Nullnummer gegen Freiburg

Zu viel Angst, zu wenig Mut: Schalke gibt für ManCity kaum Anlass zur Hoffnung

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Schalkes Stürmer Guido Burgstaller (links) und Trainer Domenico Tedesco hatten nach der Nullnummer gegen Freiburg einiges auszusetzen.

Der Auftritt der Schalker bei der Nullnummer gegen Freiburg lässt die Alarmsirenen schrillen. Für die Aufgabe gegen Manchester City in der Champions League macht die trostlose Vorstellung wenig Mut.

Gelsenkirchen – Nein, von Pfeifkonzert konnte gewiss keine Rede sein. Es ist aber genauso wenig wegzudiskutieren, dass das Schalker Publikum in der Arena hier und da seinen Unmut äußerte. Unzufrieden ist. Auch wenn die ganz große Reaktion nach dem Schlusspfiff ausblieb. Fast so, als schleiche sich so langsam Gleichgültigkeit ein. Hoffnungslosigkeit, den Karren in dieser Saison noch irgendwie aus dem Dreck ziehen zu können.

Für diesen Gemütszustand hatten die Anhänger auch einen guten Grund nach dem 0:0 der Königsblauen gegen den SC Freiburg. Auch Domenico Tedesco musste einräumen, dass das Resultat „leider okay“ sei. Was nicht heißt, dass Schalkes Chefcoach damit zufrieden war.

Doch so, wie die Knappen gegen die Breisgauer auftraten, wäre mehr als dieser eine Zähler auch nicht verdient gewesen. Und selbst dieser war noch glücklich. Denn Schalke hatte gegen eine tief stehende Mannschaft einmal mehr kaum Ideen in der Offensive. Zwei Schüsse auf das gegnerische Tor: erschreckend wenig für einen Champions-League-Teilnehmer. „Klar, wir sind Schalke, wir müssen es besser machen“, gestand Mark Uth.

Fehlende Laufwege in die Tiefe

Dabei habe der Stürmer mit seinem Team einen klaren Plan auf den Weg bekommen. „Wir wollten den Ball in die Tiefe abklatschen lassen. Aber diese Tiefe hat uns gefehlt“, bemängelte Uth. „Wenn Sieben oder Elf zu weit Außen stehen, kommen wir nicht in die gefährliche Zone.“

Sieben und Elf sind die Außenpositionen im Fußball, die in diesem Fall Rabbi Matondo und der schwache Amine Harit bekleidet hatten. Ein klarer Vorwurf an die Kollegen, sich nicht an die Idee gehalten zu haben. „Wir hatten schlichtweg die Laufwege nicht. Das war unser Problem“, ergänzte Tedesco, der seiner Truppe zudem fehlenden Mut vorwarf: „Die ersten 40 Minuten waren sehr ängstlich, nicht gerade couragiert. Im Elf gegen Elf war das zu wenig.“

Schalke trennt sich unentschieden vom SC Freiburg

Beinahe genauso erschreckend: Erst nach der berechtigten Roten Karte gegen Suat Serdar (42.) „sind wir aufgewacht“, stellte Schalkes Trainer fest: „Dann waren wir mutiger.“ Guido Burgstaller, der nach seiner Achillessehnenverletzung sein Comeback feierte, bemängelte: „Wir waren in Unterzahl klar besser, das müssen wir uns vorwerfen lassen. In Unterzahl sind wir über die Mentalität gekommen, haben den Gegner besser gepresst als zuvor.“ Torchancen waren aber auch da Mangelware.

Mentalität allein reicht nicht

Das Problem: Mentalität alleine reicht nicht. Erst recht nicht, wenn die durch eine Rote Karte erst wach gekitzelt werden muss. Alles in allem bot der Auftritt gegen Freiburg somit wenig Hoffnung für das anstehende Heimspiel im Achtelfinale der Königsklasse am Mittwoch gegen Manchester City (21 Uhr/bei uns im Live-Ticker). Wie sollen die Knappen bloß gegen eine der aktuell besten Mannschaften Europas bestehen?

Die Königsblauen flüchten sich derweil in Durchhalteparolen und Phrasen. „Die Champions League ist immer etwas ganz, ganz Besonderes“, meinte Uth: „Wir werden alles raushauen.“ Omar Mascarell forderte, „wie die Löwen kämpfen“ zu müssen. Burgstaller versprach: „Wir werden uns voll dagegenstemmen. Wir werden nicht vorher schon die weiße Flagge hissen. Dann schauen wir mal, ob wir für eine Überraschung sorgen können.“ Matija Nastasic: „Wir müssen den Abend genießen und nicht an die Bundesliga denken.“

Auch wenn das allein gegen den amtierenden Meister der Premier League nicht ausreichen dürfte: Immerhin die Schalker wollen sich die minimale Hoffnung nicht nehmen lassen.

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