Heute erster Versuch

Weniger Polizisten: Minister appelliert an Fußballfans

+
Die Spieler des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 trainieren auf dem Trainingsplatz vor der Veltins Arena in Gelsenkirchen (Nordrhein-Westfalen). Der FC Schalke 04 trifft am ersten Spieltag der Bundesliga-Saison 2014/15 auswärts auf Hannover 96

DÜSSELDORF - Fußballspiele der 1. Fußball-Bundesliga ohne gewaltbereite Fans werden seit Samstag von deutlich weniger Polizisten begleitet. Damit will Nordrhein-Westfalen testen, wie der Einsatz der Beamten effizienter gestaltet werden kann.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) hat zum Start der ersten Fußball-Bundesliga an die Fans appelliert, mehr Verantwortung gegen Gewalt zu übernehmen. Für den Pilotversuch, in NRW weniger Polizisten zu den Spielen zu schicken, sei nun die Eigenverantwortung der Fußballfans gefragt. "Die Fans haben mir in vielen Gesprächen gesagt, dass sie bereit sind, mehr Verantwortung zu übernehmen", sagte Jäger.

In den nächsten Wochen liege es nicht nur an der NRW-Polizei, sondern auch an den Fans, den Vereinen sowie DFB und DFL, dieses Projekt zu einem Erfolg zu machen. "Nach Ablauf des Pilotprojekts Ende September werden wir Bilanz ziehen, ob uns dies gelungen ist."

In NRW stehen in der kommenden Saison 231 Spiele der ersten drei Ligen auf dem Programm - im vergangenen Jahr waren es 210. Jäger will versuchen, den absehbaren Anstieg des Personaleinsatzes zu vermeiden oder zumindest zu dämpfen. "Es ist immer noch genug Polizei da. Es wird kein Spiel ohne Polizei geben", betonte ein Ministeriumssprecher. Es werde auch weiterhin konsequent gegen Gewalttäter vorgegangen, so der Innenminister.

Ligapräsident Reinhard Rauball hatte die Pläne von Jäger kritisiert und befürchtet, dass Gewalttäter ein mögliches Sicherheitsvakuum ausnutzen könnten. Jäger sieht das Pilotprojekt dagegen auch als Angebot an die Fans. Fanvertreter hatten immer wieder weniger Polizei-Präsenz in und rund um die Fußball-Stadien gefordert. - dpa

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare