Verflixte Sieben: Schalke will 0:3 „nicht überbewerten“

Gelsenkirchen - Diese Mal dauerte es etwas länger, bis Horst Heldt aus der Schalker Kabine kam. Schalkes Manager hatte ein bisschen Aufbauarbeit bei der eigenen Mannschaft betreiben müssen, nachdem es nichts geworden war mit dem Eintrag in die Schalker Annalen.

Der siebte Erfolg im siebten Pflichtspiel hintereinander war den Knappen beim 0:3 (0:1) gegen den 1. FC Köln verwehrt geblieben, es wäre neuer Vereinsrekord gewesen. „Schade, wir hätte heute ein bisschen Geschichte schreiben können“, sagte Mittelfeldspieler Leon Goretzka mit betrübter Miene.

Statt des umjubelten siebten Sieges in Folge wurde die Partie gegen die Rheinländer zum verflixten siebten Spiel – übrigens innerhalb von nur 22 Tagen. So war der Mannschaft von Trainer André Breitenreiter durchaus eine gewisse Mattheit vor allem im mentalen Bereich anzumerken. „Wir haben einfach keine Ideen gefunden“, sagte der Schalker Trainer recht pragmatisch.

Breitenreiter sah den Grund hierfür allerdings weniger in der hohen Belastung, sondern eher in der cleveren Spielweise des Gegners: „Köln war einfach besser.“ Zwei Tage nach seinem 42. Geburtstag ergänzte Breitenreiter: „Wenn man sechs Spiele in Folge gewinnt, gibt es irgendwann auch mal einen Rückschlag. Und jetzt war eben dieser Tag.“

FC Schalke 04 verliert 0:3 gegen den 1. FC Köln

Auch auf die Mannschaft wirkte dieses 0:3 nicht wie ein schmerzhafter Tiefschlag, der vielleicht zu folgenschweren Erschütterungen führen könnte. „Man muss die gesamte Entwicklung sehen, die wir genommen haben“, sagte der nach 542 Minuten erstmals wieder bezwungene Keeper Ralf Fährmann, der am Sonntag drei Treffer von Anthony Modeste (45.), Yannick Gerhardt (79.) und Simon Zoller (84.) hatte hinnehmen müssen. Und ergänzte: „Wir dürfen das jetzt nicht überbewerten.“

Allerdings müssen die Schalker die Länderspielpause nun nutzen, um ihr zuletzt so formidabel funktionierendes Spielkonzept ein wenig zu überarbeiten. Denn Kölns Trainer Peter Stöger hatte mit seinem cleveren, auf Konter ausgelegten Spielsystem quasi eine Matrize für künftige Kontrahenten der Schalker geliefert. Weshalb Goretzka hinsichtlich des nächsten Gegners Hertha BSC sagte: „Es wäre clever von Berlin, dieses System zu kopieren.“

Doch so einfach dürfte es am übernächsten Wochenende für die Hauptstädter dann doch nicht werden. „Wir haben jetzt ein bisschen Zeit und werden das Spiel genau analysieren“, kündigte Goretzka an. Und die Chancen dürften recht gut stehen, dass André Breitenreiter in den nächsten Tagen die Ideen kommen werden, die seiner Mannschaft am Sonntag noch gefehlt hatten.

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