Fußball

Abbruch oder Fortsetzung? Klares Votum der Klubs - FLVW-Empfehlung erst später

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Die Amateur-Fußballklubs in Westfalen plädieren für Saison-Abbruch (Symbolfoto).

[Update: 23. April, 15.30 Uhr]Die Vereine des Fußball- und Leichtathletik-Verbands Westfalen geben ein klares Votum ab, wie in der Corona-Krise mit der Saison verfahren werden soll. Der FLVW vertagt seine Entscheidung jedoch.

Hamm - Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) hat entgegen seiner Ankündigung am Donnerstag noch keine Empfehlung für das Saisonende im Amateurfußball ausgesprochen.

Bis kommenden Dienstag stehen noch Videokonferenzen mit den Vereinen an. Im direkten Anschluss, so Vizepräsident Manfred Schnieders in den „Ruhr Nachrichten“, solle es eine Empfehlung geben. Der Verband wartet allerdings auch noch auf das von ihm in Auftrag gegebene Rechtsgutachten.

Ursprüngliche Meldung

Kamen – Die Amateure des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) haben sich mehrheitlich für einen sofortigen Abbruch der Saison ausgesprochen. Das bestätigte der FLVW auf seiner Internetseite.

Der Verband hatte zuvor per Online-Umfrage nach der Meinung der westfälischen Fußball-Vereine gefragt, wie die spielleitenden Stellen auf die Corona-Problematik reagieren sollen. 1596 Vereine wurden angeschrieben, 1149 Klubs hatten bis Dienstagmittag eine Antwort gesendet. Dabei stimmten 88,4 Prozent für einen sofortigen Abbruch der laufenden Saison, lediglich 11,6 plädierten für eine Fortsetzung der Meisterschaftsrunden.

Unterschiedliche Meinungen gibt es allerdings zum möglichen Abbruch-Szenario. 278 Vereine (24,2 %) sind dafür, bei einem Abbruch den aktuellen Tabellenstand zu werten, dabei aber nur Aufsteiger zuzulassen. 345 Klubs (30%) würden gerne die Hinrunde (nur Aufsteiger) gewertet sehen. 393 (34,2 %) stimmen für eine komplette Annullierung der Saison ohne Auf- und Absteiger.

„Das Ergebnis der Befragung ist eindeutig. Die Fortführung der Saison wird von den Vereinen nicht befürwortet. Dies wird der Entscheidungsvorschlag des Verbands-Fußball-Ausschusses berücksichtigen“, erklärt der für den Amateurfußball verantwortliche Vizepräsident Manfred Schnieders. Er beton zudem noch einmal ausdrücklich, dass es in den Statuten der Fußball-Verbände keine Abbruchszenarien gibt. Deswegen hat der FLVW auch ein Rechtsgutachten beauftragt, dessen Ergebnis noch nicht vorliegt.

Oberligisten bevorzugen Saison-Abbruch ohne Absteiger

Bereits am Montagabend hatten sich in einer Video-Konferenz mit FLVW-Funktionären die Mehrheit der Oberliga-Vertreter für einen Abbruch der laufenden Meisterschaftssaison ohne Absteiger ausgesprochen. 16 von 18 Vereinen der höchsten westfälischen Amateurklasse beteiligten sich an der Konferenz. Die Hammer SpVg war durch Fußball-Abteilungsleiter und Vizepräsident Dirk Blumenkemper und Westfalia Rhynern durch den Sportlichen Leiter Andreas Kersting vertreten.

„Das war eine gute Sache“, bewertete Kersting die Veranstaltung positiv. „Auch für uns war es einmal gut zu wissen, welche Gefahren der Verband in dieser Hinsicht sieht, der vor allem jegliche Haftungsgründe ausschließen und eine Klagewelle verhindern möchte“, erklärte Rhynerns Sportlicher Leiter.

Verbandstag entscheidet über endgültiges Verfahen

Als einzige Vereine hatten sich der SC Westfalia Herne und der TSG Sprockhövel nicht an dieser Meinungsbildung beteiligt. Wie HSV-Fußball-Abteilungsleiter Blumenkemper bestätigte, tendierte schließlich die Mehrheit der Klubs dazu, die Saison abzubrechen und auf Absteiger zu verzichten.

„Wir wollen und müssen wissen, was ihr wollt. Auch dieses Stimmungsbild fließt in unsere Überlegungen ein“, hatte Schnieders zu Beginn der Konferenz den Beteiligten erklärt. Wie am Ende verfahren wird, kann ohnehin nur der Verbandstag entscheiden.

Und für den muss mit dreiwöchiger Vorlaufzeit geladen werden. Daher dürfte sich die endgültige Entscheidung, wie in Westfalen verfahren wird, noch bis weit in den Mai hineinziehen. Das Abstimmungsergebnis dürfte dabei wohl entscheidenden Einfluss haben

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