Australian Open

Pocher sieht Lisicki-Sieg - Haas verletzt

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Sabine Lisicki konzentriert auf dem Court, Oliver Pocher fiebert auf der Tribüne mit.

Melbourne - Die Australian Open haben begonnen - und wie. Aus deutscher Sicht sorgten vor allem die Damen für positive Schlagzeilen. Gleich ein Quintett kam weiter. Jubeln konnte auch Boris Becker.

Traumstart für die Tennis-Damen, Premierensieg für Boris Becker und eine erneute Verletzung von Tommy Haas: Die Australian Open haben aus deutscher Sicht einen turbulenten Auftakt erlebt. Angeführt von der deutschen Nummer eins Angelique Kerber und Wimbledonfinalistin Sabine Lisicki marschierten in Melbourne am Montag gleich fünf Damen in die zweite Runde. Bei den Herren wurde Haas dagegen wieder einmal von seinem Körper ausgebremst. Wegen Schulterproblemen musste der 35-Jährige aufgeben, auch sein Einsatz im Davis Cup gegen Spanien ist damit fraglich.

Für Deutschlands Tennis-Legende Boris Becker begann die Karriere als Trainer von Novak Djokovic hingegen vielversprechend. Der dreimalige Wimbledonsieger konnte in der Spielerbox beruhigt zuschauen, wie der Titelverteidiger den Slowaken Lukas Lacko mit 6:3, 7:6 (7:2), 6:1 besiegte und damit den ersten Schritt zum vierten Melbourne-Titel in Serie machte. „Ich bin mit seiner Leistung sehr zufrieden“, sagte Becker. Ganz im schwarzen Sport-Outfit gekleidet beobachtete der 46-Jährige jede Bewegung des Serben genau und hatte nach der Partie sichtlich Spaß, als Djokovic im Court-Interview mit Jim Courier herumflachste.

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Reichlich Grund zum Lachen hatten auch die deutschen Mädels. Vor allem Lisicki erwischte beim zweiten Grand-Slam-Turnier seit ihrem Finaleinzug auf dem heiligen Rasen von Wimbledon einen fast perfekten Start. Gegen die Kroatin Mirjana Lucic-Baroni hatte sie beim 6:2, 6:1 sehr zur Freude von Freund Oliver Pocher und Trainerin Martina Hingis überhaupt keine Schwierigkeiten. „Der Start ist immer schwierig, aber ich denke, dass mir das ganz gut gelungen ist“, bilanzierte die Berlinerin ihren nur 70 Minuten dauernden Auftritt. Sie spielt nun am Mittwoch gegen die Rumänin Monica Niculescu.

Wesentlich mehr Mühe hatte Kerber mit der australischen Wildcard-Spielerin Jarmila Gajdosova. Erst nach hartem Kampf setzte sich die Weltranglisten-Neunte mit 6:3, 0:6, 6:2 durch. Eine Verletzungspause ihrer Gegnerin zu Beginn des zweiten Durchgangs brachte Kerber völlig aus dem Rhythmus. Am Ende biss sich die Kielerin aber doch durch. „Gedanken an ein Aus hatte ich nicht“, sagte die Fed-Cup-Spielerin, der im entscheidenden Satz zwei schnelle Breaks gelangen. In der russischen Qualifikantin Alla Kudrjawzewa wartet auf sie nun erneut eine lösbare Aufgabe.

Für die größte Überraschung aus deutscher Sicht sorgte Julia Görges. Die nach zahlreichen Rückschlägen bis auf Platz 73 abgerutschte Norddeutsche besiegte die an Nummer sieben gesetzte Italienerin Sara Errani deutlich mit 6:3, 6:2 und zeigte dabei eine ganz starke Leistung. „Es tut immer gut, eine Top-Ten-Spielerin zu schlagen“, sagte Görges, die es nun mit der Amerikanerin Lauren Davis zu tun bekommt.

Weiter dabei sind auch Annika Beck nach einem 6:0, 6:0 gegen Petra Martic aus Kroatien und Mona Barthel nach einem 7:6 (7:4), 6:3 gegen die Chinesin Shuai Zhang. Das Aus kam dagegen für Dinah Pfizenmaier, die der Belgierin Yanina Wickmayer mit 6:7 (5:7), 3:6 unterlag.

Bei den Herren kam nur Florian Mayer dank eines klaren 6:4, 6:2, 6:4 gegen den amerikanischen Qualifikanten Denis Kudla weiter. Jan-Lennard Struff unterlag dem an Nummer 14 gesetzten Russen Michail Juschni klar mit 1:6, 4:6, 2:6, doch was aus deutscher Sicht besonders schmerzte war das frühe Aus für Haas. Beim Stand von 5:7, 2:5 gab der 35-Jährige wegen Schmerzen in der rechten Schulter auf.

Allerdings hat der gebürtige Hamburger trotzdem noch Hoffnungen auf einen Davis-Cup-Einsatz gegen Spanien in gut drei Wochen. „Es bringt nichts, zum Davis Cup zu reisen, wenn ich dem Team nicht wirklich helfen kann. Aber ich hoffe, dass ich bis dahin wieder fit bin“, sagte Haas, der an diesem Dienstag aber erst einmal zu seiner Familie in die USA fliegt. Für die anderen Deutschen geht es in Melbourne weiter. Der Start konnte sich schon einmal sehen lassen.

dpa

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