Nach Siegtreffer in Moskau

Warum Weston McKennie beim FC Schalke 04 bereits ein Vorbild ist

Lokomotive Moskau - FC Schalke 04
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Da ging er steil: Weston McKennie (Zweiter von rechts) nach seinem Siegtreffer in Moskau.

Er ist gerade einmal 20 Jahre alt, aber beim FC Schalke 04 bereits ein äußerst wichtiger Spieler: der US-Amerikaner Weston McKennie.

Moskau/Gelsenkirchen - Weston McKennie ist die deutsche Sprache nicht fremd, schließlich hat er drei Jahre seiner Kindheit in der Pfalz verbracht. Doch Interviews bevorzugt er vorerst in seiner englischen Muttersprache zu absolvieren, zumal dem US-Amerikaner noch einige Vokabeln im deutschen Wortschatz fehlen. Als der 20-Jährige nach seinem Siegtor in Moskau in Denglisch gefragt wurde, ob er sich noch als Talent oder bereits als Stammspieler fühle („Do you feel like a Stammspieler?“), zog er angesichts dieses deutschen Fachbegriffes die Stirn kraus. Eine ähnliche Reaktion hätte er wahrscheinlich gezeigt, wenn man ihn mit dem Wort Trambahnschienenritzenreiniger konfrontiert hätte.

Seit 2016, als er aus der Jugendabteilung des FC Dallas in die Schalker Knappenschmiede gewechselt ist, hat sich die Bedeutung McKennies für den FC Schalke 04 exponentiell vergrößert. „Ich hebe selten Spieler hervor. Aber mir geht es um die Art und Weise, wie dieser Junge Fußball spielt, wie er sich entwickelt“, sagte Sportvorstand Christian Heidel, nachdem der US-Boy seine Mannschaft im Champions-League-Spiel bei Lokomotive Moskau zum 1:0-Sieg geköpft hatte. „Er hat mit seinen 20 Jahren eine Körpersprache, die sehr, sehr außergewöhnlich ist. Es gibt inzwischen schon Spieler, die sich an ihm orientieren und wieder aufrichten. Wenn sie sehen, wie Weston in die Zweikämpfe geht, wie er um jeden Ball fightet. Er war nicht nur wegen des Tores, sondern wegen seines gesamten Spiels für uns der Matchwinner“, urteilte Heidel. Der pausbäckige McKennie selbst sagt: „Ich habe den Willen, jeden Ball zu gewinnen.“

"Er hat nahezu alles in sich drin"

Der 55-jährige Sportchef steht mit seiner Meinung nicht allein da. Auch Cheftrainer Domenico Tedesco ist sich bewusst, dass er mit McKennie vielleicht eines der vielversprechendsten Talente in der Bundesliga betreut. „Der Junge hat einfach eine gute Power. Er ist noch so brutal jung und trotzdem schon so wichtig. Er hat nahezu alles drin in sich“, sagte der 33-Jährige. Und das Beste ist – glaubt man zumindest dem begeisterungsfähigen Heidel: „ Er hat mit seinen 20 Jahren noch nicht sein ganzes Potenzial auf den Platz gebracht. Das ist das Schöne: Der Junge wird noch besser.“

Seine Flexibilität macht ihn so wertvoll

Neben dem Charisma, dass McKennie bereits in jungen Jahren auf dem Spielfeld ausstrahlt, ist es vor allem seine Flexibilität, die ihn derzeit für die Blauweißen so wertvoll macht. „Er kann auf der Sechs, auf der Acht oder auf der Zehn spielen“, sagte Tedesco. Auch in der Schalker Abwehrreihe kam der in Texas geborene Youngster, Sohn eines US-Soldaten, der zwischen 2006 und 2009 in Kaiserslautern stationiert war, schon zum Einsatz.

Vorbild? "Oooh, wow!"

Auch bei vielen seiner Mitspieler genießt McKennie bereits ein hohes Ansehen. Für Daniel Caligiuri ist er sogar ein Vorbild, ein „role model“. Was McKennie mit einem ebenso überraschten wie geschmeichelten „Oooh, wow!!“ kommentierte. Und anfüge: „Ich schaue zu allen Mitspielern hoch.

Gut möglich, dass der Basketball-Fan McKennie die schmerzliche Lücke auf Schalke schließen kann, die der Weggang von Talenten wie Leroy Sané, Thilo Kehrer oder Leon Goretzka gerissen hat. Tedesco ist sich jedenfalls sicher, dass der junge Mann vor einer großen Karriere steht. Allerdings müsse er „so weiter machen und geduldig bleiben“, wie der Schalker Coach anmerkte. Neben seinem Talent dürfte McKennie auch seine angenehme Art und Bescheidenheit hilfreich sein. Flausen im Kopf scheint er jedenfalls nicht zu haben. Dafür große Ziele.

Angenehm und bescheiden

Und? Fühlt er sich nun als Stammspieler? Darüber mache er sich derzeit keine Gedanken, meinte McKennie. „Ich arbeite hart im Training. Und wenn der Trainer mir am Wochenende sagt, dass ich nicht in der Startelf stehe, dann arbeite ich hart weiter.“

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