Trainer, Sportdirektor, Kader-Planer

Krösche will wohl nicht: Schneiders Schalke-Planungen stocken

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Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider.

In der Theorie könnte Schalke mit der Gewissheit des Klassenerhalts die kommende Saison planen. In der Praxis gestaltet sich das schwieriger. Es stockt bei wichtigen Personal-Entscheidungen.

Gelsenkirchen - Es hat für Schalker Verhältnisse lange gedauert, aber nun hat der Klub die endgültige Gewissheit, auch in der kommenden Saison in der Bundesliga an den Start zu gehen. Da könnte der Klub um Sportvorstand Jochen Schneider munter los planen. Doch die Suche nach dem neuen Führungspersonal, die dafür nicht unwichtig ist, gestaltet sich schwieriger als gedacht.

Vor der müde machenden Nullnummer gegen Augsburg tagte der Aufsichtsrat, um über die Positionen des Trainers, Sportdirektors und Technischen Direktors zu diskutieren. Die Verkündung von Beschlüssen blieb auch am Montag aus. Denn bei allen Ideen gibt es offensichtlich Vorbehalte.

Trainer: David Wagner gilt als großer Favorit für den Trainer-Posten. Doch es bestehen in den Gremien offensichtlich Zweifel, warum gerade der 48 Jahre alte Eurofighter mit Dortmunder Vergangenheit der richtige Chefcoach ist. Daher gilt auch die vermeintlich sicherere Lösung mit dem in Gladbach scheidenden Dieter Hecking als Möglichkeit. Ihm trauen einige wohl eher zu, die Mannschaft zu stabilisieren und zurück nach Europa zu führen.

Sogar eine Rückkehr von Domenico Tedesco, Mitte März auf Schalke beurlaubt, scheint nicht gänzlich ausgeschlossen. Der 33-Jährige genießt aufgrund seiner fachlichen und menschlichen Kompetenz nicht nur hohes Ansehen im Verein, sondern auch bei den Fans. Und Spielern.

„Tedesco passt einfach zu Schalke, sein ganzer Charakter. Wie er mit der Mannschaft, den Leuten, den Fans umgegangen ist – das passt einfach perfekt hierher“, sagte Stürmer Guido Burgstaller bei Eurosport: „Über seine Fähigkeiten brauchen wir nicht sprechen, da hat er schon gezeigt, was er drauf hat. Deshalb würde ich mich natürlich freuen, wenn er zurückkommt.“

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Dafür würde sprechen, dass er mit der bald größeren sportlichen Führung mehr Unterstützung bekommen würde als es unter Schneiders Vorgänger Christian Heidel der Fall war, der Zeitpunkt wäre jedoch doch noch etwas verfrüht. Wer es wird: Der neue Trainer wird bald erste Erkenntnisse haben, schließlich steht für Dienstag ein Laktattest an, wie Interimscoach Huub Stevens verriet.

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Sportdirektor: Geht es nach Schneider, soll Paderborns Markus Krösche diesen Posten künftig bekleiden. Allerdings verlangt der Zweitligist offenbar eine Ablöse von rund drei bis vier Millionen Euro für den 38-Jährigen, der vertraglich noch bis 2022 gebunden ist. Das ist wohl jedoch nun das geringste Problem der Schalker: Der Bild zufolge sind die Gespräche zwischen Schalke und Krösche abgebrochen, nun gilt sein Wechsel nach Leipzig als sicher - und Schneider muss weiter suchen.

Markus Krösche.

Technischer Direktor: Michael Reschke ist eine von zwei Optionen für die Position des neuen Kader-Planers. Allerdings gibt es gegen den 61-Jährigen vor allem wegen seines kläglichen Scheiterns in vorderster Front als Sportvorstand in Stuttgart reichlich Vorbehalte.

Als er in Leverkusen und beim FC Bayern in zweiter Reihe arbeitete, machte er sich alles Talent-Entdecker einen Namen. Allerdings galt er zum Schluss auch in München als umstritten – unter anderem wegen seiner ernüchternden Transfer-Bilanz. Dennoch kennt Schneider Reschke gut. Gleiches gilt für Leipzigs Chefscout Paul Mitchell. Auch der 37 Jahre alte Engländer gilt als Spürnase für Talente – und arbeitete bei RB eng mit Schneider zusammen.

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