Unter 50 Prozent Ballbesitz

"Nicht wie Barcelona": So rechtfertigt Fährmann Schalkes Kampf-Fußball

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Kapitän Ralf Fährmann (rechts, mit Weston McKennie) feierte zuletzt mit Schalke 04 vier Siege in Folge.

Schalke steht derzeit für seinen Minimalisten-Fußball zum Teil in der Kritik. Kapitän Ralf Fährmann hat kein Verständnis - und verspricht ebenso wie Leon Goretzka mittelfristig Besserung.

Gelsenkirchen - Ganz egal, wie gut es läuft. Das sprichwörtliche Haar in der Suppe ist immer zu finden. Auch bei Schalke 04. Da haben die Königsblauen gerade ihren vierten Bundesliga-Sieg in Folge gefeiert und den zweiten Rang gefestigt, dennoch wird über die Art und Weise diskutiert.

Und das gar nicht unberechtigt, hat sich das Team von Trainer Domenico Tedesco den jüngsten Erfolg bei Mainz 05 (1:0) eher erkämpft als ansehnlich erspielt. Hinzu kommt, dass die Knappen im Schnitt nur auf 48,9 Prozent Ballbesitz pro Partie kommen.

Kein Wert einer Top-Mannschaft, es ist aktuell nur der neuntbeste der Liga. Aber auf Schalke wollen sie sich von derartigen Stammtisch-Debatten nicht beirren lassen.

Andere Qualitäten als Barca

„Ich finde es traurig, dass das kritisiert wird“, sagt Kapitän Ralf Fährmann in aller Deutlichkeit. „Es ist nicht immer schön anzusehen, weil wir gerade am absoluten Limit spielen. Da kannst du nicht so ein Fußball-Fest abliefern wie der FC Barcelona, wir müssen uns auf unsere Stärken besinnen.“

Genauso wie auf die des Gegners. Um beim Beispiel Mainz zu bleiben: Die Rheinhessen kämpfen gegen den Abstieg. „Bei solchen Teams ist das Abwehrverhalten darauf ausgelegt, unser Spiel zu zerstören. Da muss man sich anpassen“, sagt Fährmann. Ähnlich formuliert es Tedesco. Er habe einen kämpferischen Sieg lieber als in Schönheit zu verlieren.

Das soll allerdings nicht heißen, dass die Schalker sich in dieser Hinsicht nicht verbessern wollen. Leon Goretzka hat bereits nach dem Duell in Mainz angekündigt, schnell die Lehren ziehen zu müssen, „denn der nächste Schritt ist der, so eine Mannschaft spielerisch zu dominieren“, sagt der 23-Jährige. „Das ist unser Anspruch und unser Ziel.“

Eine Frage der Entwicklung

Ebenso die Tatsache, „dass jeder einzelne Spieler besser wird, dass wir variabler werden und uns in allen Bereichen verbessern, um in ein paar Jahren stetig oben mitspielen zu können“, sagt Fährmann. Erst, wenn das nach und nach eintrifft, würden die Auftritte der Königsblauen mittel- bis langfristig ansehnlicher werden.

Aktuell habe Schalke schlichtweg „nicht die Qualität, dass wir sagen: Egal, wie der Gegner heißt: Wir spielen ihn an die Wand und haben 80 Prozent Ballbesitz“, erläutert der Kapitän. „Wir versuchen einfach, aus unseren Stärken alles herauszuholen. Wer aktuell anderen Fußball sehen will, muss in ein anderes Stadion gehen.“

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