Reus und Co: Die Bundesliga-Teams aus NRW im Leistungscheck und der Saisonrückblick

Für die Bundesliga-Teams aus NRW war das letzte Jahr eine Saison mit Höhen und Tiefen.
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Für die Bundesliga-Teams aus NRW war das letzte Jahr eine Saison mit Höhen und Tiefen.

NRW - Für fünf der sechs Bundesligisten aus Nordrhein-Westfalen ist die Saison 2014/15 kürzlich zu Ende gegangen. Borussia Dortmund beendet die Saison am Samstag mit dem DFB-Pokalfinalspiel gegen den VfL Wolfsburg im Berliner Olympiastadion. Wir blicken kurz auf den Saisonverlauf der NRW-Teams zurück.

Borussia Mönchengladbach der Gewinner der Saison

Der Gewinner der Saison kommt eindeutig aus Mönchengladbach. So startete die Fohlenelf mit dem Trainer Lucien Favre mit mehreren Unentschieden in die Saison, stabilisierte die Leistung und überwinterte nach der Hinrunde bereits auf Rang vier.

Mit 39 Punkten war Borussia Mönchengladbach in der Rückrunde die beste deutsche Mannschaft und schaffte am Ende mit Siegen gegen die Konkurrenten aus Leverkusen und Wolfsburg sensationell den Sprung auf Platz drei. Somit erreichte die Borussia die direkte Qualifikation für die Champions-League in der kommenden Saison.

Hier gibt es die Bilder der Saison von Borussia Mönchengladbach: Der VfL ist in der Champions-League

Derbysieger und ein mögliches Happy-End in Berlin

Kurios und wie eine Berg- und Talfahrt verlief die Saison dagegen für Borussia Dortmund. Der Vizemeister startete gut in die Saison, spielte jedoch durchwachsen in der Liga. In der Champions-League lief es dagegen hervorragend, bis der BVB später verdient gegen Juventus Turin scheiterte.

Den Negativpunkt erreichte der BVB in der Rückrunde, als Dortmund daheim gegen den FC Augsburg mit 0:1 verlor und auf den 18. Tabellenplatz abrutschte. Erst nach dem Rücktritt von Trainer Jürgen Klopp zum Saisonende und der überraschenden Vertragsverlängerung von Leistungsträger Marco Reus ging es wieder aufwärts. Am Ende landete der BVB - nach 31 Punkten in der Rückrunde - noch auf Platz sieben in der Liga und kann sich so für den UEFA-Cup qualifizieren.  

Höhepunkt der Saison wurde das DFB-Pokalhalbfinale, dass der BVB gegen den Meister Bayern München im Elfmeterschießen gewann. Mit einem Sieg am Samstag in Berlin kann die Borussia die Pokalsaison krönen und sich zum vierten Mal (nach 1965, 1989 und 2012) den DFB-Pokal sichern.

Hier gibt es die Bilder zur Saison der schwarz-gelben Borussia: Eine Saison mit Höhen und Tiefen

Führungsduo bleibt lange erhalten

Der 1. FC Köln spielte eine recht unspektakuläre Saison, erreichte aber am Ende das Saisonziel Klassenerhalt. Insgesamt holte die Elf vom Rhein 40 Punkte und stand am Ende auf dem zwölften Tabellenplatz.

Trainer Peter Stöger zeigte sich zufrieden mit der Saisonbilanz der Kölner und gibt für das kommende Jahr das gleiche Saisonziel vor. Das Führungsduo im Vorstand mit Präsident Werner Spinner und Geschäftsführer Jörg Schmadtke, das seit 2013 die Fäden beim FC zieht, verkündete die vorzeitige Verlängerung beider Verträge. Spinner will bis 2021, Schmadtke bis 2020 an der Führungsspitze des Kölner Fußballvereins bleiben.

"Wir setzen mit der Verlängerung ein Zeichen an unsere Mitarbeiter, die Mitglieder und die Fans und Partner des FC", verkündete Jörg Schmadtke beim Saisonabschluss des 1. FC Köln.

Hier gibt es die Bilder zur Saison des 1. FC Köln aus der Saison 2014/15: Mission Klassenerhalt geschafft

UEFA-Cup statt Champions-League

Ebenfalls kurios verlief die Saison für den zweiten Ruhrgebiets-Club, den FC Schalke 04. Nach einem mauen Saisonauftakt, in dessen Folge Trainer Jens Keller entlassen und durch Roberto Di Matteo ersetzt wurde, stabilsierten sich die Saisonleistungen.

In der Rückrunde ging es für Schalke allerdings bergab und die schlechten Leistungen mehrten sich wieder, so dass die Kritik an Trainer und Führungsstab zunahm. Schließlich führte dies zum Bruch zwischen Fans und Mannschaft, was mit einem Stimmungsboykott im Spiel gegen den SC Paderborn seinen Gipfel erreichte.

Mit nur 21 Punkten in der Rückrunde landete Schalke am Ende nur auf Platz sechs, zu wenig für die eigenen Anforderungen des Clubs. Der ursprüngliche Anspruch war eine direkte Qualifikation für die Champions-League gewesen. So reichte es am Ende nur für den UEFA-Pokal. Roberto Di Matteo legte zudem nach der Niederlage gegen den HSV am letzten Spieltag sein Amt als Trainer des FC Schalke 04 nieder.

Hier gibt es die Bilder von der Saison des FC Schalke 04 im Rückblick: Das blau-weiße Jahr 2014/15

Leverkusen wieder konstant in den Top vier

Bereits vier Spieltage vor Saisonende hatte Bayer Leverkusen das Saisonziel erreicht: Die Qualifikation zur Champions-League. Am Ende der Saison reichte es allerdings nur für den vierten Saisonplatz, obwohl Bayer lange Zeit hinter Bayern München den zweiten Platz inne hatte. Überflügelt wurde die Bayerelf allerdings vom VfL Wolfsburg und dem Nachbarn vom Niederrhein, der Borussia aus Mönchengladbach.

In der Champions-League scheiterte Bayer im Achtelfinale an Atletico Madrid unglücklich im Elfmeterschießen. Genauso, ebenfalls im Elfermeterschießen, scheiterte der Club aus Leverkusen im Viertelfinale des DFB-Pokals am amtierenden Meister Bayern München.  

17 Saisonsiege feierte Bayer 2014/15 und landete zum insgesamt fünften Mal in den letzten sechs Jahren auf einem der Top vier Plätze in der Bundesliga. Somit bleibt sich Bayer Leverkusen als konstante Mannschaft selbst treu. Trainer Roger Schmidt will auch in der kommenden Saison mit Bayer wieder auf attraktiven Angriffsfußball setzen.

Die Bilder zur Saison von Bayer 04 Leverkusen gibt es hier: Das Jahr der Werkself im Rückblick

Abgestiegen, aber niemand ist enttäuscht

Am zweiten Spieltag ein 3:0-Heimsieg gegen den großen HSV, am vierten Spieltag sogar überraschend Tabellenführer - doch am Ende blieb nach einem Jahr Bundesliga doch nur der erneute Abstieg in die Zweitklassigkeit. Mit dem SC Paderborn kam zu Beginn als 53. Neuling der Bundesliga frischer Wind ins Oberhaus.

Paderborn enttäuschte seine Fans trotz des Abstiegs nicht. Das ausgewiesene Saisonziel der Verantwortlichen um Trainer André Breiterreiter hieß vor Saisonbeginn "Wettbewerbsfähigkeit beweisen". Aufgrund der schwächelnden Konkurrenz hatte der Club aus Ostwestfalen sogar noch am letzten Spieltag die Chance, mit einem Sieg gegen den VfB Stuttgart die Relegation zu erreichen. Nach einer 1:0-Führung ging die Partie doch noch mit 1:2 verloren.

Immerhin erzielte Paderborns Moritz Stoppelkamp am 20. September mit einem Tor aus 82,3 Metern eines der spektakulärsten Tore der Saison. "Ich wusste gar nicht, dass ich überhaupt soweit schießen kann", sagte Stoppelkamp nach dem Spiel gegenüber dem Portal bundesliga.de.

31 Punkte reichten nicht für den Verbleib in der ersten Bundesliga. Im DFB-Pokal scheiterten die Ostwestfalen allerdings bereits in der ersten Runde mit einem 1:2 in der Verlängerung gegen Zweitligist RasenBallsport Leipzig.

Die Saison des SC Paderborn im Rückblick: Vom Tabellenführer zum Absteiger

Von Benny Finger

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