Diskussion

Neustart der Bundesliga mit Mundschutz? Ex-Schalker macht den Härtetest - sein Fazit ist eindeutig

Die Bundesliga-Saison soll im Mai fortgesetzt werden. Dann mit Schutzmasken für Spieler und Schiedsrichter? Ein Ex-Schalker macht den Härtetest.

  • Die Fußball-Bundesliga soll im Mai den Spielbetrieb aufnehmen und aus der Coronavirus-Pause kommen.
  • Das Referat Arbeitsschutz des Bundesarbeiterministeriums hat eine Maskenpflicht der Spieler vorgeschlagen.
  • Der Ex-Schalker Dennis Aogo macht den Mundschutz-Härtetest.

Update vom 25. April, 16.43 Uhr: Maskenball statt Fußball-Bundesliga? Das Referat Arbeitsschutz des Bundesarbeitsministeriums hat ein Konzept erstellt, nach dem Spieler zum Bundesliga-Neustart auch während des Spiels Mund-Nasen-Schutzmasken tragen sollen. Die Bedingung: Sie dürfen auch während Sprints, Kopfballduellen und Zweikämpfen nicht verrutschen. Andernfalls müsste die Partie umgehend unterbrochen werden.

Ein skurriles Unterfangen, welches nun auf die Probe gestellt wurde. Der Ex-Spieler des FC Schalke 04 und derzeit vereinslose Dennis Aogo hat in Zusammenarbeit mit der Bild den Härtetest mit zwei Masken gemacht. Getragen wurde zunächst ein herkömmlicher Mund-Nasen-Schutz, anschließend probierte Aogo die in der Pflege eingesetzte FFP2-Maske aus.

Bundesliga Fortsetzung mit Mundschutz? Ex-Schalker Aogo macht den Test

Nach jeweils 15 Minuten Aufwärm-, Sprint-, Ball, Hütchen- und Kopfballübungen kam der 33-Jährige zu einem deutlichen Fazit: Beide Masken eignen sich nicht für die Nutzung im Profi-Fußball. "Die Beeinträchtigung durch die erschwerte Atmung ist meiner Meinung nach viel zu groß", schreibt Aogo bei Instagram. Vielmehr störe ihn jedoch, dass die Spieler die Masken nicht berühren dürften und zudem alle 15 Minuten gewechselt werden müssten. Kontrollieren könne man das nicht bei 22 Akteuren auf dem Feld. "Entweder ohne Maske oder gar nicht, denn das hat nichts mehr mit dem Fußball zu tun, den wir alle so lieben", so Aogo weiter.

Ohnehin soll es sich bei dem Konzept des Bundesarbeitsministeriums lediglich um einen ersten Entwurf handeln. Ernsthaft von der Deutsche Fußball Liga (DFL) in Erwägung gezogen wurde dieser bislang nicht.

Maskenpflicht in der Bundesliga? Vorbildlich, aber nicht umsetzbar - Kommentar

[Ursprungsmeldung] Die Demut der Deutschen Fußball Liga (DFL) war unüberhörbar am Donnerstagnachmittag. Die Fußball-Bundesliga muss fortgesetzt werden, um den drohenden Kollaps abzuwenden. Inmitten der Coronavirus-Krise soll der Ball ab dem kommenden Mai wieder Rollen. 

Die Verantwortlichen stoßen damit auf viel Gegenwind aus der Öffentlichkeit. Das ausgearbeitete Konzept, das DFL-Geschäftsführer Christian Seifert vorstellte, soll die Politik davon überzeugen, grünes Licht für die Fortsetzung des Spielbetriebs zu erteilen. Die Bundesliga sei bereit, betonte Seifert. Die Präventiv-Maßnahmen wie Geisterspiele und Hygiene-Konzepte zudem detailliert ausgearbeitet. Spieler, Trainer und Co. würden zudem regelmäßig getestet. Doch genügt das als Risikovermeidung? 

Maskenpflicht in der Bundesliga: Maßnahme in der Coronakrise für den Profifußball?

Nicht für das Referat Arbeitsschutz des Bundesarbeitsministeriums. In einem internen Papier mit dem Namen "Stellungnahme zum DFL-Hygienekonzept zur Fortsetzung des Spielbetriebs" soll laut Angaben des Spiegel das Tragen von Schutzmasken während einer Bundesliga-Partie angeregt werden. So sollen Spieler und Schiedsrichter einen "sportgerechten Mund-Nasen-Schutz" tragen. Dabei soll es sich um Masken nach medizinischem Standard handeln. 

Die Bundesliga-Klubs könnten eine Vorbildfunktion erfüllen, aber ...

So weit, so plausibel. Ein durchaus denkbares Szenario, wurde doch gerade erst in den Bundesländern Bayern und Nordrhein-Westfalen die Maskenpflicht eingeführt. Die Bundesliga-Klubs um Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 würden nicht nur ihrer Pflicht nachgehen können und sich mit damit einhergehenden Ausschüttung der TV-Gelder ihre Existenz sichern. Sie würden gar eine Vorbildfunktion für jung und alt erfüllen. 

Maskenpflicht im Fußball: Vorschlag im Kontaktsport nicht umsetzbar

In der Praxis jedoch erscheint der Vorschlag nicht nur äußerst skurril, sondern auch als nicht umsetzbar im Kontaktsport Fußball. Laut des Papiers des Referats Arbeitsschutz des Bundesarbeitsministeriums dürfen die Schutzmasken nicht angefasst werden. Zudem dürfte es nicht zu einem Verrutschen eben jener während eines Sprints, Kopfbällen und Zweikämpfen kommen, heißt es. Denn sonst müsste die Partie umgehend unterbrochen werden. Unmöglich, wollen sich die Spieler die Masken nicht ins Gesicht kleben. 

Und wenn doch, dann hätten sie spätestens alle 15 Minuten ein großes Problem. Denn dann soll in regelmäßigen Unterbrechungen ein Austausch der Masken erfolgen, da sie "wegen des erhöhten Atemvolumens erheblich schneller durchfeuchten und damit unbrauchbar sind." 

Zwar handele es sich auf Anfrage des Spiegels bei dem Papier um einen "ersten Arbeitsentwurf". Doch bereits jetzt kann dieser wohl ad acta gelegt werden.

Nicht nur, weil der Entwurf nicht umsetzbar ist. Sondern auch, weil er die Authentizität des Fußball völlig untergraben würde. Dann lieber keinen Fußball, als einen, der hinter Gesichtsmasken und mit regelmäßigen Pausen ausgetragen wird.

Rubriklistenbild: © dpa / picture alliance

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