Plakate und Schmähgesänge

Ultras: Banner gegen Tönnies und Hopp bei Schalke gegen Hoffenheim - "Wir entschuldigen uns ..."

Die Proteste der Ultras gingen am Samstag weiter. Beim Spiel Schalke 04 gegen die TSG Hoffenheim waren Dietmar Hopp und Clemens Tönnies im Visier.

  • TSG-Mäzen Dietmar Hopp wurde am Wochenende auf Plakaten beleidigt.
  • Der DFB hat sich am Dienstag auf seiner Homepage zu den Szenen vom Wochenende geäußert.
  • Die Ultras kündigten deutschlandweit weiter Proteste an. Auch Spielabbrüche würden in kauf genommen werden.

Update vom 8. März, 13.15 Uhr: Das nächste Banner in der Schalker Nordkurve, diesmal ist jedoch der heute abwesende TSG-Mäzen Dietmar Hopp der Adressat der Nachricht. "Wir entschuldigen uns bei allen Huren, sie mit Herrn Hopp in Verbindung gebracht zu haben", war in der zweiten Minute bei Schalke 04 gegen die TSG Hoffenheim zu lesen. Eine Spielunterbrechung gab es aber nicht.

Auch im Bundesliga-Topspiel waren zahlreiche Banner auf den Rängen zu sehen. Allerdings waren sie nicht nur an den DFB und Dietmar Hopp gerichtet. Weitere Führungspersonen bekamen eine Clownsnase verpasst. Aus sportlicher Sicht war es, auch aufgrund der personellen Situation auf Schalke, eine Offenbarung gegen schwache Hoffenheimer Am Samstagnachmittag. Vor dem Revierderby gegen den BVB hat S04 ein gewaltiges Kopf(ball)-Problem.

Update vom 7. März, 15.10 Uhr: Bereits 20 Minuten vor dem Anpfiff der Partie Schalke 04 gegen die TSG Hoffenheim waren in der Gelsenkirchener Veltins Arena Plakate auf den Rängen zu sehen. "CT: Dann werden die Afrikaner aufhören Bäume zu fällen und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren. S04, wir akzeptieren keinerlei Bagatellisierung", hieß es auf dem Spruchbanner. Eine deutliche Nachricht in Richtung Schalker Vorstand und den hier adressierten Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies, der im vergangenen Jahr mit seinen rassistischen Äußerungen für einen Eklat gesorgt hatte.

Ultras: Diemar Hopp und Clemens Tönnies bei Schalke gegen TSG im Visier

Update vom 7. März, 14.53 Uhr: Die 3. Liga hat es am Samstagmittag vorgemacht, weitere Protestaktionen werden für den Nachmittag in der Bundesliga erwartet. Aufgrund eines beledigenden Banners in Richtung Dietmar Hopp wurde die Partie Carl Zeiss Jena gegen 1860 München für rund fünf Minuten unterbrochen.

Ein kleiner Vorgeschmack für den Nachmittag? Zahlreiche Ultra-Gruppierungen haben Proteste in Deutschlands höchster Spielklasse angekündigt. Dabei soll vor Spielunterbrechungen oder gar- abbrüchen kein Halt gemacht werden. Hauptgrund sei die Kollektivstrafe, die der DFB jüngst gegen Fans von Borussia Dortmund ausgesprochen hatte.

Ultras: Weitere Proteste angekündigt - Bundesliga droht nächste Eskalation  

Update vom 6. März, 11.32 Uhr: Das Geschehen auf dem Rasen rückt in der Fußball-Bundesliga aktuell in den Hintergrund. Immer wieder wandern die Blicke auf die Ränge auf der Suche nach neuen Plakaten der Ultras gegen den DFB und Dietmar Hopp. Auch für das kommende Wochenende kündigte das Bündnis 'Fanszenen Deutschlands' erneut Proteste an.

Dabei gehe es unlängst um die Abschaffung von Kollektivstrafen und die Bekämpfung des "wirklich hässlichen Gesichter des Fußballs", heißt es in der Stellungnahme. "Es wird Zeit, dass der DFB sein mittelalterliches Rechtsverständnis für alle Zeit hinter sich lässt und Kollektivstrafen nicht nur aussetzt, sondern seine Rechts- und Verfahrensordnung diesbezüglich ändert und damit das Instrument der kollektiven Bestrafung abschafft", heißt es auf der Homepage der Stuttgarter Ultra-Gruppe 'Commando-Cannstatt'. 

Update vom 4. März, 17.33 Uhr: In einer Stellungnahme am Mittwoch hat die Deutsche Fußball-Liga (DFL) angekündigt, das Gespräch mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) suchen zu wollen. Zum einen gehe es um eine Präzisierung des Drei-Stufen-Plans. Zum anderen um Transparenz und Auslegung von Sanktionen.

"Kollektivstrafen haben im deutschen Fußball noch nie ein Problem gelöst", heißt es in der Erklärung. Komplett ausschließen wollte die DFL sie allerdings nicht. Demnach kann es weiterhin in absoluten Ausnahmefällen zu derartigen Sanktionen kommen, wie es die Dortmunder Fans im Fall Hoffenheim erfahren haben.

Denn, so die Erklärung der DFL weiter, "Menschen gehören auch auf Plakaten nicht ins Fadenkreuz. Diffamierungen, Hetze und Hass – gleichgültig in welcher Form – sind nicht hinnehmbar. Dies gilt unabhängig von Dietmar Hopp für alle Menschen – jedes Alters, jedes Geschlechts, jeder Religion, sozialen Schicht, Hautfarbe, Nationalität oder sexuellen Orientierung."

Schalke: Statement der Ultras - DFL bezieht Stellung zu Kollektivstrafen

Update vom 4. März, 11.13 Uhr: Nach den Anfeindungen gegen Dietmar Hopp am vergangenen Wochenende wurde ähnliche Szenen für das DFB-Pokal-Viertelfinale zwischen Schalke 04 und dem FC Bayern am Dienstag in der Gelsenkrichener Veltins Arena befürchtet. Infolgedessen hatte der S04-Vorstand drastische Maßnahmen angekündigt.

Zum Einsatz kamen diese jedoch nicht. Zwar waren erneut Plakate zu sehen. Diese allerdings waren an den DFB, eben jenen S04-Vorstand und den Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies gerichtet. Anschließend äußerte sich die Ultra-Gruppierung 'Ultras GE' auf ihrer Homepage über ihre Sicht der Dinge.

Banner Schalke: Statemant der Ultras - "Gesamtdiskussion untragbar"

"Betrachtet man die öffentliche Wahrnehmung, so werden Äußerungen mit beleidigendem Inhalt mit rechten Terrorakten in Verbindung gebracht oder sogar gleichgesetzt", heißt es in dem Statement deutllich. "Es mutet als legitim an, dass in diesem Land Kritik an einer Beleidigung geübt werden darf, wenn anschließend im gleichen Atemzug die Verursacher beleidigt werden dürfen. Letzteres ist unsachlich und ersteres einfach nur perfide. In jedem Fall aber ist die öffentliche Gesamtdiskussion untragbar."

Die Ultras reagierten am Dienstagabend auf die erneut ausgeführte Kollektivstrafe für die Fans von Borussia Dortmund, die jüngst bis 2022 aus der Hoffeinheimer Arena ausgesperrt wurden. Ein Vorgehen, welches der Deutsche Fußball-Bund (DFB) im Jahr 2017 eigentlich ad acta gelegt hatte. Ein Spruchband mit der Aufschrift: 'Dementer Fußball Bund: Eure Zusage gegen Kollektivstrafen vergessen, versucht ihr nun uns Fans mit Spielabbrüchen zu erpressen!' zierte die Schalker Nordkurve.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit im DFB-Pokal-Viertelfinale nahm die Gruppe dann den Schalker Vorstand ins Visier, der sich im Voraus deutlich zum DFB positioniert hatte. "Dass sich aber nun sogar unser eigener Verein in persona des Vorstandes, offenbar aufgrund der medialen Hysterie, dazu genötigt fühlt, beinahe federführend für alle Fussballclubs eine Stellungnahme zu veröffentlichen, hat alles aus den Angeln gehoben", begründen die 'Ultras GE' die Spruchbanner (siehe Update vom 3. März, 21.56 Uhr).

Schalke 04: So reagierte die Nordkurve im DFB-Pokal auf die Anfeindungen gegen Dietmar Hopp 

Update vom 3. März, 21.56 Uhr: Die Fan-Proteste gingen mit Beginn des zweiten Durchgangs im Viertelfinale des DFB-Pokals zwischen Schalke 04 und dem FC Bayern weiter. Diesmal war der Schalker Vorstand und Clemens Tönnies im Visier der Nordkurve. "Wer im Glashaus sitzt, sollte zuerst mit C. T. reden" und "Die Werte unseren Vereins habt ihr mit Tönnies verraten, spart euch eure Stellungnahmen!" war auf den Spruchbannern zu lesen.

Clemens Tönnies, Aufsichtsratsvorsitzender des FC Schalke 04, stand nach seinen im vergangenen Jahr getätigten rassistischen Äußerungen heftig in der Kritik. Eine Aktion, die ihm der Schalker Anhang nach wie vor nicht verziehen hat. 

Guido Burgstaller feierte gegen die Bayern im Pokal ein kurioses Comeback. Nach der knappen Niederlage äußerte er sich mit Blick auf die kommenden Wochen.

DFB-Pokal: Schalke 04 gegen den FC Bayern im Viertelfinale - Medien-Galerie

Update vom 3. März, 20.52 Uhr: Das Spiel zwischen dem FC Schalke 04 und dem FC Bayern war gerade erst angepfiffen, da hielt die Schalker Nordkurve ein Spruchbanner in den Gelsenkirchener Nachthimmel. Diesmal war jedoch nicht erneut TSG-Mäzen Dietmar Hopp Adressat der Nachricht, sondern der Deutsche Fußball-Bund (DFB).

"Dementer Fußball-Bund. Zusagen gegen Kollektivstrafen vergessen. Versucht ihr nun uns Fans mit Spielabbruch zu erpressen?", war ebenso zu lesen wie "Wenn wir jetzt ein Hurensohn Plakat zeigen, hört ihr dann auch auf zu spielen und wir schaffen es ins Elfmeterschießen?!".

Eine Spielunterbrechung blieb aus. Der DFB hatte sich am Dienstagnachmittag zu den Geschehnissen am Wochenende offiziell geäußert (siehe Update vom 3. März, 17.04 Uhr). 

Banner Schalke/Hopp: Nordkurve mit Plakaten im DFB-Pokal gegen Bayern

Update vom 3 März, 17.04 Uhr: Nach den Hassplakaten und Schmähgesängen gegen TSG-Mäzen Dietmar Hopp hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Dienstag öffentlich Stellung genommen zu den Vorkommnissen am Wochenende. In einer Erklärung auf der Homepage räumt der DFB zwar Fehler ein, verteidigt aber dennoch sein Vorgehen.

"Die DFB-Haltung ist eindeutig: Wir dulden in unseren Stadien keine personifizierten Gewaltandrohungen oder gar Diskriminierungen. Diese Regelung schützt alle!", heißt es in dem Statement. Desweiteren will der DFB weiter an den ausgelegten Drei-Stufen-Plan festhalten, den die UEFA und FIFA im Jahr 2009 und 2017 verabschiedet haben. Dieser besagt, dass Schiedsrichter im Falle von diskriminierenden Äußerungen in Form von Rufen oder Spruchbändern zu einer kurzen Unterbrechung sowie einer Lautsprecherdurchsage angehalten sind. Stufe zwei, das Verlassen des Spielfelds, und letztlich der Spielabbruch mit der dritten Stufe könnten anschließend eingeleitet werden.

Zudem beteuerte der DFB in der Erklärung, "durchaus kritikfähig" zu sein und vor dem kommenden Wochenende das Gespräch mit der AG Fankulturen zu suchen, um den "konstruktiven Dialog mit den Fanorganisationen auch in dieser emotionalen Thematik aufzunehmen. Zur Wahrheit gehört jedoch auch, dass bei einzelnen Partien zu sensibel reagiert wurde. Wenn in Berlin Fangruppen ihren Unmut gegenüber Entscheidungen des DFB mit einer harten Wortwahl zum Ausdruck bringen, muss das der DFB selbstverständlich aushalten. Und auch gegen kreative Spruchbänder, wie sie von Fans des MSV Duisburg zu sehen waren, ist nichts einzuwenden", heißt es.

Dietmar Hopp: DFB mit Statement - Schalke 04 veranstaltet Krisengipfel

Update vom 2. März, 14.13 Uhr: Noch haben die Verantwortlichen nicht entschieden, in welchem Ausmaß auf mögliche Plakate und Schmähgesänge gegen TSG-Mäzen Dietmar Hopp reagiert werden wird. Zwar kündigte der Vorstand von Schalke 04 an, bei sich wiederholenden Szenen vom Wochenende die Spieler vom Feld holen zu wollen. Über ein genaues Vorgehen soll aber noch am Montagabend debattiert werden. Das kündigte Schalkes Mediendirektor Thomas Spiegel auf der Pressekonferenz an.

"Es wird heute eine Versammlung mit allen Beteiligten geben", so Spiegel. Das Schiedsrichter-Team, Schalkes Finanzvorstand Peter Peters, ein Vertreter von Bayern München, ein Deligierter des DFB sowie die Polizei werden Teil er Gesprächsrunde sein, in der über Rahmenvorgehensweisen für Dienstagabend abgestimmt werden soll. "Wir stehen für Meinungsfreiheit auf den Rängen, aber zeigen keine Toleranz gegenüber Beleidigungen", fügte Spiegel an.

Schalke 04 droht mit drastischen Maßnahmen gegen Beleidigungen

Gelsenkirchen - Das Thema Dietmar Hopp beschäftigt die gesamte Fußball-Bundesliga und den DFB. Begleitet von Schmähgesängen  streckten Ultra-Gruppierungen am Wochenende in vielen deutschen Stadien Plakate in die Höhe. Während in Sinsheim bei der Bundesliga-Partie zwischen der TSG Hoffenheim und dem FC Bayern die Spieler gar in der Schlussviertelstunde streikten, verzögerte sich der Anpfiff nach der Halbzeitpause in Köln lediglich um wenige Minuten, ehe alle Spruchbänder verschwanden.

Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider war dennoch kaum zu bändigen - und kündigte für die Zukunft im Falle einer Wiederholung solcher Szenen drastische Maßnahmen an. "Ich gehöre zu den Menschen, die Dietmar Hopp persönlich kennen. Das ist eine Seele von einem Menschen, der hat gar nichts Böses in sich. Der hat nicht nur dem Sport, sondern auch der Gesellschaft viel gegeben", wird Schneider von der Funke Mediengruppe zitiert.

Dietmar Hopp: Schalke 04 droht mit drastischen Maßnahmen

Nicht nur das:Schalkes Sportvorstand führte weiter aus und appellierte an die Vernunft der Fans. "Diesen Mann so anzugreifen, die Motivation muss mir mal einer erklären. Diese Menschen nehmen 99,99 Prozent der Zuschauer im Stadion, die Geld bezahlen, Kinder sind im Stadion, und 100 Prozent der TV-Zuschauer, ihr Hobby weg. Mit welcher Arroganz treten die hier auf, anderen ihr Hobby kaputtzumachen?", so Schneider drastisch.

Brisant: Die Knappen empfangen am kommenden Samstag die TSG Hoffenheim in der Bundesliga - und ihren Mäzen Dietmar Hopp. Eine Wiederholung der Szenen des Wochenendes droht auf den Rängen. Das weiß auch Schneider, der deshalb voraus auf die kommenden Aufgaben blickte, ganz unabhängig vom sportlichen Faktor.

"Sollten im Pokalspiel gegen Bayern München, beim Spiel gegen Hoffenheim oder bei zukünftigen Spielen derartige Vorkommnisse in der Arena sichtbar werden, wird unsere Mannschaft den Platz verlassen - ungeachtet der Spieldauer, des Resultats oder etwaiger Konsequenzen", droht Schneider. So könnte die Aufstellung von Schalke am Dienstag aussehen.

Dietmar Hopp: Schalke 04 kündigt Gespräche mit den Fan-Gruppierungen an

Eine drastische und konsequente Maßnahme des Revierklubs. Und eine Ankündigung, den bislang ausgeübten Drei-Stufen-Plan in einen Ein-Stufen-Plan umzuwandeln. Etwaige Gespräche wollen die Schalker Verantwortlichen in den kommenden Tagen mit den Fan-Gruppierungen führen. Das kündigte der Verein in einer Erklärung der Vorstände Schneider, Alexander Jobst und Peter Peters an. 

"Wir werden dieses Verhalten konsequent ahnden, die Verursacher dieser Diffamierungen ausgrenzen. Die Werte unseres Vereins und des Leitbilds, das wir uns selbst gegeben haben, lassen keinerlei Spielraum für Toleranz angesichts von Hass, Intoleranz und Diffamierung", heißt es. Ob das am kommenden Dienstag im DFB-Pokal und am Wochenende Wirkung zeigen wird, bleibt abzuwarten. 

Rubriklistenbild: © dpa / picture alliance

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