Zurück auf Schalke: Der lange Weg von Tim Hoogland

Tim Hoogland während des Trainingslagers in Katar. ▪

GELSENKIRCHEN ▪ Während die meisten der Schalker Profis die täglichen Trainingseinheiten eher als normalen Dienst ansehen, geht es Tim Hoogland derzeit anders: „Ich sauge im Moment alles auf“, sagt der 26-Jährige, „es ist ein bisschen so, als wenn du gerade aus der Jugend hochkommst und mit den Profis trainieren darfst“.

Von Jens Greinke

Dazu muss man wissen, dass Hoogland bereits 33 Bundesliga-Spiele in seiner wechselvollen Karriere absolviert hat.

Die lange Leidenszeit des Tim Hoogland scheint sich jedenfalls endgültig dem Ende zuzuneigen. Fast genau zwei Jahre ist es her, dass er sich eine hartnäckige Knieverletzung zuzog. Als damaliger Kapitän des FSV Mainz 05 erlitt er im Februar 2010 einen Korbhenkelriss am rechten Meniskus. Damals hatte er dem FC Schalke 04 für den Sommer bereits seine Zusage gegeben – dem Verein, bei dem er zwischen 1998 und 2007 den Sprung von der Jugend in den Profi-Kader geschafft hatte. „Ich wollte mich damals nicht mit einer Verletzung in Mainz verabschieden. Ich wollte dem Klub für die drei schönen Jahre, die ich dort verlebt hatte, etwas zurück geben. Rückblickend gesehen wollte ich da zu viel“, so Hoogland. Bereits im April lief er wieder auf. Zu früh. Nach seiner Rückkehr nach Schalke machte das Knie immer wieder Probleme, schwoll nach Belastungen an. 2011 diagnostizierte der Kniespezialist Professor Boenisch in Augsburg bei der Operation einen Knorpelschaden – eine Verletzung, wegen der bereits so mancher Profi seine Karriere hatte beenden müssen. Für Hoogland keine Alternative – er wollte unbedingt zurück.

Dieses Mal nahm er sich mehr Zeit. Sechs Wochen ließ er sich sechs Stunden täglich von einer Motorschiene quälen, einer elektrischen Apparatur, die das Knie beugt und streckt. „Für die Reha bin ich jeden Tag um sechs Uhr aufgestanden“, erinnert sich Hoogland an diese dunkle Zeit, in der er Unterstützung brauchte. „In dieser Beziehung muss ich meiner Frau das größte Kompliment machen. Aber auch Freunde und Bekannte haben mich aufgefangen. Zudem haben mir Dr. Boenisch und Schalkes Mannschaftsarzt Dr. Thorsten Rarreck immer wieder Mut zugesprochen“, sagt Hoogland. Ende 2011 Jahres war die Verletzung aus medizinischer Sicht ausgeheilt.

Als der 26-Jährige nun im Januar mit ins Schalker Trainingslager nach Katar fliegen durfte und in einem Testspiel in der Wüste erstmals wieder auf dem Platz stand, sagte er: „Ich kann gar nicht beschreiben, wie glücklich ich bin.“ Am vergangenen Samstag beim 4:1-Sieg beim 1. FC Köln saß Hoogland zum ersten Mal wieder bei einem Bundesliga-Spiel auf der Ersatzbank. Und nun, im Heimspiel gegen den FSV Mainz (Samstag, 15.30 Uhr), könnte er erstmals wieder auf dem Platz stehen und als rechter Außenverteidiger versuchen, die Schalker Abwehr zu stabilisieren. „Ich denke, dass er im wieder im Kader ist“, sagt Trainer Huub Stevens, schränkt aber ein: „Er ist noch nicht bei 100 Prozent. Er kommt von ganz weit weg.“

Aber: Er ist wieder da.

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