Er wächst und wächst: Borussia-Park feiert Geburtstag

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Gladbach-Geschäftsführer Stephan Schippers im Borussia-Park.

[UPDATE 15.20 Uhr] MÖNCHENGLADBACH - Der Borussia-Park hat Borussia Mönchengladbach in den zehn Jahren seit der Eröffnung weit nach vorn gebracht. Am 14. August 2004 wurde das erste Bundesligaspiel in der neuen Arena ausgetragen. Auf dem Gelände sind weitere Projekte geplant.

Der Borussia-Park wächst und wächst und wächst. 10 Jahre nach dem Auszug aus dem Bökelbergstadion verfügt Borussia Mönchengladbach nicht nur über eine moderne Spielstätte mit großem Sportpark. Der Club hat nach dem "Mythos Bökelberg" auch eine neue Tradition ins Leben gerufen und seine wirtschaftlichen Möglichkeiten enorm verbessert. Kaum ein Proficlub in Deutschland trägt seinen Vereinsnamen im Stadionnamen - und so soll es auch bleiben. "Der Borussia-Park ist einzigartig und hat sich so festgesetzt in den Köpfen", sagte Borussias Geschäftsführer Stephan Schippers der Nachrichtenagentur dpa.

Mittlerweile umfasst das vor zehn Jahren eröffnete 264 000 Quadratmeter große Areal im Mönchengladbacher Stadtteil Rheindahlen, wo die britische Rheinarmee bis 1996 residierte, mehr als nur ein Fußballstadion. "Wir haben das Trainingsgelände vergrößert, den Fohlen-Platz eröffnet. Nun wird unser Jugendleistungszentrum durch den Fohlen-Campus erweitert und trägt dazu bei, unsere Jugend noch besser auszubilden", erklärte Schippers. Bis zum Jahresende wird über weitere Baumaßnahmen entschieden: Ein Gebäude mit Fan-Shop, Reha-Abteilung, Museum und einem Hotel ist geplant. "Das würde die Attraktivität des Borussia-Parks weiter steigern", meinte Schippers.

Möglich geworden sind solche Pläne, weil der Club sich mit dem neuen Stadion auch wirtschaftlich in andere Dimensionen begeben hat. Zu Zeiten des Bökelbergs lag der Umsatz bei 18 Millionen Euro, heute sind es mehr als 100 Millionen Euro. Schippers: "Wenn wir den Borussia-Park nicht gebaut hätten, würden wir heute nicht in der Bundesliga und vielleicht auch nicht in der 2. Liga spielen".

Der Club ist zu einem bedeutenden mittelständischen Unternehmen in der Region gewachsen. "Bei Borussia sind 200 Mitarbeiter beschäftigt, darüber hinaus sind es zusätzlich ca. 1800, die zum Gelingen des Spieltages beitragen. Der Werbewert für die Stadt Mönchengladbach beträgt rund 20 Millionen Euro pro Jahr, von Borussia geht für die Stadt und die Region eine mittel- und unmittelbare Wertschöpfung von rund 200 Millionen Euro aus. Das hat eine Studie der Hochschule Niederrhein ergeben", sagte Borussias Geschäftsführer.

Auf die Vermarktung des Stadionnamens hat der Club bislang verzichtet. "Wir wollen und müssen den Namen nicht um jeden Preis vermarkten und wir prüfen bei entsprechenden Angeboten, die es in der Vergangenheit auch schon gab, ob der wirtschaftliche Nutzen für Borussia in einem guten Verhältnis dazu steht, dass man mit dem Stadionnamen einen gewissen Eingriff in die eigene Identität zulässt", erklärte Schippers.

Zusätzlich Geld kann schließlich auch bei internationalen Auftritten verdient werden. Sollte sich Borussia gegen FK Sarajevo durchsetzen und die Gruppenphase der Europa League erreichen, sind zunächst bis zu fünf Millionen Euro Einnahmen möglich. Auf dem Transfermarkt wird der Club aber auch dann nicht mehr aktiv. "Das ist nicht geplant. Wir haben uns sehr gut verstärkt, und die Kaderplanung ist abgeschlossen", betonte Schippers. Dennoch ist die Qualifikation für die Europa League nach Meinung von Gladbachs Geschäftsführer kein Selbstläufer: "Es ist sicher machbar, doch in Sarajevo können wir uns auf ein Tänzchen gefasst machen." - lnw

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