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„Rasender Zahnarzt“ ist tot: Formel 1 trauert um einen seiner Pioniere

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Von: Alexander Kaindl

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Der älteste noch lebende Grand-Prix-Sieger der Formel 1 ist im Alter von 90 Jahren gestorben: Die Königsklasse trauert um Tony Brooks.

London - Trauer in der Formel 1: Der frühere Pilot Tony Brooks ist tot. Das berichten mehrere britische Medien unter Berufung auf seine Tochter Giulia. Damit ist der älteste noch lebende Grand-Prix-Sieger gestorben - Brooks wurde 90 Jahre alt.

Charles Anthony Standish „Tony“ Brooks zählte in den Fünfzigern zu den prägendsten Figuren in der Königsklasse, er trat gegen große Fahrer wie Juan Manuel Fangio, Alberto Ascari und Stirling Moss an. Insgesamt bestritt er 38 WM-Rennen, zehn Mal stand er auf dem Podium, sechs Mal davon ganz oben.

Formel 1 trauert um Tony Brooks: „Er war Teil einer besonderen Gruppe von Fahrern“

Besonders in Deutschland schien es Brooks zu gefallen, dort gewann er doppelt: 1958 siegte der Engländer auf dem Nürburgring, ein Jahr später im Ferrari auf der AVUS in Berlin. 1959 verpasste er nur knapp den Gewinn des WM-Titels (alle Formel-1-Weltmeister in der Übersicht), er musste sich dem Australier Jack Brabham geschlagen geben.

Formel-1-Geschäftsführer Stefano Domenicali würdigte Brooks‘ Leistungen und sein Engagement in der Rennserie: „Ich war traurig, als ich die Nachricht hörte, dass Tony Brooks gestorben ist. Er war Teil einer besonderen Gruppe von Fahrern, die Pioniere waren und in einer Zeit großer Risiken die Grenzen überschritten. Er wird uns fehlen und unsere Gedanken sind in diesen Tagen bei seiner Familie.“

Tony Brooks - hier bei einer Formel-1-Veranstaltung im Jahr 2007 - ist im Alter von 90 Jahren gestorben.
Tony Brooks - hier bei einer Formel-1-Veranstaltung im Jahr 2007 - ist im Alter von 90 Jahren gestorben. © Crash Media Group / Imago

Tony Brooks: Der „rasende Zahnarzt“ der Formel 1 ist tot

Brooks wurde 1932 im englischen Dukinfield, vor den Toren Manchesters, geboren. Wegen seines Studiums der Zahnmedizin war Brooks auch als „rasender Zahnarzt“ bekannt. Für seine Formel-1-Karriere gab er die medizinische Laufbahn aber auf. Selbige hatte er wegen seines Vaters begonnen - der als Zahnarzt natürlich erwartet hatte, dass sein Sohn eines Tages in seine Fußstapfen treten würde.

Brooks galt als fairer Sportsmann, war im Fahrerlager durchaus beliebt. Im Alter von nur 29 Jahren stieg Brooks 1961 aber aus dem Motorsport aus - er hatte „zu viele Freunde sterben sehen“, wie er einst einmal verraten hatte. Die Autos, die lagen ihm aber weiterhin am Herzen: Er restaurierte alte Rennwagen und war bei zahlreichen Veranstaltungen rund um den Motorsport ein gern gesehener Gast.

Am Wochenende feiert die Königsklasse ihre Premiere in Miami. Ob Brooks die spektakuläre Formel-1-Show gefallen hätte? (akl/dpa)

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