Morgenstern gewinnt

Freund Fünfter in Titisee-Neustadt

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Severin Freund (Archivfoto).

Titisee-Neustadt - Die deutschen Skispringer haben beim Heim-Weltcup in Titisee-Neustadt erstmals in der Olympia-Saison das Podest verpasst.

Severin Freund (Rastbüchl) sorgte beim Sieg des Österreichers Thomas Morgenstern als Fünfter für das beste Ergebnis der DSV-Adler, Richard Freitag (Aue) wurde Neunter. Bei den ersten vier Springen des Winters hatten vier verschiedene Deutsche auf dem Podium gestanden.

„Das ist kein Rückschlag, zumindest kein großer“, sagte Bundestrainer Werner Schuster, der angesichts der häufig wechselnden Windverhältnisse mit dem Ergebnis leben konnte: „Wir hatten sechs Leute im Finale, damit können wir zufrieden sein. Wir haben das Beste aus den Verhältnissen gemacht.“

Der dreimalige Olympiasieger Morgenstern feierte mit Flügen auf 143,5 und 139 Meter und 284,1 Punkten den 23. Weltcup-Sieg seiner Karriere. Gleichzeitig beendete der 27-Jährige eine fast zweijährige Durststrecke, zuletzt hatte er im Januar 2012 in Bischofshofen gewonnen. „Nach einem langen, steinigen Weg bin ich am Ziel. Das war ein sehr emotionaler Moment für mich, den ich auskosten werde“, sagte Morgenstern. Ebenfalls auf dem Podest standen Weltmeister Kamil Stoch (Polen/280,8) und Simon Ammann (Schweiz/277,6).

Topfavorit Gregor Schlierenzauer (Österreich/271,8) verteidigte mit Rang vier seine Führung im Gesamtweltcup, liegt mit 266 Punkten aber nur knapp vor dem neuen Zweiten Freund (224). Der Deutsche kam auf 144 und 137,5 Meter und 270,9 Punkte, im ersten Durchgang verpasste er den von Sven Hannawald und dem Polen Adam Malysz gehaltenen Schanzenrekord nur um einen Meter. Wegen starken Aufwinds bekam Freund aber deutliche Abzüge. „Mein Platz geht vollkommen in Ordnung. Mir wäre es lieber gewesen, wenn die Sprünge etwas gleichmäßiger gewesen wären“, sagte Freund, der sechs Tage zuvor in Lillehammer gewonnen hatte.

Vor 4500 Zuschauern im Schwarzwald, wo erstmals seit 2007 wieder ein Weltcup stattfand, verfehlten die übrigen Deutschen zwei Wochen vor Beginn der Vierschanzentournee die Top Ten. Marinus Kraus (Oberaudorf/260,6) landete auf dem 15. Platz. Michael Neumayer (Berchtesgaden/258,3) und Andreas Wank (Oberhof/251,8) verpassten auf den Rängen 16 und 23 erneut die ersten 15 und damit die halbe Olympia-Norm für Sotschi. Karl Geiger (Oberstdorf/237,1) sammelte als 29. ebenfalls noch Punkte.

Andreas Wellinger (Ruhpolding), dem in der Qualifikation am Freitag noch die Bestweite gelungen war, stürzte bei schlechten Windverhältnissen auf den 50. und damit letzten Platz ab. Der 18-Jährige verpasste erstmals in dieser Saison den zweiten Durchgang. Auch im Gesamtweltcup fiel Wellinger mit 160 Punkten vom vierten auf den sechsten Rang zurück, den er sich nun mit Kraus teilt. Freitag folgt mit 104 Punkten als viertbester Deutscher auf dem 17. Platz.

Auch zwei Altmeister konnten sich in Szene setzen: Der 41 Jahre alte Noriaki Kasai (Japan) überzeugte als Sechster, der fünfmalige Tournee-Sieger Janne Ahonen (36) aus Finnland belegte den 21. Rang.

sid

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