worte von Gina Lückenkemper zu Putin und seinem Krieg in der Ukraine

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Thomas Müller

Kommentare

Gina Lückenkemper im Sportschau-Talk zum Thema „Vorbilder“ in der ARD.
Gina Lückenkemper im Sportschau-Talk zum Thema „Vorbilder“ in der ARD. © Screenshot Müller

Bemerkenswerter Auftritt von Sprint-Star Gina Lückenkemper im Sportschau-Talk in der ARD am Dienstagabend: Sie ging mit Wladimir Putin und dem IOC hart ins Gericht und begrüßte Sperren für russische Sportler. Außerdem äußerte sie sich zu ihrer Rolle als Vorbild und in den sozialen Netzwerken.

Berlin – Wie immer gerade heraus präsentierte sich die aus Soest stammenden deutsche Top-Sprinterin Gina Lückenkemper bei Sportschau-Talk, der eigentlich um das Thema „Vorbild Profisportler“ in der ARD lief:

Gina Lückenkemper darin…

… über Sport und Politik:

„Wer in der heutigen Zeit dasteht und behauptet, dass Sport nicht politisch ist, der lügt.
Sport ist und war schon immer politisch – und gerade Herr Putin hat Sport schon immer politisch für sich genutzt. Die Sportverbände reagieren richtig. Für die Sportler tut es mir unfassbar leid, aber ein Großteil der Menschen in Russland und in der Ukraine hat sich den Krieg auch nicht gewünscht. Und sie sind auch die Leidtragenden.“

… darüber, dass russische Sportler ausgeschlossen wurden:

„Das ist eine ganz, ganz schwierige Debatte. In der Leichtathletik ist es so, dass die „World Athletics“ sich dazu entschieden hat, russische und belarussische Athleten nicht mehr an Meisterschaften teilnehmen zu lassen. Also auch schon bei den Hallen-Weltmeisterschaften im März. Das ist ein wichtiges und wertvolles Zeichen.“

Sport ist und war schon immer politisch – und gerade Herr Putin hat Sport schon immer politisch für sich genutzt.

Gina Lückenkemper

… das IOC:

„Ich würde mir wünschen, dass es eine Chance ist, die er ergreift. So wie es sich in den letzten Jahren entwickelt hat, glaube ich nicht daran. Es tut mir im Herzen weh, aber ich glaube nicht wirklich dran, dass sich vom IOC daran viel ändern wird.“

Gina Lückenkemper (links), Arne Friedrich (Mitte), Moderatorin Jessy Welmer (rechts).
Gina Lückenkemper (links) im Talk über „Vorbilder“ unter anderem mit Ex-Profi-Fußballer Arne Friedrich Mitte und Moderatorin Jessy Welmer (rechts). © Screenshot Müller

… ob man Sport noch unbeschwert genießen kann:

„Es ist eine schwierige Situation. Auch die Deutschen Meisterschaften in Leipzig waren vom Thema begleitet, das Thema hat die Meisterschaften überschattet, es beschäftigt die Athleten.“

...über ihre Rolle als Vorbild:

„Jeder Mensch trägt so eine Vorbildfunktion mit sich, ob er sich darüber bewusst ist oder nicht.“

...ihre Rolle in den sozialen Netzwerken:

„Kein Mensch ist perfekt. Social Media ist mehr Schein als sein, darüber sollten wir uns alle im Klaren sein. Man kann Dinge so präsentieren, wie wir sie gerne hätten. Aber ich bin eher so ein Mensch, der kein Blatt vor den Mund nimmt, ich trage das Herz auf der Zunge. Ich bin froh, dass ich so groß geworden bin. Es ist schon auffällig, wenn die Menschen zu glatt gebügelt sind. Ein Mensch hat Ecken und Kanten.“

Der Umgang mit Social Media muss gelernt werden. Es ist nicht verkehrt, man selbst zu sein. Ich kann nur jeden Auffordern, er selbst zu sein.“

… über die eigene Authentizität:

„Das ist durch das familiäre Umfeld bedingt. Ich hab mir nie die großartigen Stars als Vorbilder genommen, sondern Vorbilder im privaten Umfeld. Leute, die Attribute vertreten, wie ich selber gerne sein möchte, die ich gerne verkörpern möchte. Mein Trainer sagt häufig, dass wir uns mit den fünf Menschen umgeben sollen, deren Attribute wir verkörpern möchten. Ich glaube, dass das sehr beeinflussen kann.“

...über Empathie im Sport:

„Im Sport würde ich mir wünschen, dass die Menschen wieder empathischer werden, dass die Menschen mehr miteinander mitfühlen. Ich glaube, es hat in den letzten Jahren eine Kehrtwende gegeben, die Menschen haben gelernt, sich wieder ineinander zu versetzen. Empathie ist im Sport sehr, sehr wichtig. Wenn man sich in den Gegner versetzen kann, seine Leistung nachvollziehen kann, dann ist der Punkt Fairness auch abgedeckt.“

Auch interessant

Kommentare