Interview vor der Biathlon-WM

Franziska Preuß im Interview: "Die gesundheitlichen Rückschläge frustrieren mich"

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Biathlon-WM 2020: Franziska Preuß beim Schießtraining in Antholz

Franziska Preuß ist Teil des deutschen Teams bei der Biathlon-WM 2020 in Antholz. Im Interview mit chiemgau24.de spricht Preuß über ihre bisherige Saison und die anstehende WM.

Antholz - Am 13. Februar beginnt die Biathlon-WM 2020 in Antholz. Dann wird auch Franziska Preuß dabei sein und um Medaillen kämpfen. Los geht es für Preuß bereits im ersten Wettkampf am Donnerstag. Neben Denise Herrmann, Arnd Peiffer und Benedikt Doll wurde sie für die Mixed-Staffel (Donnerstag, ab 14:45 Uhr im Liveticker bei chiemgau24.de) nominiert. Auch im Sprint am Freitag ist sie am Start.

Preuß gehört zu den stärksten Biathletinnen der Welt. Trotz zahlreicher Ausfälle in der Saison 2019/20 liegt die 25-Jährige aus Albaching auf dem 14. Platz in der Gesamtwertung der Damen und ist neben Denise Herrmann die stabilste deutsche Biathletin.

Seit ihrem Weltcup-Debüt 2013 hat Preuß aber immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, auch in der laufenden Saison musste sie einige Rennen auslassen. 

Dennoch geht sie zuversichtlich in die anstehende WM in Antholz und hat mit chiemgau24.de im Trainingslager in Ridnaun/Südtirol über die Titelkämpfe in Südtirol, ihre körperliche Verfassung und die Ziele in Antholz gesprochen.

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Biathlon-WM 2020 in Antholz: Franziska Preuß im Interview

Frau Preuß, sind Sie mit ihrem bisherigen Saisonverlauf zufrieden?

Franziska Preuß: Was die Platzierungen angeht, bin ich das. Ich habe gute Ergebnisse erzielt, bin regelmäßig unter die Top 15 gelaufen und habe gezeigt, was ich kann. Dann bin ich aber immer wieder krank geworden und musste Rennen auslassen. Die vielen gesundheitlichen Rückschläge frustrieren mich, ich hatte nie wirklich die Gelegenheit, auf meine guten Ergebnisse aufzubauen.

Auch auf den Massenstart in Pokljuka, die Generalprobe für die WM, haben Sie aus gesundheitlichen Gründen verzichtet. Wie geht es Ihnen heute?

Preuß: Das war die sinnvollste Entscheidung. Ich wollte auch im Hinblick auf die WM nichts riskieren und habe deswegen den Massenstart ausgelassen. Anschließend habe ich mich durchchecken lassen und auch etwas Zeit zur Erholung gefunden. Inzwischen geht es mir wieder besser, ich kann an den Einheiten im Trainingslager in Ridnaun teilnehmen und hoffe, dass ich die WM gesund absolvieren kann.

Wie gefällt Ihnen der Biathlon-Standort Antholz?

Preuß: Ich laufe gerne in Antholz, das Umfeld und die Atmosphäre gefallen mir sehr gut. Ich habe viele positive Erinnerungen an Antholz. Das hat mich die ganze Saison über motiviert, trotz der vielen gesundheitlichen Rückschläge auf die WM hinzuarbeiten.

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Kommt Ihnen die Strecke entgegen?

Preuß: Zur letzten Saison wurde die Strecke geändert, da musste ich den Weltcup aber auslassen. Deswegen habe ich auf der neuen Strecke noch keine Wettkampferfahrung. Vor der Änderung bin ich aber sehr gerne dort gelaufen, die Streckenführung war sehr harmonisch und gut durchdacht. Wir laufen dann durch Wälder und rund um die Loipe ist alles weiß, das ist ein zusätzlicher Pluspunkt. Trotzdem ist und bleibt es natürlich eine anspruchsvolle Weltcup-Piste. Ich bin gespannt, wie ich mit der neuen Streckenführung zurechtkomme.

Liegt Ihnen der Schießstand?

Preuß: Der Schießstand für sich betrachtet ist nicht so schwer, aber man kommt aus einem Anstieg zum Schießen und hat, in Kombination mit der Höhenlage von Antholz, einen entsprechend hohen Puls. Man muss sich die Kräfte gut einteilen und sehr wachsam sein. Sonst kann aus dem vermeintlich leichten Schießstand ganz schnell ein sehr schwerer werden.

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Mit welchem Ziel fahren Sie zur WM nach Antholz?

Preuß: Ich will gesund und mit einem guten Gefühl in die Wettkämpfe gehen und eine bessere WM laufen als letztes Jahr in Östersund. Da war ich mit meinen Leistungen nicht zufrieden, das soll heuer anders sein. Platzierungen sind im Biathlon immer schwer zu prognostizieren, daher geht es mir primär darum, Rennen zu laufen, mit denen ich zufrieden bin.

"Wir haben gezeigt, dass wir mit den besten Nationen der Welt mithalten können"

Werden wir Sie in der Single-Mixed-Staffel sehen?

Preuß: Ich würde gerne in der Single-Mixed laufen, aber letztlich müssen die Trainer entscheiden, wer dort von uns an den Start geht. Ich mag die Disziplin, sie kommt mir mit meinen Qualitäten am Schießstand auch entgegen. Warten wir ab, wen die Trainer letztlich nominieren. Biathlon-WM 2020 in Antholz: So sehen Sie die WM im TV, Livestream und Liveticker

Was rechnen Sie sich für die Staffel aus?

Preuß: Wir sind ein Kandidat für das Podest. Wenn wir alle unser Potenzial abrufen und unsere Leistung zeigen, ist ein Platz unter den besten Drei möglich. Wir waren im Laufe der Saison schon oft nah dran am Podest und haben gezeigt, dass wir mit den besten Nationen der Welt mithalten können.

Wenn Sie sich einen idealen Biathlon-Tag aussuchen könnten, wie sähe der aus?

Preuß: Ich gehe fit und mit einem guten Gefühl an den Start, die Sonne scheint, die Strecke ist leicht gefroren, die Zuschauer sorgen für eine tolle Stimmung und ich fühle mich auf der Strecke und am Schießstand einfach nur wohl. So war es 2019 bei meinem ersten Weltcuspsieg in Ruhpolding. Und so einen Tag würde ich gerne noch einmal erleben.

Quelle: chiemgau24.de

*chiemgau24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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