Gladbach startet mit Remis ins Europa-Abenteuer

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Max Kruse (rechts) im Duell mit Moises Gomez.

MÖNCHENGLADBACH - Borussia Mönchengladbach hat den erhofften Heimsieg beim Start ins Europa-Abenteuer leichtfertig aus der Hand gegeben. Beim 1:1 (1:0) gegen den FC Villarreal in der Europa League haderte der Bundesligist vor allem mit einem nicht gegebenen Handelfmeter in der Schlussminute.

Patrick Herrmann hatte die Gastgeber mit seinem ersten Saisontor in der 21. Minute in Führung gebracht. "Joker" Ikechukwu Uche rettete den nimmermüden Spaniern knapp eine Minute nach seiner Einwechslung das insgesamt verdiente Unentschieden (68.).

Vor 39 128 Zuschauern im Borussia-Park vergaben die Gladbacher schon vor der Pause einige hochkarätige Chancen. Für Aufregung sorgte eine Szene in der 90. Minute, als der Ball einem Spanier im Strafraum an den Unterarm sprang. Doch der slowakische Schiedsrichter Ivan Kruzliak, der schon Richtung "Punkt" gedeutet hatte, entschied sich dann doch gegen einen Strafstoß.

Favre: "Hätten das 2:0 machen müssen"

"Wir hatten in der ersten Halbzeit 70 Prozent Ballbesitz und hätten das 2:0 machen müssen. Insgesamt bin ich aber zufrieden mit der Leistung, wir haben uns Chancen herausgespielt", bilanzierte Mönchengladbachs Trainer Lucien Favre. "Es war ein sehr intensives Spiel. Wer die Torchancen nutzt, der gewinnt", sagte Torschütze Herrmann. "Im Endeffekt müssen wir das aber so hinnehmen." Bereits am Sonntag steht das Favre-Team im rheinischen Derby in Köln vor seiner nächsten Bewährungsprobe.

Euro-League: Gladbach - Villarreal 1:1

Gladbach dominiert die Partie

In dem intensiven und gutklassigen Spiel konnten sich die Gastgeber nach einer kurzen Abtastphase im Dauerregen zunehmend Vorteile verschaffen. Gladbach dominierte die Partie aber nur in der ersten Halbzeit, der Tabellen-Achte der Primera Divison blieb bei Kontern immer kreuzgefährlich. Der erste Gladbacher "Schreckschuss" durch den Schweden Oscar Wendt zischte knapp am langen Pfosten vorbei (12.). Herrmann machte es dann besser, profitierte bei seinem fulminanten Führungstreffer aus rund 20 Metern aber von einem missglückten Abwehrversuch.

Zwei Joker sorgen für den Ausgleich

Kurz zuvor musste Gladbachs Schweizer Keeper Yann Sommer in höchster Not gegen Denis Tscherischew retten (20.). Vor allem der Russe, Cani und Luciano Vietto bestimmten bei Villarreal die Offensivaktionen. Tscherischew versiebte nach knapp einer Stunde die bis dahin größte Ausgleichschance für die Spanier, die 2006 im Halbfinale der Champions League standen. Der sehenswerte Ausgleich für die Mannschaft von Trainer Marcelino Garcia Toral war eine Doublette von zwei Jokern, denn auch Passgeber Manu Trigueros kam erst acht Minuten vor dem 1:1 ins Spiel.

Sechs Spiele in 18 Tagen: Rotation

Favre dachte schon an die beginnende schwere Serie von sechs Spielen in 18 Tagen - und ließ auf zwei Positionen rotieren: Schonzeit bis zu ihrer Einwechslung bekamen zunächst der Brasilianer Raffael und André Hahn, dafür schickte der Coach Herrmann und den Schweden Branimir Hrgota auf den Rasen. Herrmann vergab die große Chance zum 2:0, weil er im Strafraum nicht konsequent den Abschluss suchte (38.). Drei Minuten später scheiterte Hrgota.

In zwei Wochen in Zurich

Vor dem Spiel konnten sich die Akteure den begehrten Silberpokal schon einmal ansehen - eine Reminiszenz an die Borussia, die den Vorgänger-Wettbewerb UEFA-Cup in ihrem goldenen Jahrzehnt 1975 und 1979 gewonnen hatte. Das nächste Spiel in der Gruppe A bestreitet die Favre-Truppe in zwei Wochen beim FC Zürich. - dpa

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