Vor BVB-Spiel: Gladbach hat noch nicht genug

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Gladbachs Trainer Lucien Favre.

MÖNCHENGLADBACH - Der Vereinsrekord nicht wichtig, auf Zwischenrundenkurs in der Europa League erfreulich, aber auch nicht mehr. Bei Borussia Mönchengladbach kam nach dem 2:0 (0:0)-Pflichtsieg bei Apollon Limassol keine Feierstimmung auf, die Konzentration richtete sich sofort auf das schwere Auswärtsspiel in der Fußball-Bundesliga am Sonntag (17. 30 Uhr/Sky) bei Borussia Dortmund.

"Dass wir jetzt 18 Spiele in Folge ungeschlagen sind, ist ein schöner Randaspekt, aber ich hätte auch nichts dagegen, wenn es 19, 20 oder 21 Spiele werden", verkündete Sportdirektor Max Eberl kampfeslustig mit Blick auf die bevorstehenden Aufgaben. Die Mannschaft von Trainer Lucien Favre hat Blut geleckt und schwimmt derzeit auf einer Erfolgswelle. Selbst in einem schwächeren Spiel lässt sie sich nicht vom Kurs abbringen.

"Vor ein paar Jahren", stellte Patrick Herrmann fest, "hätten wir so ein Spiel verloren." Doch die Borussia im Herbst 2014 hat inzwischen so ein enormes Selbstvertrauen aufgebaut, dass sie immer einen Weg findet, die Spiele zu ihren Gunsten zu entscheiden. 18 Pflichtspiele ist der fünfmalige deutsche Meister nun schon ungeschlagen, damit wurde die Bestmarke aus der Meistersaison 1970/71 übertroffen. "Darauf können wir alle stolz sein. Uns bleibt aber nicht viel Zeit uns zu freuen, wir müssen das Spiel schnell abhaken und uns auf die schwere Aufgabe konzentrieren, die uns am Sonntag in Dortmund erwartet", sagte Joker Herrmann, der nach dem Führungstreffer von Raffael (55. ) in der Nachspielzeit für die Entscheidung sorgte (90.+5).

Für Tony Jantschke hat der Klubrekord ebenfalls keine besondere Bedeutung. Der Rekord mit 18 ungeschlagenen Spielen seit Saisonstart sei eine schöne Begleiterscheinung, interessiere ihn aber nicht wirklich, sagte der Innenverteidiger und merkte mit Blick auf die mäßige Vorstellung bei Außenseiter Limassol selbstkritisch an: "Wir wissen selbst, dass das heute nicht unsere beste Leistung war." Dafür rotierte Favre wieder kräftig und schonte einige Akteure für das Spiel beim kriselnden BVB. In Dortmund soll auch Nationalspieler Max Kruse (muskulärer Probleme im Oberschenkel) wieder auflaufen. Mit einem weiteren Erfolg will das Favre-Team sich in der Spitzengruppe weiter festsetzen.

In der Europa League haben die Gladbacher vor den abschließenden beiden Spieltagen in der Gruppe A sogar Platz eins übernommen. Der Vorsprung auf den drittplatzierten FC Zürich beträgt bereits vier Punkte. "Wir haben einen großen Schritt in Richtung Zwischenrunde gemacht", sagte Herrmann und Favre fügte an: "Wir haben jetzt eine gute Ausgangsposition und wollen unbedingt eine Runde weiterkommen." Abwehrchef Martin Stranzl mahnte aber vor der Partie beim FC Villarreal und dem Heimspiel gegen Zürich: "Die Gruppe ist nach wie vor offen." - SID

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